Was passiert mit Kryptowährungen, wenn das CLARITY-Gesetz diese Woche scheitert? Hougan erklärt

Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, äußerte sich zu den möglichen Folgen eines Scheiterns des CLARITY-Gesetzes in dieser Woche. Selbst wenn das Gesetz nicht verabschiedet wird, bedeutet dies nicht das Ende der Gesetzesinitiative oder des Fortschritts der Kryptoindustrie.
Der US-Senat plant, am Freitag, den 7. August, in die Sommerpause zu gehen und am 14. September zurückzukehren. Nach den Regeln des Senats müssen die Gesetzgeber bis Mittwoch, den 5. August, einen Antrag auf Schließung des CLARITY-Gesetzes stellen, damit das Gesetz vor der Pause zur Abstimmung kommen kann.
Krypto ohne Klarheit
Ein Scheitern in dieser Woche würde das Gesetz nicht unbedingt beenden. Hougan erwartet, dass die Gesetzesinitiative in einen „Walking Dead“-Zustand übergeht, was zu neuen Bemühungen führen könnte, es im September oder während einer Lame-Duck-Session im Dezember zu verabschieden. Der Kongress kombiniert oft mehrere Maßnahmen in einem Jahresend-Gesetzespaket, was eine weitere Möglichkeit für das Gesetz bietet.
Für Hougan ist das größere Problem die Unsicherheit, die dies für Investoren bedeutet. Einige professionelle Investoren zögern, in Kryptowährungen zu investieren, solange das Ergebnis des CLARITY-Gesetzes unklar ist. Sie könnten abwarten, ob das Gesetz verabschiedet wird oder nicht und wie die Märkte darauf reagieren.
Falls das Gesetz diese Woche nicht verabschiedet wird, könnte laut Hougan ein starker Rückgang der Polymarket-Wahrscheinlichkeiten tatsächlich dazu beitragen, diese Unsicherheit zu beseitigen. Der Markt könnte zunächst schwanken, aber ein klareres Ergebnis könnte die Kryptowährungen besser für eine Rallye im Herbst positionieren.
Hougan sieht die Securities and Exchange Commission (SEC) als einen weiteren möglichen Weg für die Branche. Der Vorsitzende Paul Atkins sagte kürzlich, dass die Behörde bereit sei, Regeln einzuführen, die die gleichen Themen wie das CLARITY-Gesetz abdecken. Diese Regeln könnten kurzfristig unterstützender für Krypto und Innovation sein als ein parteiübergreifendes Gesetz. Das Risiko besteht darin, dass eine zukünftige Regierung einen weniger unterstützenden SEC-Vorsitzenden ernennen und diese Richtlinien rückgängig machen könnte.
Trotzdem betonte Hougan, dass die Kryptoindustrie bereits zu viel Schwung aufgebaut hat, als dass ein zukünftiger Regulierer ihren Fortschritt stoppen könnte. Er verwies auf den Bitcoin-ETF von BlackRock, die Bemühungen von Nasdaq und JPMorgan zur Tokenisierung von Vermögenswerten sowie auf die Arbeit von Visa, Mastercard, Stripe und Coinbase an einer Stablecoin-Plattform. Auch Robinhoods Blockchain, die mit DeFi-Anwendungen wie Uniswap und Morpho verbunden ist, wurde erwähnt.
Die Branche gewinnt auch innerhalb des US-Bankensystems an Stärke. Zum Beispiel hat das Office of the Comptroller of the Currency Trust-Charts an Circle, Ripple, Paxos und andere Unternehmen vergeben. Außerhalb der USA verfolgen Regierungen, darunter die in der Europäischen Union, Japan und Russland, ebenfalls pro-krypto Gesetzgebung.
Hougan verglich die Situation mit der frühen Entwicklung des Internets. Der Kongress konnte 1994 keine bedeutende Telekommunikationsreform vorantreiben, aber das Internet expandierte weiter. Unternehmen wie Netscape, Amazon und eBay entstanden, und die Anzahl der Websites wuchs schnell. Schließlich verabschiedete der Kongress das Telekommunikationsgesetz von 1996.
Langfristige Auswirkungen
Hougan äußerte sich zu einem Zeitpunkt, an dem auch andere Vertreter der Kryptoindustrie auf die breiteren regulatorischen Auswirkungen hingewiesen haben, die das CLARITY-Gesetz haben könnte. Chris Dixon von Andreessen Horowitz sagte kürzlich, dass das Gesetz dazu beitragen könnte, einen weiteren FTX-Skandal zu verhindern, indem es den Regulierungsbehörden eine klarere Aufsicht über Krypto-Börsen ermöglicht und Regeln zu Offenlegung, Betrug und Insiderhandel festlegt.
Dixon erklärte, dass der Markt außerhalb von Stablecoins, den er auf etwa 85% des Marktes schätzt, immer noch einen umfassenden föderalen Regulierungsrahmen vermisst. Zudem gehen große Banken und Fintech-Unternehmen über Experimente hinaus, mit bedeutenden Blockchain-Implementierungen, die bereits live sind oder erwartet werden.
Obwohl Behörden wie die SEC und die CFTC viele Probleme angehen können, bietet die Gesetzgebung laut Dixon, falls CLARITY nicht verabschiedet wird, dauerhaftere Regeln und gibt Unternehmen mehr Vertrauen, langfristige Investitionen zu tätigen.

