Warum sich Alibaba-Chef Jack Ma plötzlich für eine 12-Stunden-Woche ausspricht

• Jack Ma spricht sich für kurze Arbeitstage aus
• Künstliche Intelligenz verschafft den Menschen Abhilfe
• Bildungssystem Schlüssel zur Zukunft

Noch vor Kurzem Befürworter von 12-Stunden-Tagen

Jack Ma ist in der Öffentlichkeit als Arbeitstier bekannt. Innerhalb von 20 Jahren machte er die E-Handelsplattform Alibaba zu Chinas Antwort auf den Handelsgiganten Amazon. Dabei sprach er sich in der Vergangenheit für die vor allem in der chinesischen Techbranche weit verbreitete Praxis der 72-Stunden-Woche aus. Diese wird auch als 9-9-6-Woche bezeichnet, also 12 Stunden 6 Tage die Woche. Einem Blogeintrag zufolge bezeichnete Ma diese Art der Arbeitskultur gar als "Segen" und besonders interessant für junge Leute.

Neuer Trend: 12-Stunden-Woche

Nun erklangen vonseiten des Unternehmers jedoch ganz andere Töne. So erklärte der Alibaba-Chef auf der Internationalen Messe zu Künstlicher Intelligenz in Shanghai kürzlich, dass er künftig das Modell einer 12-Stunden-Woche durchaus für realistisch halte. Möglich werde dies seiner Meinung nach durch die Fortschritte im Bereich von Künstlicher Intelligenz: "Ich glaube, dank Künstlicher Intelligenz werden Menschen mehr Zeit haben, einfach ihre Zeit als Mensch zu genießen". Um sich diese Entwicklungen allerdings zu Nutze zu machen, sei es unbedingt nötig, dass weltweit mehr in die Bildung investiert werde: "In den nächsten 10, 20 Jahren sollte jeder Mensch, jedes Land, jede Regierung sich darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass Kinder eine Arbeit finden können, eine Arbeit, die lediglich eine 3-Tage-Woche mit 4 Stunden täglich erfordert", wie Bloomberg Ma zitiert.

Kreativität wird unabdingbar

Das bisherige Bildungssystem halte Ma im Übrigen für nicht mehr zeitgemäß. Da Maschinen immer besser darin werden würden, verschiedene repetitive Fähigkeiten zu erlernen, sei gefordert, dass jungen Menschen vermehrt beigebracht werden sollte, kreativ zu sein. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Alibaba-Mitgründer für die Bedeutung eines guten Bildungssystems ausspricht. Schon in der Vergangenheit betonte er, dass Menschen sich auf Fähigkeiten konzentrieren müssten, die für Maschinen nicht erlernbar seien, da diese sie sonst überflüssig machen könnten. So bekräftigte er in Shanghai erneut: "Wenn wir das Bildungssystem, in dem wir uns befinden, nicht verändern, werden wir alle in Schwierigkeiten stecken".

Kritischere Meinung in der Vergangenheit

Im Allgemeinen gab sich der Unternehmer gegenüber Künstlicher Intelligenz bei der Messe positiv und betonte die Vorteile, die die Technologie der Menschheit bringen werde. Dies war in der Vergangenheit jedoch nicht immer der Fall. So hatte Ma beim Weltwirtschaftsforum Anfang dieses Jahres prognostiziert, dass Fortschritte im Bereich der KI und maschinellem Lernen zu einem Ausbruch des dritten Weltkriegs führen könnten. Um dies zu vermeiden, sei eine noch "inklusivere" Globalisierung vonnöten, bei der mehr Entwicklungsländer, kleine Unternehmen und junge Menschen miteinbezogen werden sollten.

Konjunktur/Wirtschaft
[finanzen.net] · 04.09.2019 · 07:06 Uhr
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