Warum ausgerechnet Corona dem BVB einen Top-Spieler für eine weitere Saison sichern könnte

• Corona-Pandemie legt europäischen Fußball vollständig lahm
• Vereine durch fehlende Einnahmen finanziell angeschlagen
• Trotz großem internationalem Interesse an BVB-Star Jadon Sancho, ist ein erfolgreicher Transfer fraglich

Der Fußballwelt steht das Sommer-Transferfenster bevor. Im Jahr 2019 flossen in diesem Zeitraum hohe Beträge für etwaige Spielerwechsel zwischen den Clubs hin und her. Laut Statista beliefen sich die Gesamtausgaben der ersten Bundesliga auf 742 Millionen Euro. Damit belegt Deutschlands Primus allerdings nur Platz vier innerhalb von Europa. Spitzenreiter war die englische Premier League mit 1,55 Milliarden Euro. Insgesamt kamen die fünf europäischen Top-Ligen auf einen Betrag von über 5,46 Milliarden Euro. Ob die Vereine auch dieses Jahr das Geld so locker sitzen haben, ist fraglich.

Corona-Pandemie beeinflusst Spitzentransfers

Was schon vorher klar war, wird jetzt umso deutlicher: Im modernen Profi-Fußball ist Geld das Maß aller Dinge. Es fließt lebenserhaltend durch die Adern der Top-Ligen, wie das Blut durch den Körper eines Menschen. Und wie das Coronavirus eine Person befällt und schwächt, so hat es auch die Vereine infiziert. Der Spielbetrieb liegt brach. Die Clubs kommen aus ihrem metaphorischen Krankenbett vorerst nicht heraus. Neue Einnahmen fließen nur gemäßigt in die Kassen - dabei sind die Reserven sind knapp.

Die großen Geldquellen sind erloschen. Wie die Süddeutsche Zeitung beschreibt, ist der Fußball auf einen ständig laufenden Wettbewerb angewiesen. Ohne Spiele gibt es keine gefüllten Stadien. Dadurch bleiben die Fanshops leer und die Fernsehkameras ausgeschaltet. Infolgedessen bezahlen die TV-Sender keine üppigen Honorare mehr. Am Ende fehlen den Vereinen diese Einnahmen, um die Gehälter der Spieler, Manager und Mitarbeiter zu bezahlen.

Für die kommende Transferperiode steht somit weniger Kapital zur Verfügung. Experten rechnen deshalb mit rückläufigen Ausgaben. Michael Rummenigge, Ex-Nationalspieler und Bruder von Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge, erklärt in seiner Kolumne auf der Website SPORTBUZZER, dass die Vereine aufgrund der Corona-Krise zum Sparen gezwungen seien. Seiner Meinung nach, wird es deshalb erstmal keine Transfermeldungen geben und schon gar nicht über einen Betrag von 120 Millionen Euro.

Jadon Sancho: das Juwel der Bundesliga

Mit einem aktuellen Marktwert von 130 Millionen Euro ist der Dortmunder Profi Jadon Sancho der wertvollste Spieler der Bundesliga. 14 Tore und 16 Vorlagen in 23 Ligaspielen bestätigen die sehr gute Form des Offensivmanns. Dementsprechend ist der 19-Jährige auch international heiß begehrt. Sein Vertrag bei Borussia Dortmund läuft nach Angaben von Transfermarkt.de noch bis zum 30. Juni 2022. Ob er diesen jedoch voll erfüllen wird, bleibt ungewiss. Schon im Winter war über einen Wechsel in die Premier League spekuliert worden. Laut der Internetseite Fussballtransfers.com sollen bereits Manchester United und Manchester City mit Angeboten um die 110 Millionen Euro gelockt haben. Real Madrid, Paris Saint-Germain und Chelsea haben sich inzwischen offenbar ebenfalls an der Bieterrunde beteiligt.

Wahrscheinlichkeit eines Verbleibs steigt

Trotz des großen Wettstreits um eine Verpflichtung von Jadon Sancho ist ein Verbleib des Superstars in Dortmund wahrscheinlicher geworden. Das Nachrichtenportal Daily Mail berichtet, dass die englischen Top-Klubs der Premier League ihre Transferausgaben voraussichtlich drosseln müssen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Schieflage könnten die Vereine bei zu hohen oder gar verschwenderischen Ausgaben, eine negative Gegenreaktion aus der Gesellschaft erhalten. Dadurch würde der Transfer von Jadon Sancho gefährdet werden.

Außerdem stellen die fehlenden Einnahmen durch den stillgelegten Spielbetrieb ohnehin eine Hürde dar. Der Reichtum der Premier League basiert vor allem auf den Fernsehgeldern. Für eine erfolgreichen Spielerwechsel müssten unter Umständen zusätzlich die Investoren und Eigentümer der englischen Vereine einspringen. Deren finanzielle Ausstattung könnte aber ebenfalls angekratzt sein. Die Aktienkurse sind in den vergangenen Wochen global gefallen. Es ist deshalb denkbar, dass die Vermögen der Klubbesitzer auch abgenommen haben. Wenn selbst die privaten Kassen nicht prall gefüllt sind, liegen weitere Zuschüsse und Investitionen nicht nahe.

Die ungewisse wirtschaftliche Situation könnte dem BVB also bei der Personalie Jadon Sancho zugutekommen. Vermutlich war ein Verbleib des Superstars bei Dortmund in jüngster Zeit noch nie so wahrscheinlich wie jetzt.

Nebenwerte
[finanzen.net] · 24.03.2020 · 15:56 Uhr
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