Warum Apple einen kleinen Reparaturbetrieb in Norwegen verklagte – und verlor!

Wenn es um die eigenen Markenrechte geht, zeigt sich Apple oftmals sehr verbissen. So befand sich etwa das Bonner Cafe Apfelkind lange in rechtlichen Auseinandersetzungen mit der kalifornischen Firma. Der chninesische Konzern Pear Technology wurde zudem per Klage darin gehindert, ein neues Logo markenrechtlich zu schützen – obwohl dort kein Apfel, sondern eine Birne zu sehen war. Der Norweger Henrik Huseby hingegen betreibt lediglich einen kleinen Laden, in dem Smartphones repariert werden. Besonders anfällig sind oftmals die Displays. Weil Originalteile allerdings sehr teuer sind, bestellte der Shop-Besitzer neue Displays bei einem asiatischen Anbieter. Dieser druckte, an einer für den Kunden nicht sichtbaren Stelle, auch das bekannte Apfel-Logo auf die Displays.

iPhone 6
Bild: Apple iPhone 6 mit NFC Technik via The Verge

Der Shop spielte stets mit offenen Karten

Für Huseby wurde dies zum Problem. Denn zunächst meldete sich der Zoll und dann die Anwälte von Apple. Diese forderten, bei der Reparatur lediglich offiziell über Apple bestellte Displays zu nutzen. Zusätzlich sollte der Shop-Betreiber 2.900 Euro an Apple zahlen. Doch Huseby weigerte sich und wurde daher verklagt. Ein norwegisches Gericht hat nun aber in erster Instanz dem Reparatur-Service recht gegeben. Denn dieser konnte nachweisen, dass er nicht vorgibt, von Apple autorisiert zu sein. Außerdem werden die aus Asien bestellten Displays nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden hin eingebaut. Hinzu kam: Huseby hatte die Apfellogos zusätzlich noch mit einem Stift unkenntlich gemacht. Für die Kunden war also klar: Eingebaut wurde kein original Apple-Teil.

Unabhängige Reparaturen sind in der Regel erlaubt

Neben der konkreten Problematik geht es in dem Rechtsstreit aber auch um eine größere Frage: Dürfen unabhängige Anbieter Apple Smartphones reparieren oder ist dies lediglich Betrieben vorbehalten, die am Authorized-Service-Provider-Programm des Konzerns teilnehmen? Die Richter in Norwegen urteilten nun eindeutig: Die Reparatur ist jedem erlaubt, sofern die Markenrechte nicht verletzt werden. Im Falle der Displays war dies demnach nicht der Fall. Apple hat aber bereits angekündigt, Einspruch gegen das Urteil einlegen zu wollen. Zu weiteren Details gab der Konzern hingegen keinen Kommentar ab. Es bleibt also abzuwarten, wie der Rechtsstreit in der nächsten Instanz ausgeht. Auf Deutschland lässt sich das Urteil zudem nicht direkt übertragen, weil hierzulande eine andere Gesetzgebung existiert.

Via: Motherboard

Apple / Smartphone
[trendsderzukunft.de] · 16.04.2018 · 12:52 Uhr
[1 Kommentar]
 
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