Warnung vor dem Zerfall der regelbasierten Weltordnung: Friedensgutachten 2026
Ein besorgniserregender Trend
Die aktuellen Erkenntnisse des Friedensgutachtens 2026, präsentiert von vier deutschen Friedensforschungsinstituten, zeichnen ein alarmierendes Bild der weltweiten politischen Landschaft. Demokratien sind unter Druck: Nur noch sieben Prozent der globalen Bevölkerung leben in freien demokratischen Systemen, was die Fragilität der politischen Ordnung unterstreicht. Der Konfliktforscher Conrad Schetter hebt hervor, dass sowohl die Anzahl als auch die Qualität dieser Demokratien weltweit abnehmen.
Die Krise der Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen (UN) stehen dem Gutachten zufolge vor einer strukturellen Krise, die ihre Handlungsfähigkeit stark beeinträchtigt. Rivalitäten zwischen Großmächten blockieren wesentliche Entscheidungsprozesse, insbesondere im Sicherheitsrat. Diese Situation wird durch finanzielle Kürzungen und konkurrierende politische Formate weiter verschärft, was die Autorität der UN untergräbt. Trotz dieser Herausforderungen gibt es laut den Wissenschaftlern keine tragfähige Alternative zu den UN, was die Bundesregierung dazu aufruft, sich gemeinsam mit anderen Staaten für eine stabile Finanzierung und Reformen einzusetzen.
Rekordzahl an Konflikten
Der Zeitraum von 2021 bis 2024 gilt als die gewalttätigste Phase seit dem Ende des Kalten Krieges, mit 61 bewaffneten Konflikten in 36 Ländern, an denen mindestens ein staatlicher Akteur beteiligt war. Die Zahl der Vertriebenen hat im April 2025 die Marke von 120 Millionen überschritten. Militärische Gewalt hat sich als reguläres Mittel internationaler Politik etabliert, wobei Regierungen zunehmend wie staatliche Warlords agieren, die internationale Regeln missachten.
Auswirkungen auf die Entwicklungszusammenarbeit
Die Herausforderungen in der internationalen Politik haben auch direkte Auswirkungen auf die Entwicklungszusammenarbeit. Drastische Kürzungen in der humanitären Hilfe gefährden die Stabilität fragiler Staaten und erschweren die Prävention von Gewaltkonflikten. Um Frieden zu sichern, sind glaubwürdige Sicherheitsgarantien und ein kontrollierter Umgang mit Sanktionen notwendig. Die Forscher betonen, dass Waffenstillstände allein keinen dauerhaften Frieden garantieren können.
Fazit
Das Friedensgutachten 2026, herausgegeben von renommierten Instituten wie dem Bonn International Centre for Conflict Studies und dem Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung, fordert eine dringende Neubewertung der internationalen Zusammenarbeit und eine Stärkung der UN. Für Investoren und Unternehmen ist es entscheidend, die geopolitische Stabilität im Auge zu behalten, da diese Faktoren direkt die Wettbewerbsfähigkeit und den Shareholder Value beeinflussen können.

