Warnstreik an Unikliniken: Ärzte fordern mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen
Patientinnen und Patienten an Unikliniken in ganz Deutschland müssen sich am Dienstag (30. Januar) auf Einschränkungen einstellen. Der Marburger Bund, die Gewerkschaft der Ärztinnen und Ärzte, hat mehr als 20.000 Mediziner zu einem Warnstreik aufgerufen. Die zentrale Kundgebung findet um 13.00 Uhr in Hannover statt und es werden mehrere Tausend Teilnehmende erwartet.
Die Forderungen der Gewerkschaft sind klar: 12,5 Prozent mehr Lohn für die Ärzte sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. In drei Verhandlungsrunden konnte bisher keine Einigung mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) erzielt werden.
Auch die beiden niedersächsischen Unikliniken, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Universitätsmedizin Göttingen, sind von dem Streik betroffen. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten, insbesondere die Notfallversorgung, ist laut Universitätsmedizin Göttingen gewährleistet. Es kann jedoch zu Verzögerungen und Terminausfällen kommen. An der MHH ist bereits um 11.30 Uhr eine Protestaktion geplant.
Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen, ist der Meinung, dass die Arbeitsbedingungen an den Unikliniken der Patientenversorgung schaden. Es sei dringend notwendig, die Attraktivität der Unikliniken als Arbeitgeber zu erhöhen, um mehr Ärztinnen und Ärzte anzulocken. Das Grundgehalt für Mediziner an den Unikliniken liegt laut Gewerkschaft bei höherer Arbeitszeit 200 bis 600 Euro unter dem der kommunalen Krankenhäuser.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bedauerte das Scheitern der letzten Verhandlungsrunde und zeigte sich kompromissbereit. Monika Heinold (Grüne), Finanzministerin von Schleswig-Holstein und Verhandlungsführerin der TdL, betonte, dass die Wertschätzung für die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken auch in finanzieller Hinsicht zum Ausdruck kommen solle. (eulerpool-AFX)

