Wachstum der Aquakulturen: FAO-Bericht zeigt Rekordproduktion von 235 Millionen Tonnen

Rekordproduktion in der Fischerei und Aquakultur
Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln aus aquatischen Quellen, sei es aus natürlichen Gewässern oder Aquakulturen, nimmt stetig zu. Laut dem aktuellen Bericht der Welternährungsorganisation FAO wird die weltweite Produktion im Jahr 2024 voraussichtlich einen neuen Höchststand von 235 Millionen Tonnen erreichen. Diese Zahl setzt sich aus 195 Millionen Tonnen Wassertieren und 40 Millionen Tonnen Algen zusammen, wie Manuel Barange, der FAO-Direktor für Fischerei und Aquakultur, auf einer Konferenz in Mombasa erklärte.
Bedeutung der Aquakultur für die Nahrungsmittelversorgung
Besonders bemerkenswert ist das Wachstum der Aquakultur, die erstmals die symbolische Marke von 100 Millionen Tonnen bei der Produktion von tierischen Arten überschreitet. Dies entspricht einem Anstieg von 8,4 Prozent im Vergleich zu vor zwei Jahren. Die Fangfischerei hingegen verzeichnete einen moderaten Anstieg von 1,7 Prozent und erreicht 92 Millionen Tonnen. Diese Entwicklung zeigt, dass Nahrungsmittel aus dem Meer eine zunehmend zentrale Rolle in der globalen Ernährung spielen, da das Angebot an Lebensmitteln aus Wassertieren seit 1961 doppelt so schnell gewachsen ist wie die Weltbevölkerung.
Asien als Zentrum der Aquakultur
Die Produktion aus Aquakulturen ist überwiegend in Asien angesiedelt, wobei 89 Prozent der weltweiten Aquakulturproduktion von Wassertieren aus dieser Region stammen. China nimmt dabei eine führende Rolle ein. Dennoch bleibt die Meeresfischerei für die Ernährung und den Lebensunterhalt von Millionen Menschen unerlässlich. Diese Dynamik bietet Investoren Chancen, sich in einem wachsenden Markt zu positionieren und von der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Nahrungsmitteln zu profitieren.
Herausforderungen der Nachhaltigkeit
Trotz des positiven Wachstums gibt es ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Meeresfischerei. Barange wies darauf hin, dass schätzungsweise 62,4 Prozent der globalen Fischbestände innerhalb biologisch nachhaltiger Grenzen befischt werden, während fast 38 Prozent überfischt sind. Dies stellt eine ernsthafte Bedrohung für die langfristige Verfügbarkeit von Meeresressourcen dar. Besonders kritisch ist die Situation vor der nordwestafrikanischen Küste, wo über 50 Prozent der Bestände überfischt werden.
Fazit: Chancen und Risiken für Investoren
Die FAO hebt hervor, dass während mehr als 90 Prozent der bedeutenden kommerziellen Thunfischbestände nachhaltig befischt werden, andere Arten wie der Atlantische Lachs unter Überfischung und Umweltveränderungen leiden. Für Investoren ist es entscheidend, diese Entwicklungen im Auge zu behalten, da sie sowohl Chancen als auch Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit und den Shareholder Value von Unternehmen in der Fischerei- und Aquakulturbranche darstellen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen könnte nicht nur die Branche stärken, sondern auch die Standortattraktivität für zukünftige Investitionen erhöhen.

