VW-Aufsichtsrat zündet Überlebenskampf – Zwickau muss Kosten senken oder stirbt

Stellenabbau eskaliert – Kapazitäten zu hoch, Nachfrage zu niedrig
Volkswagen streicht konzernweit weitere 50.000 Jobs, zusätzlich zu den bereits vereinbarten 50.000 deutschen Stellen bis 2030. Ende 2025 beschäftigte der Konzern weltweit knapp 663.000 Menschen, davon rund 284.000 in Deutschland. Der Aufsichtsrat registrierte eine europäische Überkapazität von 500.000 Fahrzeugen. Für Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm gibt es ab 2031 keine gesicherte Folgebelegung.
Gewerkschaft und Betriebsrat am Zug – nicht nur der Vorstand
Werner Olle vom Chemnitz Automotive Institute sieht nicht nur den Vorstand in der Pflicht. Gewerkschaft und Betriebsrat müssten eine individuelle Zukunftsvereinbarung für Zwickau schnüren, um Arbeitskosten zu senken. Das Modell sei in den 1990er Jahren bereits erfolgreich gewesen. Wer das verweigert, trägt Verantwortung für das Werk, nicht für irgendwelche Parolen.
Kreislaufwirtschaft rettet keine 10.000 Arbeitsplätze
Der neue Bereich Kreislaufwirtschaft in Zwickau schafft nur für einen Bruchteil der bisherigen Belegschaft Perspektiven und entlastet kaum Zulieferer. Rüstungsproduktion passt nicht zum Großserien-Werk. Der einzig realistische Weg bleibt: Autos bauen. Alles andere ist Wunschdenken.
Stellantis zeigt den Weg – chinesische Modelle mit deutschem Know-how
Stellantis baut in Saragossa ein von Opel und Leapmotor entwickeltes vollelektrisches SUV. Das spart Entwicklungszeit und senkt Produktkosten. Olle empfiehlt VW und Audi dasselbe Modell: eigene Fabriken für chinesische Partner-Modelle statt chinesische Fahrzeuge ohne deutsche Wertschöpfung. Bis 2030 bleibt dafür noch Zeit.
Zwickau ist bereit – Emden und Wolfsburg haben denselben Fehler gemacht
Zwickau war Pilotwerk für E-Mobilität und ist jetzt Pilotwerk für Circular Economy. Das Werk hat bewiesen, neue Herausforderungen stemmen zu können. Olle kritisiert die überstürzte E-Auto-Kapazitätsexpansion ohne Marktabfrage. Emden und Wolfsburg kämpfen jetzt um dieselben zu großen Anlagen. Der Markt entscheidet, nicht Subventionen oder Planwirtschaft.
Fazit für Investoren – harte Schnitte oder harte Realität
Wer baut, hat recht. Wer verwaltet, soll dienen. VW muss jetzt Kosten senken, Partnerschaften eingehen und Überkapazitäten abbauen. Alles andere verschiebt den Kollaps nur. Der Steuerzahler wird nicht für weitere Fehlplanungen geradestehen.

