Vollbremsung und Kehrtwende: Warum Daimler wieder Batteriezellen produzieren wird

Der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche scherzte lange Zeit: Sein Konzern, sei der einzige, der jemals mit Elektroautos Geld verdient habe. Der Hintergrund: Unter Zetsches Führung investierte der Konzern in den Elektroautopionier Tesla – und verkaufte das Aktienpaket später mit hohem Gewinn. In der Anfangsphase der Zetsche-Ära war auch Daimler im Bereich der Elektroautos sehr aktiv. So wurde der Smart schon recht früh auch in einer Elektroversion angeboten. Auch eine elektrifizierte B-Klasse hatte das Unternehmen im Angebot. Die dafür benötigten Batteriezellen wurden in einem eigenen Werk im sächsischen Kamenz produziert. Ähnliche wie beim großen deutschen Konkurrenten BMW fuhr die neue Antriebstechnik aber vor allem Verluste ein. Zetsche entschied daher: Die Produktion von Batteriezellen wird gestoppt. Stattdessen wurden die Produkte seitdem in Asien eingekauft. Aus dem einstigen Elektroauto-Vorreiter ist daher nun ein Nachzügler geworden.

Foto: Mercedes

Kompromiss sollen zukünftig der Vergangenheit angehören

So lag der Absatz der rein elektrischen Fahrzeuge bei Mercedes im 1. Halbjahr 2021 bei lediglich 3,3 Prozent des gesamten Absatzes. Selbst wenn man die nicht unumstrittenen Hybrid-Antriebe mit einberechnet, ergibt sich mit 10,3 Prozent ein keineswegs überragender Wert. Zwar hat der Daimler-Konzern inzwischen einige reine Elektroautos im Angebot. Diese basieren allerdings noch auf Mischplattformen. Oder anders ausgedrückt: Es handelt sich um eine Kombination aus altem Fahrzeugdesign mit neuer Antriebstechnik. Dadurch allerdings müssen immer wieder Kompromisse gemacht werden, die dafür sorgen, dass die Daimler-Fahrzeuge bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit nicht zur Spitzenklasse zählen. Das aber kann nicht der Anspruch eines Premium-Herstellers sein. Der neue Daimler-Chef Ola Källenius hat daher nun eine neue Strategie verkündet: Ab dem Jahr 2025 sollen alle neuen Fahrzeugarchitekturen nur noch rein elektrisch funktionieren.

Massive Investitionen sollen den Umbruch beschleunigen

Dies würde bedeuten, dass ab dem Jahr 2028 die neuen Generationen von S- und C-Klasse nur noch elektrisch fahren. Theoretisch könnte der Daimler-Konzern dann ab Ende des Jahrzehnts vollständig auf die Elektromobilität umsteigen. Ein konkretes Enddatum für Verbrennungsmotoren will der neue Daimler-Chef aber noch nicht benennen. Dies hänge auch von den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab, so die Argumentation. So oder so wird der Anteil an verkauften Elektroautos bei Daimler in den nächsten Jahren aber stark zunehmen. Dies bedeutet auch: Der Konzern wird mehr Batteriezellen benötigen. Deswegen legt Källenius auch in diesem Punkt eine Kehrtwende hin. Gemeinsam mit Partnern sollen weltweit insgesamt acht Zellfabriken mit einer Gesamtleistung von 200 Gigawatt errichtet werden. Möglich werden soll dies durch eine massive Erhöhung des Investitionsbudgets. So sollen in den nächsten acht Jahren rund vierzig Milliarden Euro in die Elektromobilität investiert werden.

Via: Handelsblatt

Auto / Batteriezellen
26.07.2021 · 12:11 Uhr
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