Volkswagen: Verkaufszahlen unter Druck – Chancen im Elektrosegment

Verkaufszahlen im Rückgang
Der Volkswagen-Konzern steht weiterhin vor der Herausforderung schwacher Verkaufszahlen, insbesondere auf dem wichtigen chinesischen Markt. Im zweiten Quartal wurden weltweit lediglich 2,08 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken ausgeliefert, was einem Rückgang von fast 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da sie eine noch stärkere Abnahme als im vorherigen Quartal darstellt, wo ein Minus von 4 Prozent verzeichnet wurde.
Kernmarke Volkswagen stark betroffen
Besonders die Kernmarke Volkswagen kämpft mit einem Rückgang der Auslieferungen um 14 Prozent auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. Audi konnte den Rückgang mit einem Minus von 8,2 Prozent auf 367.000 Autos etwas abmildern. Der Sportwagenhersteller Porsche meldete im ersten Halbjahr einen Rückgang von 16 Prozent, der im zweiten Quartal sogar auf 18 Prozent anstieg, was die Auslieferungen auf 61.300 Fahrzeuge drückte. Im Gegensatz dazu konnte Skoda ein Plus von fast 5 Prozent auf knapp 284.000 Autos verzeichnen.
Herausforderungen im China-Geschäft
Das schwächelnde Geschäft in China bleibt ein zentrales Problem für Volkswagen. Die Verkaufszahlen brachen dort um mehr als ein Drittel ein und erreichten nur noch 424.300 Fahrzeuge. Marco Schubert, Vertriebsvorstand bei Audi und verantwortlich für das gesamte Vertriebsressort, betont die anhaltenden Herausforderungen in diesem Markt. Trotz erster positiver Impulse durch neu eingeführte, lokal entwickelte Elektrofahrzeuge konnte sich VW nicht von der rückläufigen Gesamtmarktentwicklung abkoppeln.
Positive Entwicklung in Nordamerika und Europa
In Nordamerika hingegen zeigt sich ein positiver Trend, trotz der neuen Zölle, die von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführt wurden. Dort wurden 242.000 Autos ausgeliefert, was einem Anstieg von fast 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch in Europa konnte Volkswagen zulegen; in Westeuropa wurden über 900.000 Fahrzeuge abgesetzt, was einem Plus von knapp 2 Prozent entspricht. Besonders im Bereich der Elektrofahrzeuge zeigt sich ein erfreuliches Wachstum: In Europa stieg die Nachfrage nach E-Autos um fast 6 Prozent auf über 200.000 Fahrzeuge.
Auftragsbestand für Elektrofahrzeuge wächst
Ein besonders positiver Aspekt ist der Anstieg der Bestellungen für die neuen Elektro-Einstiegsmodelle von VW, Skoda und Cupra, wie den ID. Polo. Schubert berichtet von mehr als 54.000 Bestellungen, was die Erwartungen deutlich übertrifft. Der Auftragsbestand für vollelektrische Fahrzeuge in Europa hat sich seit Ende des letzten Jahres um mehr als 50 Prozent erhöht, wobei fast ein Drittel dieses Bestands auf reine Batterieautos entfällt. Dies könnte ein entscheidender Faktor für das zukünftige Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen sein.

