Volkswagen-Aktie schließt im Plus: VW erhält EU-Genehmigung für Europcar-Übernahme - Vergleich im Dieselskandal

Volkswagen hat von der EU-Kartellbehörde grünes Licht für die Übernahme des Autovermieters Europcar erhalten.
Auflagen für den Erwerb durch ein von dem Wolfsburger Konzern angeführtes Konsortium gebe es keine, heißt es in der VW-Mitteilung. Die französische Finanzmarktaufsicht habe das Ende der initialen Annahmefrist für das Übernahmeangebot auf den 10. Juni 2022 festgelegt.

Das Konsortium Green Mobility Holding will mehr als 90 Prozent der Aktien der Europcar Mobility Group erwerben. Wie bereits angekündigt, erhöht sich der Angebotspreis auf 0,51 Euro pro Aktie, wenn mehr als 90 Prozent der Aktien und Stimmrechte der Europcar Mobility Group angedient werden. Sind es weniger, erhalten diejenigen Aktionäre, die das Angebot angenommen haben, 0,50 Euro pro Aktie.

Die Volkswagen-Aktie zeigte sich im XETRA-Handel letztendlich 2,41 Prozent im Plus bei 151,34 Euro.

VW schließt Millionenvergleich bei Massenklage im Dieselskandal

Der Automobilkonzern Volkswagen hat nach einer britischen Massenklage im Dieselskandal einen Vergleich in Höhe von rund 227 Millionen Euro (193 Mio Pfund) geschlossen. Geklagt hatten mehr als 90 000 Besitzer von Diesel-Fahrzeugen der Volkswagen-Marken VW, Audi, Seat und Skoda wegen manipulierter Emissionsdaten. Das Verfahren, das im Januar 2023 am Londoner High Court verhandelt werden sollte, gilt als größte je vor einem englischen Gericht vorgebrachte Sammelklage.

Im Rahmen des Vergleichs seien keinerlei Eingeständnisse von Haftung, Kostenverursachung oder Verlust gemacht worden, betonte der Konzern in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Klägerseite am Mittwoch. Zugleich entschuldigte sich VW aber bei seinen Kunden für den Einbau der Manipulationssoftware und erklärte, deren Vertrauen zurückgewinnen zu wollen. "Der Vergleich ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Volkswagen Group, um die zutiefst bedauerlichen Vorfälle bis zum September 2015 hinter sich zu lassen", sagte VW-Chefjurist Philip Haarmann der Mitteilung zufolge.

Der Geschäftsführer der Anwaltsfirma Slater and Gordon, die etwa 70 000 Kläger vertrat, zeigte sich "immens stolz" auf das Ergebnis. "Der Vergleich macht einen langen, komplexen und teuren Gerichtsprozess überflüssig, und wir sind erfreut, dass wir diese Einigung für unsere Klienten als Ergebnis der Sammelklage erreicht haben."

Eine sogenannte Abschalteinrichtung hatte bei dem in Millionen Autos verbauten Dieselmotor EA189 erkannt, ob der Wagen in einer Testsituation war. Nur dann war die Stickoxid-Reinigung ganz aktiviert, während auf der Straße ein Vielfaches an Schadstoffen in die Luft geblasen wurde.

FRANKFURT (Dow Jones) / LONDON/WOLFSBURG (dpa-AFX)

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 26.05.2022 · 17:52 Uhr
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