Virgin-Galactic-Aktie tiefrot: Morgan Stanley hält eine Korrektur für überfällig

Virgin Galactic-Aktie mit Kursfeuerwerk seit Börsengang
• Leerverkäufe der Aktie schießen in die Höhe
• Morgan Stanley rät zur Vorsicht

Als erstes Raumfahrtunternehmen, das für touristische Zwecke eingesetzt werden soll, ging Virgin Galactic im Oktober 2019 an die Börse. Gründer und Chairman ist der britische Unternehmer Richard Branson, der sich damit zu der Riege der Self-Made-Milliardäre, die ein Faible für den Weltraum haben, gesellt hat. Denn neben Branson haben auch Amazon-Chef Jeff Bezos mit Blue Origin und Tesla-CEO Elon Musk mit SpaceX ihre eigenen Raumfahrtunternehmen ins Leben gerufen - nur sind diese bisher nicht börsennotiert.

Bei Virgin Galatic läuft's

Doch es scheint, dass nicht nur Branson & Co. Gefallen an der Idee gefunden haben, dass eines Tages Touristen die unendlichen Weiten des Alls besuchen könnten. Auch unter Anlegern scheint diese Idee großen Anklang zu finden. Denn obwohl es nach dem IPO von Virgin Galactic zunächst so aussah, als sei das Unternehmen seiner Zeit voraus - das bisherige Rekordtief der Aktie liegt bei 6,90 US-Dollar - konnte das Papier seitdem um satte 440 Prozent auf zuletzt 37,26 US-Dollar zulegen (Stand ist der Schlusskurs vom 20. Februar 2020). Das aktuelle Rekordhoch des Anteilsscheins wurde erst kürzlich bei 42,49 US-Dollar erreicht.

Bei Morgan Stanley machen sich Zweifel breit

Der kometenhafte Anstieg ruft nun auch erste Skeptiker auf den Plan. So gab Virgin Galactic-Bulle Morgan Stanley jüngst eine Warnung an Investoren aus. Die US-Investmentbank verlautete in einem Kundenbericht, der Business Insider vorliegt: "Eine bescheidene Korrektur ist überfällig und ehrlich gesagt, unserer Meinung nach auch gesund", so Analyst Adam Jonas.

Was den Bullen vorsichtig werden lässt, ist die wachsende Euphorie, mit der der Anteilsschein in jüngster Vergangenheit gehandelt wurde, was wiederum zu einer höheren Volatilität der Virgin Galactic-Aktie führe. Es scheint, der Anteilsschein würde, ähnlich wie der von E-Autobauer Tesla, eher zum Spielball von Spekulanten mutieren.

Immer mehr Shortseller strömen in das Raumfahrtunternehmen

In der Tat legen Daten der Analyse-Firma S3 Partners nahe, dass in den letzten 30 Tagen die Leerverkäufe mit Virgin Galactic-Aktien um 25 Prozent auf 3,4 Millionen Anteilsscheine angestiegen sind, wie Markets Insider schreibt. Damit haben die Shorts des Raumfahrtunternehmens in kürzester Zeit ganz neue Höhen erreicht.

Allerdings hat sich das Geschäft für Shortseller zumindest in diesem Jahr nicht immer gelohnt, zeigen die Zahlen von S3 Partners. Denn diese haben seit Jahresbeginn bisher Verluste in Höhe von 440 Millionen US-Dollar eingefahren. Trotzdem sei es laut S3 Partners-Analytiker Ihor Dusaniwsky bisher noch zu keinem Shortsqueeze gekommen: "Obwohl alle Zeichen auf einen Shortsqueeze deuten, haben bisher keine Leerverkäufer das Handtuch geworfen und ihre Position aktuell aufgegeben".

Vielleicht wendet sich das Blatt jedoch nun für die bisher gebeutelten Shortseller, da Virgin Galactic-Bulle Morgan Stanley angesichts der rasanten Kursrally zu Vorsicht mahnt. Denn die jüngste Performance sei nicht auf jüngste, beschleunigende Ereignisse zurückzuführen. Seit Morgan Stanley im Dezember 2019 begann, den Anteilsschein zu bewerten, hätten eigentlich keine fundamentalen Änderungen stattgefunden. So liegt das Kursziel der US-Investmentbank dann auch bei 22 US-Dollar, also über 40 Prozent unter dem aktuellen Kurs des Anteilsscheins. Das Bullenszenario beziffert Analyst Jonas bei 60 US-Dollar. Besondere Beachtung wird die US-Bank dann jedoch der Quartalsvorlage des Unternehmen am 25. Februar beimessen.

So reagiert die Virgin Galactic-Aktie am Freitag

Die zurückhaltende Einschätzung Morgan Stanleys kam im NYSE-Handel am Freitag nicht gut an: Die Virgin Galactic-Aktie verlor dort 9,10 Prozent auf 33,87 US-Dollar.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 21.02.2020 · 22:18 Uhr
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