USA und Deutschland setzen diplomatische Bemühungen im Gaza-Krieg fort
Die USA und Deutschland setzen ihre diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Gaza-Kriegs fort. US-Außenminister Antony Blinken traf am Dienstag den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Tel Aviv. Währenddessen forderte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock bei ihrem Besuch in Ägypten neue humanitäre Feuerpausen und die Freilassung der entführten Geiseln aus der Gewalt der Hamas.
Baerbock äußerte die Forderung nach einer weniger intensiven Anti-Terror-Operation der israelischen Armee und betonte die Notwendigkeit von humanitären Pausen zur Verteilung von Hilfe an die Menschen in Gaza. Blinken betonte bei seinem Treffen mit Israels Staatspräsident Izchak Herzog die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit zur Stabilisierung und Erholung Gazas sowie zur Festlegung eines politischen Weges für die Palästinenser.
Die USA sind auch darum bemüht, eine Ausweitung des Konflikts auf benachbarte Staaten wie den Libanon zu verhindern. Infolge eines Drohnenangriffs wurde am Montag ein wichtiger Kommandeur der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon getötet. Israel unterstützte den Angriff und betonte die fortwährende Konfrontation zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon.
Der Auslöser des Kriegs war ein Terrorangriff der Hamas und anderer extremistischer Palästinensergruppen auf Israel am 7. Oktober, bei dem etwa 1200 Menschen getötet wurden. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Aufgrund der katastrophalen humanitären Lage und der hohen zivilen Opfer geriet Israel international zunehmend in die Kritik.
Im Rahmen ihrer Nahost-Reise übergab Außenministerin Baerbock Hilfsgüter für die notleidende palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen. Es wurden Isomatten, Decken, Kinderschlafsäcke und Feldbetten für Menschen in Gaza, die in provisorischen Unterkünften leben, bereitgestellt. Baerbock zeigte sich erschüttert von der Not der Menschen im Gazastreifen und forderte einen besseren Zugang zu medizinischer und humanitärer Hilfe.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verlangte erneut eine Feuerpause, um eine bessere Versorgung der Menschen im Gazastreifen zu ermöglichen. Es werden unnötige Amputationen vorgenommen, obwohl die Gliedmaßen gerettet werden könnten. Die Verletzten erreichen die Krankenhäuser oft zu spät aufgrund anhaltender Kämpfe und es fehlen Spezialisten wie Gefäßchirurgen.
Trotz des Gaza-Kriegs sieht US-Außenminister Blinken "echte Gelegenheiten" für eine künftige Annäherung Israels an arabische Staaten in der Region. Er betonte jedoch die Notwendigkeit, dass der Konflikt in Gaza endet und ein praktischer Weg zu einem palästinensischen Staat gefunden wird. Saudi-Arabien hatte zuvor Gespräche über eine mögliche Normalisierung der Beziehungen mit Israel geführt, die von der Hamas, der Hisbollah-Miliz und dem Iran torpediert wurden.
Vizekanzler Robert Habeck sieht angesichts der engen Beziehungen zu Israel eine besondere Rolle Deutschlands im Umgang mit dem Gaza-Krieg. Er spricht sich für Solidarität aus und betont die Notwendigkeit, keine Flächen in Gaza zu bombardieren und die humanitäre Versorgung sicherzustellen, um Hungersnöte zu verhindern. Habeck besucht diese Woche mehrere Länder des Nahen Ostens. (eulerpool-AFX)

