US-Vermittler erstmals in Kiew: Trump-Sondergesandte testet Friedenssondierung
US-Unterhändler brechen mit Protokoll
Zum ersten Mal seit Beginn ihrer Vermittlungsbemühungen reisen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Kiew. Der ukrainische Präsident empfängt sie vor der Sophienkathedrale, während er auf X verkündet, dass Gespräche nun begonnen hätten. Damit endet die einseitige Schwerpunktsetzung auf Moskau, die Selenskyj bereits im April als respektlos kritisiert hatte.
Moskau-Gespräche als Vertrauensbeweis
Am Tag zuvor verbrachten die beiden Unterhändler fast drei Stunden mit Wladimir Putin. Der Kremlchef betont, man habe inzwischen ein komfortables Arbeitsverhältnis aufgebaut. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow hebt die Erfolge der russischen Armee hervor, während unabhängige Beobachter die tatsächliche Lage an der Front weiterhin als unklar einstufen.
Sicherheitsgarantien als Kernforderung
Selenskyj wiederholt seine Bedingung für Verhandlungen: glaubhafte Sicherheitsgarantien und eine Nachkriegsordnung, die der Ukraine Handlungsfreiheit lässt. Die Erwartungen bleiben auf beiden Seiten gering. Die Sicherheitsberater Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens reisen ebenfalls an, ohne dass konkrete Ergebnisse in Aussicht stehen.
Eskalation trotz Verhandlungen
Parallel zu den diplomatischen Bemühungen intensivieren beide Seiten ihren Luft- und Seekrieg. Moskau setzt vermehrt auf ballistische Raketen, Kiew erweitert Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Logistikziele. Im Juli erreichten die zivilen Opferzahlen nach UN-Angaben den höchsten Monatsstand seit Jahren.
Infrastrukturangriffe als Verhandlungstaktik
Vor dem Kiew-Besuch beschoss Russland gezielt die Flughäfen Schuljany und Boryspil, um eine Flug-Ankunft der Amerikaner zu verhindern. Selenskyj wertet dies als Versuch, die Vermittler abzuschrecken. Beide Seiten hatten zuvor zugesagt, die Hauptstädte während der Mission nicht anzugreifen.
Trump bleibt optimistisch
US-Präsident Trump hatte die Mission mit den Worten begründet, man wolle prüfen, ob etwas erreichbar sei. Bisher blieben die Verhandlungen ohne Durchbruch. Washington saß bereits bei Gesprächen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Genf mit am Tisch, bevor die Gespräche wegen der US-Operation im Iran ins Stocken gerieten.
Anreise über polnische Schiene
Nach dem Moskau-Besuch flogen Witkoff und Kushner nach Rzeszow in Polen und setzten die Reise mit dem Zug nach Kiew fort. Damit folgte man dem Standardverfahren für ausländische Politiker, da der zivile Luftverkehr über der Ukraine seit 2022 ruht.

