Angriff auf Frachtschiff

US-Militär: Haben Angriffe gegen Iran durchgeführt

27. Juni 2026, 00:03 Uhr · Quelle: dpa
Nahostkonflikt - Rotes Meer
Foto: Bernat Armangue/AP/dpa
US-Militär meldet Angriffe im Iran. (Archivbild)
Die USA beschuldigen den Iran, ein Schiff in der Straße von Hormus attackiert zu haben - und greifen iranische Ziele an. Was bedeutet das für die Bemühungen um eine dauerhafte Beilegung des Kriegs?

Washington (dpa) - Das US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen den Iran durchgeführt. Dies sei eine Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, die die USA dem Iran zuschrieben, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) mit. Die USA haben demnach aus der Luft iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen angegriffen. 

Es handelt sich um die ersten Angriffe der USA auf iranische Ziele seit Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Teheran zur Beilegung des Kriegs in der vergangenen Woche. 

«Die ungerechtfertigte Aggression iranischer Streitkräfte gegen die Handelsschifffahrt stellte einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar», betonte das US-Militär. Zudem habe es die freie Schifffahrt gefährdet. 

Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in der Nacht zu Samstag Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichteten unter anderem das Staatsfernsehen Irib und der Sender Press TV. Die Stadt in der Provinz Hormusgan liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus und war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen. 

Trump verurteilte den Angriff auf das Schiff bereits zuvor

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran bereits Stunden zuvor vorgeworfen, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Seinen Angaben nach startete der Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach aber seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen.

Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. «Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung», schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. 

Was über den Angriff bekannt ist

Am Donnerstag war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus bekanntgeworden. Nach Angaben des US-Militärs traf der Iran das unter singapurischer Flagge fahrende Handelsschiff mit einer Drohne, als dieses die Straße von Hormus entlang der omanischen Küste verließ. 

Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein «unbekanntes Projektil» habe die Brücke des Schiffes beschädigt. Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. 

Dauerhafte Beilegung des Kriegs nun gefährdet?

Washington und Teheran hatten sich nach mühsamen Verhandlungen zuletzt auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs und Wiederöffnung der für den weltweiten Ölhandel zentralen Straße von Hormus geeignet. Es gilt als Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen, die zunächst auf 60 Tage angesetzt sind. Nach den jüngsten Angriffen war zunächst unklar, was daraus nun wird. 

Die USA wollen bei den vertiefenden Gesprächen vor allem Zugeständnisse des Irans bezüglich dessen umstrittenen Atomprogramms erreichen. Der Iran drängt etwa auf die Freigabe im Ausland eingefrorener Vermögenswerte sowie die Aufhebung von Sanktionen. Die USA setzten in dieser Woche bereits vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl aus.

US-Streitkräfte würden weiter eine sichere Durchfahrt für Handelsschiffe in der Straße von Hormus unterstützen, teilte Centcom nun mit. «Das US-Militär bleibt präsent und wachsam, um sicherzustellen, dass alle Aspekte des Abkommens mit dem Iran eingehalten und befolgt werden und in vollem Umfang wirksam sind.»

Im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die Islamische Republik Anfang März die wichtige Meerenge durch Drohungen und Angriffe für den Schiffsverkehr weitestgehend gesperrt. Die USA reagierten im Verlauf mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen anliefen oder verlassen sollten. Im Zuge des Rahmenabkommens wurden beide Blockaden inzwischen aufgehoben.

Krieg / Konflikte / Schifffahrt / USA / Iran / Oman / Straße von Hormus
27.06.2026 · 00:03 Uhr
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