US-Börsenaufsicht nimmt Tesla erneut ins Visier

• SEC hat Nachfragen zu Angaben im Tesla-Jahresabschluss
• Finanzchef zu Konten und Umsätzen befragt
• Antworten für die Behörde offenbar zufriedenstellend

Der Elektroautobauer Tesla und die US-Börsenaufsicht SEC verbindet inzwischen eine langjährige Geschichte. Ganz genau schauen die Aufseher hin, wenn Tesla-Chef Elon Musk mögliche unternehmensrelevante Nachrichten bei Twitter ausplaudert. Im Kräftemessen zwischen der SEC und Musk war die Börsenaufsicht zuletzt am längeren Hebel gesessen: Wegen seiner Ankündigungen auf dem Kurznachrichtendienst wurden sowohl Musk als auch Tesla zu einer 20 Millionen Dollar-Strafe verurteilt. Zudem musste der Elektroautokonzern seinen Verwaltungsrat umbauen und Musk an der Spitze ablösen lassen.

SEC schaut erneut genau hin

Nun hat die SEC Tesla erneut ins Visier genommen und den Konzern bezüglich seiner meldepflichtigen Angaben befragt. Dabei geht es konkret um die Rechnungslegung des Unternehmens.

Demnach nahm die Behörde den neuen Finanzvorstand des Unternehmens, Zachary Kirkhorn, sowie die Rechtsabteilung des Elektroautobauers genauer unter die Lupe. Aus SEC-Unterlagen geht hervor, dass die Aufsichtsbehörde Zweifel an Teslas im Februar veröffentlichtem Jahresabschluss hatte, auch der Quartalsbericht aus dem Juli hat die Aufmerksamkeit der Regulierer auf sich gezogen.

Den Unterlagen zufolge hat die SEC am 17. September 2019 bei Kirkhorn nähere Informationen zu den Finanz- und Rechnungslegungsgrundsätzen angefragt. Konkret sei es dabei um Konten gegangen aber auch für Umsätze, die von Tesla übernommene Unternehmen noch durch Verkäufe an dritte Parteien erzielt haben, forderte die Behörde nähere Informationen an. Darüber hinaus beinhaltet die Anfrage an Kirkhorn nähere Angaben zu Teslas Bilanzierung von Leasingfahrzeugen in diesem Jahr, nachdem neue Richtlinien dafür in Kraft getreten waren.

Kirkhorns Antwort wenig spektakulär

Teslas Finanzchef hat auf die Anfrage der Börsenaufsicht reagiert, wie aus den Unterlagen weiter hervorgeht. Demnach hat Kirkhorn die Umsätze der von Tesla übernommenen Unternehmen damit begründet, dass diese entsprechende Verträge bereits vor der Übernahme unterschrieben hatten. Die Bilanzunterlagen sind seiner Ansicht nach korrekt, auch Leasingfahrzeuge seien im Rahmen der Vorgaben bilanziert worden, die Rechnungslegungsrichtlinien hat Tesla eingehalten, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Die Änderungen in den Konten erklärte Kirkhorn mit der hochgefahrenen Produktion für den Model 3 im Jahr 2018.

Die Antworten waren für die SEC offenbar zufriedenstellend, die Behörde hat den Fall am 28. Oktober geschlossen.

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[finanzen.net] · 02.12.2019 · 18:00 Uhr
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