Unwetter und Hochwasser: Wie viel Wasser verträgt eigentlich ein Elektroauto?

Dass Regenfälle auch einem Elektroauto nicht gefährlich werden können, liegt auf der Hand. Wer jedoch die Bilder der letzten Tage betrachtet, auf denen Autofahrer versuchen, stark überflutete Straßen mit ihren Autos zu befahren, um sich in Sicherheit zu bringen, der muss zwangsläufig zu der Frage gelangen, wie viel Wasser man einem Elektroauto zumuten kann und ob die Durchfahrt großer Wassermassen mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen für die Insassen gefährlicher ist als für die Fahrer klassischer PKW.

Symbolbild

In der Praxis wenig Unterschiede zwischen Elektro- und Verbrennerantrieb

Strom und Wasser vertragen sich nicht besonders gut. Das gilt allerdings nicht nur für Elektroautos, sondern auch für Verbrenner – zumindest für moderne. Sobald eindringendes Wasser die Elektronik zu stark beschädigt, bleiben sowohl ein Elektroauto als auch ein Verbrenner liegen.

In der reinen Theorie sollte es sogar so sein, dass sich Elektroautos ein wenig besser mit Wasser vertragen, da sie im Gegensatz zu Verbrennern nicht auf angesaugten Sauerstoff angewiesen sind. Allerdings ist kein normales Auto komplett wasserdicht, ab einer gewissen Wassertiefe ist eindringendes Wasser also ein Problem. Dies gilt weniger für Komponenten wie die Hochvoltbatterie oder den Elektromotor, die in der Regel flüssigkeitsgekühlt und daher wasserdicht verschlossen sind. Gefährdet sind indes die Kabelverbindungen und andere Komponenten.

Fragt man die Hersteller, so bekommt man recht unterschiedliche Aussagen zu der Frage, wie viel Wasser man den Fahrzeugen zumuten kann. Audi testet seine Fahrzeuge (unabhängig von der Antriebsart) bis zu einer Wassertiefe von 50 cm. Bei Mercedes ist man vorsichtiger: Maximal bis zu einem Wasserstand bis zur Unterkante der Karosserie sei eine problemlose Wasserdurchfahrt gewährleistet. Das ist insofern interessant, als dass der SUV ECQ eine Bodenfreiheit von 97 Millimetern hat. Bei knöcheltiefem Wasser wäre also Schluss. Generell gilt: Schneller als Schrittgeschwindigkeit sollte man bei Wasserdurchfahrten nicht fahren.

Was die Hochvoltsysteme angeht, so gehen von diesen keine Gefahr für die Insassen aus. Zwar sind lokale Kurzschlüsse möglich, aber diverse Schutzmaßnahmen wie Sicherungen und Abschaltautomatiken verhindern, dass Hochvolt-Spannungen an den Gehäusen von Komponenten anliegen oder entstehen können.

Weder Mercedes noch Audi sehen einen wesentlichen Unterschied in der Wassertauglichkeit von Verbrennern und Elektrofahrzeuge. Bei Verbrennern ist spätestens dann Schluss, wenn Wasser in die Luftansaugung gerät. Aber auch der Ausfall kritischer Steuerelektronik kann und wird ein Fahrzeug mit klassischem Antrieb lahmlegen.

Tesla: Kann das Elektroauto schwimmen?

Wenn es um Elektroautos geht, dann denkt man zwangsläufig auch an Teslas. Dessen Gründer und CEO Elon Musk reagierte 2016 auf ein Video, bei dem ein Tesla-Fahrer sein Model S durch einen überfluteten Tunnel steuerte, mit folgendem Tweet: „ Wir können das definitiv nicht empfehlen, aber das Model S schwimmt gut genug, um es kurzzeitig in ein Boot zu verwandeln. Der Antrieb erfolgt durch die Drehung der Räder.

Im Menü des Model S findet sich sogar ein „Tauchmodus“, bei dem es sich aber um ein Easteregg handelt, das Programmierer eingebaut haben. Auf Befehl wird so aus dem Model S das Auto von James Bond im Film „Der Spion, der mich liebte“ – natürlich nur virtuell. Allerdings gab es nach Überschwemmungen in der chinesischen Provinz Henan diverse Videos, in denen unterschiedliche Tesla-Modelle durch überflutete Straßen gesteuert werden. Dabei stand das Wasser teilweise auf der Fronthaube.

Faktisch wird es so sein, dass auch die Modelle von Audi oder Mercedes bei höheren Wasserständen funktionieren können als von den Herstellern angegeben. Allerdings sollte man generell in keinem Fall sein Leben riskieren, um das eigene Auto zu retten – so teuer es auch gewesen sein mag.

Auto / Elektromobilität / Wasser
29.07.2021 · 16:39 Uhr
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