Uniper liefert Wert — und KI-Infrastruktur. Der Bund soll endlich verschwinden.

Starke Halbjahreszahlen, keine Almosen mehr
Uniper hat das erste Halbjahr 2025 genutzt, um zu zeigen, was ein Energiekonzern leisten kann, wenn er nicht ständig vom Finanzministerium am Gängelband gehalten wird. Das bereinigte EBITDA sprang auf 711 Millionen Euro — ein Plus von fast 90 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn verdreifachte sich auf 388 Millionen Euro. Das Gasgeschäft ohne teure ideologische Umbauprogramme war der klare Treiber.
Guidance angehoben, ohne Wenn und Aber
Für 2026 hebt Uniper die Untergrenze des bereinigten EBITDA von 1,0 auf 1,1 Milliarden Euro an und sieht nun 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 500 und 600 Millionen Euro liegen — im ungünstigsten Fall immer noch 150 Millionen Euro mehr als bisher geplant. Das sind keine Wunschzahlen, sondern das Ergebnis harter Kostendisziplin und stabilerer Margen im Gashandel.
Rechenzentren statt Planwirtschaft
Uniper-Chef Michael Lewis denkt weiter. An zehn eigenen Kraftwerksstandorten in Europa soll KI-Infrastruktur entstehen. Ein erstes Projekt in Großbritannien ist bereits abgeschlossen, weitere Investitionsentscheidungen fallen noch 2025. Der Engpass bei neuen Rechenzentren sind Netzanschlüsse — und genau die besitzt Uniper bereits. Während Berlin und Brüssel mit Mindestabständen, Netzentgelten und Verzögerungstaktiken glänzen, liefert hier ein Unternehmen, das an Wertschöpfung denkt, nicht an Ideologie.
Der Bund als Dauereigentümer — ein strukturelles Risiko
Uniper ist noch immer mehrheitlich in Staatsbesitz. 2022 rettete die Bundesregierung den Konzern mit Milliarden, nachdem Russland die Lieferungen einstellte. Ein Verkauf wird diskutiert, ein vollständiger Rückzug ist nicht in Sicht. Solange der Staat Mehrheitseigentümer bleibt, bleibt die Versuchung groß, politische Wünsche statt Renditeziele in den Vordergrund zu stellen.
RWE folgt — der Markt entscheidet
Auch RWE entwickelt rund zehn Industriestandorte für Rechenzentren. Kapital und Rechenleistung wandern dorthin, wo Energie zuverlässig und günstig verfügbar ist — nicht dorthin, wo Regulierer am längsten diskutieren. Wer jetzt noch glaubt, ideologische Vorgaben könnten die Realität ausbremsen, der verkennt die Dynamik des Marktes.
Der Bund soll verkaufen — schnell und vollständig
Uniper zeigt, dass ein geretteter Konzern wieder profitabel arbeiten kann, sobald die Politik nicht dauerhaft mitregiert. Die Aktie legte am Dienstag 5,6 Prozent zu und steht seit Jahresbeginn gut 40 Prozent im Plus. Der Bund sollte verkaufen — schnell und vollständig. Alles andere wäre eine Fortsetzung der Subventionslogik auf Kosten des Steuerzahlers und ein Hindernis für echte Wertschöpfung.

