Uniper-Aktie weiterhin schwach: Unsicherheiten beim Hilfsplan - Staatsbeteiligung?

Nach einem Kurseinbruch um fast 28 Prozent am Vortag aus Sorge vor einer Schieflage ging es auch am Dienstag bergab.
Sie fielen letztlich im XETRA-Handel um 9,45 Prozent auf 10,25 Euro. Den Montag hatten sie angesichts der Gaskrise mit 11,32 Euro auf dem niedrigsten Niveau seit 2016 beendet.

Das Wirtschaftsministerium arbeitet nach Angaben einer Sprecherin "unter Hochdruck" an Lösungen wegen der angespannten Lage des von ausufernden Gas-Einkaufspreisen geplagten Energiekonzerns. Experten äußerten sich daraufhin recht optimistisch, dass eine Rettung mit staatlichen Mitteln gelingt. Das Unternehmen werde von der Bundesregierung als zu groß angesehen, um ohne eine Kettenreaktion auf den europäischen Energiemärkten zu scheitern, erklärt Analyst Vincent Ayral von der Großbank JPMorgan.

Was bislang nach einer handhabbaren Situation ausgesehen habe, könnte sich als untragbar für Uniper erweisen, sollten die Behörden ein weiter hinausschieben, einen Teil der gestiegenen Gaspreise auf die Verbraucher umzulegen, erklärte Analyst Louis Boujhard vom Investmenthaus Oddo BHF. Da viele europäische Staaten ihre Gasspeicher weiter auffüllen wollten, lasse der Aufwärtsdruck beim Gaspreis nicht nach, was noch mehr Kosten für Uniper bedeute.

Nach dem gestrigen Ausverkauf der Aktie liege die Marktkapitalisierung des Energieversorgers nun deutlich unter dem Wert allein des Gases in den eigenen Speichern, schrieb der Analyst Sam Arie von der Schweizer Bank UBS. Dies spreche für eine übertriebene Kurskorrektur, durch die der Jahresverlust der Uniper-Aktie auf 73 Prozent angeschwollen ist. Die Käufer dürften allerdings nicht zurückkommen, bevor es Klarheit über eine mögliche Weitergabe höherer Gaskosten oder einen möglichen staatlichen Rettungsplan gebe, fügte der Experte hinzu.

Am Montag hatten anhaltende Spekulationen über eine Schieflage der Aktie erneut zugesetzt, nachdem Russland die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 stark gedrosselt hatte. Dadurch war der Gasimporteur in Turbulenzen geraten und hatte in der Folge nach Staatshilfen gerufen. Nach Kreise-Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg geht es um mögliche Hilfsgelder von bis zu neun Milliarden Euro. Laut dem JPMorgan-Experten Ayral erscheint diese Summe hoch, insbesondere im Vergleich zu Unipers aktueller Marktkapitalisierung von 4,1 Milliarden Euro und den rund 15 Milliarden Euro, die Uniper zu Beginn des Jahres noch wert war.

Staat könnte sich offenbar mit bis zu 25 Prozent an Uniper beteiligen

Die Bundesregierung bereitet einem Zeitungsbericht zufolge einen Einstieg bei dem in der Gas-Krise unter Druck geratenen Versorger Uniper vor.

Diskutiert werde, dass der Bund neue Aktien von bis zu 25 Prozent zum Nennwert von 1,70 Euro je Aktie zeichne, berichtete das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf Finanzkreise. Darüber sei ähnlich wie bei der Rettung der Lufthansa in der Corona-Krise eine stille Beteiligung im Gespräch. Deren Volumen könnte zwischen drei und fünf Milliarden Euro liegen. Von Uniper war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Uniper-Aktien, deren Handel wegen Kursturbulenzen mehrfach kurzfristig unterbrochen worden war, notierten neun Prozent im Minus. Auch vom Bundeswirtschaftsministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Uniper ist im Zuge der Gas-Krise in Schräglage geraten und hat die Bundesregierung um Hilfe gebeten. Das Kabinett hat eine Gesetzesänderung verabschiedet, um angeschlagene Gasversorger retten zu können - auch mit staatlichen Beteiligungen.

FRANKFURT (dpa-AFX) / Frankfurt (Reuters)

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[finanzen.net] · 05.07.2022 · 17:56 Uhr
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