Ungewolltes nicht sehen müssen: Netflix experimentiert mit neuem Feature

• Netflix mit bisher durchwachsenem Jahresverlauf
• Streaming-Markt wird immer umkämpfter
• Neue Funktion könnte für Rückenwind sorgen

Was bisher geschah

Für Netflix hat sich das laufende Jahr als ein eher durchwachsenes erwiesen. Immer mehr namhafte Unternehmen drängen auf den hart umkämpften Streaming-Markt und versuchen dem derzeitigen Marktführer seine Vorherrschaft durch eigene Angebote abzuluchsen. Auch die Netflix-Aktie musste im Jahresverlauf bisher einiges verkraften. Zwar konnte der Anteilsschein seit Ende des letzten Jahres bisher knapp acht Prozent zulegen, von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 385,99 US-Dollar hat sie sich mittlerweile jedoch 25 Prozent entfernt.

Netflix punktet mit jüngsten Quartalszahlen

Bei den erst kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen konnte der Streaming-Gigant dann Skeptiker doch überzeugen. Insbesondere die Eigenproduktion "Stranger Things" hatte Netflix jede Menge neue Kunden beschert. Im Jahresvergleich konnte der VoD-Dienst seinen Gewinn auf 665 Millionen US-Dollar steigern. Der Umsatz lag bei 5,2 Milliarden US-Dollar.

Apple und Disney machen sich breit

Der Wachstumsausblick für den Rest des Jahres blieb jedoch verhalten. Darüber hinaus gab das Unternehmen bekannt, bei den künftigen Bilanzvorlagen keine US-Abonnenten-Zahlen mehr separat veröffentlichen zu wollen. Diese würden fortan mit denen des kanadischen Markts zusammengefasst. Im zweiten Quartal hatte die US-Abonnentenzahl bei Anlegern für derbe Enttäuschung gesorgt. Bedenkt man die zunehmende Konkurrenz durch die neuen Streaming-Angebote von Disney und Apple, ist Netflix sicher gut beraten, mithilfe der Einführung von neuen Funktionen seine Abonnenten bei der Stange zu halten.

Neues Netflix-Feature überrascht

So experimentiert der Streaming-Anbieter seit dem 5. November mit einem neuen Feature, das vorerst nur bei der Eigenproduktion "Lobby Baby" verfügbar ist. Bei der neuen Funktion handelt es sich um die Möglichkeit des Nutzers ganze Szenen des Videos überspringen zu können. Hierfür wurde eigens eine Schaltfläche eingerichtet, die ähnlich der Funktion zum Überspringen des Intros funktioniert. Bei "Lobby Baby" handelt es sich um ein einstündiges Comedy-Special mit US-Schauspieler und Moderator Seth Meyers.

Da dieser in seiner Sendung auch vor kontroversen Anspielungen und Witzen, insbesondere auf Kosten von US-Präsident Donald Trump, nicht zurückschreckt, sei er selbst auf die Idee gekommen, den Zuschauern die Möglichkeit zu geben, bestimmte Szenen vorzuspulen, wie er gegenüber CNN berichtete. Netflix' Comedy-Chef Robbie Praw berzeichnete dies in einer E-Mail an CNN Business eine "clevere Idee" und sorgte für dessen Umsetzung. Allerdings betonte Meyers, dass es sich bei dem Skip-Button eher um einen Scherz handele, da er nicht davon ausgehe, dass er von Zuschauern wirklich benutzt werde.

Wird einmalige Anwendung ausgeweitet?

Abgesehen von dieser speziellen und derzeit einzigartigen Anwendung des Netflix-Vorspul-Buttons ist jedoch auch denkbar, dass dieser auch bei anderen Serien oder Filmen zum Einsatz kommen könnte. So zum Beispiel bei gewalttätigen Szenen, Nacktszenen oder allgemein bei Serienmomenten, die dem Zuschauer unangenehm sein könnten. Ob es derzeit jedoch geplant ist, den Skip-Button auf das gesamte Netflix-Angebot zu übertragen ist derzeit jedoch nicht bekannt und bleibt daher abzuwarten.

Ausland
[finanzen.net] · 08.11.2019 · 22:40 Uhr
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