Ungarn bricht mit Orbans Russland-Kurs – Magyar vollzieht Kurswechsel
Bruch mit der Vergangenheit
Die seit Mai amtierende ungarische Regierung unter Peter Magyar hat Russland erstmals offiziell als Bedrohung bezeichnet. Das Dokument für die UN-Generalversammlung im September markiert einen klaren Bruch mit der bisherigen Außenpolitik. Viktor Orban hatte jahrelang EU-Sanktionen gegen Moskau verwässert und Hetzkampagnen gegen die Ukraine betrieben.
Magyar verurteilt nun die russische Aggression und erkennt das Recht Kiews auf Selbstverteidigung an. Die neue Linie ist nicht nur rhetorisch, sondern hat bereits praktische Folgen: Im Juni ermöglichte Budapest den Start von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine – ein Veto, das Orban zwei Jahre lang aufrechterhalten hatte.
Pragmatismus statt Ideologie
Die Magyar-Regierung hat in bilateralen Gesprächen mit Kiew die meisten Streitpunkte ausgeräumt – insbesondere die Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien. Das ist handfeste Diplomatie, die sich an Interessen orientiert statt an ideologischen Grabenkämpfen.
Trotz des Kurswechsels bleibt Budapest bei zwei roten Linien: Keine eigenen Waffenlieferungen an die Ukraine und keine beschleunigte EU-Aufnahme. Das zeigt, dass Magyar nicht zum bedingungslosen Transatlantiker wird, sondern eine nüchterne Interessenpolitik betreibt.
Signal an Brüssel und Moskau
Der neue Kurs ist auch ein Signal an die EU: Wer in der Außenpolitik blockiert und Sanktionen torpediert, verliert an Einfluss. Magyar hat verstanden, dass Ungarn mehr gewinnt, wenn es konstruktiv mitwirkt statt ständig bremst. Die altbekannte Orban-Strategie des permanenten Konflikts mit Brüssel ist passé.
Für die Ukraine ist die ungarische Kehrtwende ein diplomatischer Erfolg. Für Orban und seine Partei ein weiterer Beweis, dass ihre Außenpolitik gescheitert ist. Magyar beweist: Wer Verantwortung übernimmt, muss nicht alles anders machen – aber das Falsche korrigieren.

