UN-Palästinenserhilfswerk prüft Beteiligung von Mitarbeitern an Hamas-Massaker
Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA hat angekündigt, mögliche Verwicklungen mehrerer Mitarbeiter in das jüngste Hamas-Massaker in Israel zu untersuchen. Laut UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini seien die Vorwürfe 'schockierend'. Israel habe dem Hilfswerk Informationen über die mögliche Beteiligung der Mitarbeiter übermittelt. Als Konsequenz wurden alle Verträge mit den betreffenden Mitarbeitern sofort gekündigt. Zudem wird eine Untersuchung eingeleitet, um die Wahrheit schnellstmöglich ans Licht zu bringen. Lazzarini betonte, dass jede Person, die an terroristischen Anschlägen beteiligt war, sowohl strafrechtlich als auch durch eine Entlassung zur Rechenschaft gezogen werde.
Die Vereinigten Staaten reagierten äußerst besorgt auf die Nachricht und teilten mit, die finanzielle Unterstützung für UNRWA vorerst auszusetzen. Die Vorwürfe sollen gründlich geprüft werden. US-Außenminister Antony Blinken habe bereits mit UN-Generalsekretär António Guterres über die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Untersuchung gesprochen. Insgesamt werden zwölf UNRWA-Mitarbeiter verdächtigt, in die Terroranschläge verstrickt zu sein.
Auch Guterres selbst äußerte Entsetzen über die Möglichkeit einer Beteiligung von UNRWA-Mitarbeitern an den Attacken in Israel. Er bekräftigte, dass bei einer entsprechenden Untersuchung eine sofortige Entlassung sowie strafrechtliche Konsequenzen eine mögliche Konsequenz sein würden.
UNRWA-Generalkommissar Lazzarini betonte, dass jeder, der die Grundwerte der Vereinten Nationen verrate, auch die Menschen im Gazastreifen sowie in der gesamten Region und weltweit im Stich lasse. Angesichts der bereits schwierigen humanitären Situation im Gazastreifen sind die Bewohner auf Hilfe angewiesen. Das Hilfswerk verurteilte die grausamen Anschläge vom 7. Oktober auf das Schärfste und fordert die sofortige Freilassung aller in Israel entführten Geiseln.
Bei dem verheerenden Angriff kamen mehr als 1200 Menschen ums Leben. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Laut Angaben der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden dabei über 26.000 Menschen getötet. Aufgrund der katastrophalen humanitären Lage gerät Israel international zunehmend unter Druck.
Die Bundesregierung unterstützte UNRWA im Jahr 2023 mit über 200 Millionen Euro. Im vergangenen November hatte Außenministerin Annalena Baerbock angekündigt, die Hilfe zugunsten der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, einschließlich UNRWA, zu erhöhen. Auch andere EU-Staaten gehören zu den Geldgebern. (eulerpool-AFX)

