Umwelt: Sonnencreme attackiert Korallenriffe

Korallen sind nicht nur für Taucher, sondern vor allem auch für Meeresbewohner ein reines Paradies. Leider verkommen einst farbenfrohe, von zahlreichen Pflanzen und Tieren bewohnte Korallenriffe weltweit immer öfter zu kargen Steinwüsten. Der Grund hierfür heißt Korallenbleiche und liegt erwiesenermaßen an extremer werdenden Wetterphänomenen wie El Niño und durch den Klimawandel bedingten steigenden Wassertemperaturen. Forscher haben herausgefunden, dass auch Sonnencremes mit bestimmten Chemikalien Riffe töten. In einigen Staaten sind bereits entsprechende Verbote auf dem Weg.

Bild: „Amazing Great Barrier Reef, Sarah Ackermann, Flickr, CC BY-SA 2.0

Sonnencremes enthalten schädliche Inhaltsstoffe

Oxybenzon, Octocrylen und Parabene heißen die Übeltäter. Diese Chemikalien sind in vielen Sonnencremes zur Konservierung oder als UV-Schutz enthalten und schädlich für Korallen und andere Meeresbewohner. Laut der amerikanischen Meeresbehörde Noaa werden Korallenriffe jedes Jahr mit 5000 bis 6000 Tonnen Sonnenschutzmittel verunreinigt. Diese können nur langsam abgebaut werden und reichern sich deshalb in den Riffen an. Octocrylen beispielsweise wurde in mehreren Studien untersucht und wirkt sich auf den Hormonhaushalt von Meeresbewohnern aus. Oxybenzon wiederum sammelt sich auf Korallen an, erhöht die Wahrscheinlichkeit der Bleiche und schädigt das Erbgut von Meerestieren und beeinflusst ihr Skelettwachstum. Der Stoff wirkt außerdem mutmaßlich hormonähnlich – weshalb viele Hersteller bereits auf ihn verzichten.

In welchem Ausmaß die Stoffe tatsächlich wirken, ist bislang nicht bekannt. Die Erkenntnisse über die Chemikalien gelten aber als ausreichend besorgniserregend, um sie genauer zu beobachten und Konsequenzen zu ziehen. „ Auch wenn die meisten Studien, die in diesem Paper reviewed wurden, neurotoxische Effekte von UV-Filtern bei Konzentrationen aufzeigen, die deutlich höher sind als die in der Umwelt und in menschlichem Gewebe beobachteten, sollten diese Studien nicht missachtet werden, weil sie potenzielle Krankheitsmechanismen zeigen, die womöglich unter anderen Bedingungen oder in sensiblen Populationen auftreten können„, heißt es in einer Metastudie.

Erste Verbote sind auf dem Weg

Es gibt auch bereits Konsequenzen. So hat der pazifische Inselstaat Palau etwa ein Verbot der Stoffe auf den Weg gebracht, um die Korallenriffe zu schützen, für die das Land weltberühmt ist. Das Verbot soll ab 2020 in Kraft treten. „ An jedem beliebigen Tag gelangt an Palaus beliebten Tauch- und Schnorchelorten literweise Sonnencreme in den Ozean„, so ein Sprecher der Regierung. Die Einfuhr und der Verkauf verbotener Sonnenschutzmittel soll künftig mit Bußgeldern in Höhe von etwa 880 Euro belegt werden. Der US-Bundesstaat Hawaii hat an 2021 ein Sonnenmilchverbot ausgesprochen.

Nach jetziger Kenntnis gibt es durchaus auch Sonnencremes, die für Korallenriffe unbedenklich sind. Diese werden von manchen Fluggesellschaften sogar ausgeteilt. Mit konsequenten Verboten wäre es also durchaus möglich, dem Problem zu begegnen. Dann verbliebe aber immer noch die durch den Klimawandel bedingte Korallenbleiche.

Umwelt / Korallen / Korallenriffe
[trendsderzukunft.de] · 07.11.2018 · 17:15 Uhr
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