Studie zu KI im Familienalltag

Umfrage: Viele Eltern bei Fake-News und KI unsicher

18. August 2026, 09:00 Uhr · Quelle: dpa
KI-Apps Smartphone
Foto: Philip Dulian/dpa
Kompetente Eltern - kompetente Kinder. Viele Eltern würden sich gern besser mit KI und Co. auskennen, um ihren Kindern in der digitalen Welt besser helfen zu können. (Illustration)
Die digitale Welt entwickelt sich rasant. So schnell, dass viele Eltern nicht hinterherkommen. Sie sind unsicher im Umgang mit KI-Anwendungen. Und ihnen ist die Medienkompetenz der Kinder wichtig.

Hamburg (dpa) - Wissen Sie, was Claude, Gemini, Deep Seek und Copilot können und könnten das Ihren Kindern erklären? Falls nicht: Sie sind nicht allein. Mehr als jedes vierte Elternteil fühlt sich im Umgang mit Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) eher unsicher. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Hamburger Körber-Stiftung hervor.

Demzufolge sind nur 20 Prozent der befragten Eltern davon überzeugt, KI-Anwendungen sehr sicher zu beherrschen. 48 Prozent geben «eher sicher» an, 28 Prozent schätzen sich als eher unsicher oder sehr unsicher ein. Gleichzeitig würden 55 Prozent diese Wissenslücke gern schließen wollen. 

Deutlich kompetenter empfinden sich die befragten Eltern beim Umgang mit Suchmaschinen, Messenger-Diensten, Wikipedia, Nachrichtenportalen und YouTube. Dagegen fällt es vielen Erwachsenen schwer, sich bewusst im Umgang mit dem Smartphone zu regulieren. 37 Prozent sagen von sich, sie seien eher schlecht beziehungsweise sehr schlecht darin, nicht ständig aufs Handy zu schauen oder es nicht mit ins Bett zu nehmen. 

Mit Blick auf die Internetaktivitäten der eigenen Kinder wünschen sich viele Eltern der Umfrage zufolge mehr Einblick. 35 Prozent der Befragten fühlen sich alles in allem eher schlecht oder sehr schlecht darüber informiert, was ihr Kind in seiner Freizeit im Internet macht. 13 Prozent finden, dass sie darüber sehr gut Bescheid wissen. 

Fake-News erkennen, ist für Kinder und Eltern eine Herausforderung

Ein Großteil der Eltern ist zudem davon überzeugt, dass ihre Kinder Falschinformationen nicht gut von zuverlässigen Informationen unterscheiden können. 49 Prozent der Befragten schätzen diese Fähigkeit ihres Kindes als eher schlecht oder sehr schlecht ein. Zudem sind 19 Prozent der Eltern davon überzeugt, dass auch sie selbst das nicht gut können. 

Schwierigkeiten haben mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Eltern auch damit, den Kindern bei der Auswahl des richtigen Onlinespieles zu helfen. 28 Prozent glauben zudem, dass sie ihren 12- bis 18-jährigen Nachwuchs bei der Nutzung von KI-Anwendungen für Schulaufgaben nicht gut unterstützen können.

Viele Eltern wissen nicht, wo sie mehr Infos über KI bekommen

Viele Eltern - 65 Prozent - wünschen sich der Befragung zufolge mehr Informationen darüber, wie sie Falschinformationen sowie KI-generierte Bilder und Videos erkennen können. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) weiß jedoch nicht, wo sie sich dazu informieren und Unterstützung erhalten kann. 

«Eltern wollen ihre Kinder kompetent begleiten, stoßen beim Umgang mit KI und Desinformation aber zunehmend an ihre Grenzen. Aus diesem Grund braucht es dringend niedrigschwellige Angebote, die Eltern Orientierung geben und sie im Alltag unterstützen», sagte Jenny Meßinger-Koppelt, Leiterin des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, laut Mitteilung.

Handyverbot an Schulen? 58 Prozent der Eltern finden das gut

Um die Mediennutzung in Grenzen zu halten, haben viele Eltern eigene Regeln zur Mediennutzung. Klare Handy- und Internetregeln haben 51 Prozent der Eltern, 43 Prozent arbeiten der Umfrage zufolge mit Zeitlimits. 

Auch außerhalb der eigenen vier Wände darf es gern strenger zugehen, findet der Großteil der Befragten. Mehr als die Hälfte befürwortet ein generelles Handyverbot an Schulen. Auch die Social-Media-Nutzung sollte für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten werden, finden 57 Prozent der befragten Eltern. Ein Viertel der Befragten spricht sich für ein generelles Handyverbot für alle Kinder bis 14 Jahre aus. 

Für die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführte Umfrage wurden vom 12. bis 27. März bundesweit insgesamt 1.004 Eltern von Schulkindern zwischen 12 und 18 Jahren online befragt.

Familie / Internet / Bildung / Hamburg / Deutschland / Künstliche Intelligenz / Falschinformationen
18.08.2026 · 09:00 Uhr
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