Umfrage: Kanadier ziehen Cannabis Bier vor - Schub für Tilray, Aurora und Co.?

Im vergangenen Jahr war Kanada das erste Land überhaupt, das den Cannabis-Konsum zu Freizeitzwecken legalisierte. Über 40 Länder erlauben derweil den Gebrauch von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Das Marktpotenzial ist damit sehr groß und wächst weiter, streben doch immer mehr Länder die vollständige Legalisierung von Cannabis an. Auch die Cowen Group steht der Zukunft von Hanf optimistisch gegenüber. Sie geht bis 2030 von einem weltweiten Umsatz von 75 Milliarden US-Dollar in der Cannabis-Industrie aus.

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Cannabis-Konsum steigt - zu Lasten der Bierbrauer?

Wie eine Umfrage von Cowen ergab, ist der Marihuana-Verbrauch in Kanada doppelt so hoch wie zuvor angenommen. Befragt wurden 1.800 Kanadier über ihren Cannabis- und Alkoholkonsum.

Während der Cannabis-Konsum also ansteigt, sinkt dagegen der Bier-Verbrauch. "Wie wir in der Vergangenheit behauptet haben, glauben wir, dass Bier den größten Gegenwind durch den Übergang zum legalen Cannabis-Zugang verspüren wird", erklärten die Cowen-Analysten. So sank der kanadische Bierabsatz im März 2019 bereits um 6,8 Prozent - das war ein stärkerer Rückgang als noch in den vergangenen zwei Jahren, wie Barron’s berichtete. "Wir denken, das ist ein beunruhigendes Zeichen für Bier" und damit einhergehend auch für die kanadischen Bierbrauer wie AB InBev oder Molson Coors Brewing & Co.. Sollte sich die Entwicklung derartig fortsetzen, dürfte dies den führenden Brauereien vermehrt Sorgen bereiten.

Schlecht für die Bierbrauer, gut für Cannabis-Unternehmen

Kanadischen Cannabis-Unternehmen dürfte dieser Trend hingegen gefallen. Während frühere Umfragen zu dem Ergebnis kamen, dass weniger als 15 Prozent der Befragten im vergangenen Monat Cannabis konsumiert hatten, waren es in der jetzigen Umfrage satte 40 Prozent allein in Ontario und Alberta. Daneben gaben 75 Prozent an, Cannabis irgendwann in ihrem Leben schon einmal konsumiert zu haben - in früheren Umfragen belief sich der Anteil auf weniger als 60 Prozent. "Das Wachstum ist nicht ganz überraschend", schrieb Cowen-Analystin Vivien Azer. Da der Hanf-Konsum inzwischen auch zu Freizeitzwecken legal sei, seien Verbraucher wohl eher bereit, diesen auch zuzugeben.

Wie die Umfrage von Cowen ergab, zählen insbesondere Lebensmittel sowie Vape-Produkte zu den favorisierten Arten der Kanadier, Cannabis zu konsumieren. Das lässt die Analysten allerdings darauf schließen, dass Kanadas illegaler Hanf-Markt größer sein muss als gedacht, denn der Verbrauch von Produkten dieser Art wird in Kanada erst ab Herbst legal sein. Für den langfristigen Markt dürfte dies jedoch positiv sein. Sobald frühe Probleme hinsichtlich der Produktion und dem Vertrieb überwunden sind, dürfte es demnach enormes Potenzial geben.

Gute Aussichten für Tilray, Aurora & Co.?

Wie Azer weiter erläuterte, sei der langsame Start von Aurora Cannabis, Canopy Growth oder auch Tilray nicht darauf zurückzuführen, dass ein Nachfragemangel bestehe. Vielmehr sei das Problem, dass die Produktion bislang noch nicht ausreiche, um den Bedarf zu decken. Konsumenten bevorzugten daher nach wie vor ihre Schwarzmarkt-Händler. Dies dürfte sich wohl aber ändern, sobald die Anfangsschwierigkeiten überwunden seien und die Produktion weiter angekurbelt sei, schätzen die Cowen-Analysten.

"Obwohl die Umsatzentwicklung bei der Erwachsenenverwendung in Kanada langsamer angelaufen ist, bleiben wir bei den längerfristigen Marktchancen positiv gestimmt", gibt Barron’s das Ergebnis der Experten wieder.

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[finanzen.net] · 22.05.2019 · 04:15 Uhr
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