UBS empfiehlt drei Anlagestrategien angesichts steigender Zinserhöhungserwartungen der Fed

Die UBS hat drei Anlagestrategien identifiziert, die Investoren in Betracht ziehen sollten, während die Volatilität rund um die Entscheidung der Federal Reserve im September zunimmt. Gleichzeitig zieht die Bank eine frühere Anleiheempfehlung zurück.
Die Strategen der Bank argumentieren, dass die entscheidende Frage nicht ist, ob die Fed die Zinsen anhebt oder hält, sondern unter welchen Bedingungen sie handelt. Die Marktpreise haben sich in den letzten Wochen stark verändert.
Warum der Kontext wichtiger ist als das Treffen
Fed-Vorsitzender Kevin Warsh nutzte seine Rede in Jackson Hole, um vor Inflation zu warnen.
„You may have read in the July minutes…Labor markets were stable, and output was solid. But inflation remained too high. A good majority of my colleagues and I thought the wiser course was to await new information in the intermeeting period…And we expressed our joint readiness to act as circumstances might require,“ sagte er.
Die Arbeitsmarktdaten für August verstärkten dann die Argumentation. Die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft stiegen im letzten Monat um 162.000, deutlich über den Konsensprognosen von 55.000, während die Arbeitslosenquote bei 4,1% stabil blieb.
Dies war der stärkste monatliche Anstieg seit März. Händler haben den Kurs in den letzten Monaten wiederholt neu bewertet.
Das CME FedWatch-Tool setzte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf 60,4%. Die Chancen steigen bis Oktober auf 70,9% und bis Dezember auf 85,8%.
Das Federal Open Market Committee trifft sich am 15. und 16. September. Im Juli wurde der Zielkorridor bei 3,50%-3,75% gehalten, obwohl drei Mitglieder für höhere Zinsen stimmten.
Strategen unter der Leitung von Mark Haefele unterscheiden zwischen einer Zinserhöhung, die durch solides Wachstum getrieben wird, und einer, die durch anhaltende Inflation verursacht wird.
„A Fed responding to US economic strength is very different from a Fed responding to inflation problems. For portfolios, that distinction matters far more than the next policy meeting,“ erklärten sie.
Wohin UBS das Geld lenken möchte
Aktienrückgänge stehen an erster Stelle, vorausgesetzt, die Gewinnperspektiven bleiben stark. Die Bank bevorzugt weiterhin KI, Energie, Rohstoffe und Langlebigkeit in ihrer Aktienpositionierung.
Der mittlere bis lange Teil der Zinskurve steht an zweiter Stelle. Jüngste Anstiege der Renditen haben die Einstiegspunkte verbessert und bieten somit Einkommen und Diversifikation.
Gold steht an dritter Stelle. UBS betrachtet Goldbarren als Portfolioabsicherung und Diversifikator, nicht als taktische Reaktion auf die nächste Fed-Entscheidung.
Höhere Realzinsen und ein stärkerer Dollar sind kurzfristige Gegenwinde für das Metall. Anhaltende Inflation und Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Glaubwürdigkeit könnten diese jedoch ausgleichen.
Unterdessen riet die Bank ihren Kunden, überschüssige Dollarbestände aufgrund der Stärke zu reduzieren.
„We would no longer recommend that investors lock in yields in short- to medium-duration bonds as an alternative to cash,“ fügte UBS hinzu.
Die Daten zum Kernverbraucherpreisindex für August werden am 11. September veröffentlicht, vier Tage bevor das FOMC zusammentritt. Diese Veröffentlichung wird testen, ob die hawkische Neubewertung Bestand hat.

