Trumps Zoll-Hammer trifft Kanada: Importverbote ab 29. September

Ein neuer Schlag im Zollkrieg
Washington verschärft den Druck auf Ottawa massiv. Ab dem 29. September dürfen bestimmte kanadische Molkereiprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder nicht mehr in die USA eingeführt werden. Der betroffene Warenwert liegt im einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich.
Die Maßnahme folgt direkt auf kanadische Gegenzölle, die in der Nacht zum Dienstag in Kraft traten. Ottawa hatte bis zu 50 Prozent auf US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden kanadischen Dollar verhängt. Stahl, Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff, Papier und Elektronik sind betroffen.
Trumps Drohung mit Auto-Zöllen
Noch schwerer wiegt die Ankündigung: Ab 1. Januar 2027 droht Trump mit 50 Prozent Zöllen auf Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl. 85 Prozent aller kanadischen Autoexporte gingen 2024 in die USA. Ein solcher Schritt würde die gesamte nordamerikanische Lieferkette erschüttern.
Trump begründet seine Politik damit, dass Kanada die USA seit Jahren „ausbeute“. Die USA seien nicht auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen. Tatsächlich ist Kanada nach US-Daten der zweitgrößte Handelspartner Amerikas.
Ottawa zeigt Gesprächsbereitschaft
Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc signalisiert Gesprächsbereitschaft. Er prüfe die US-Maßnahmen und stehe mit US-Handelsbeauftragtem Jamieson Greer in Kontakt. Ottawa wolle „in gutem Glauben“ auf eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung hinarbeiten, die die kanadische Souveränität respektiere.
Die USA betonen ihrerseits, dass Gespräche mit LeBlanc in den vergangenen Tagen fortgesetzt wurden. Es gebe auf kanadischer Seite Interesse an einem alternativen Weg.
Symbolpolitik statt Substanz
Trump ging sogar noch weiter: Aus Ärger über die kanadische Haltung verfügte er die Umbenennung des Lake Ontario in „Lake America“. Die Provinz Ontario sei wirtschaftlich eng mit den USA verflochten – die Botschaft ist klar: Wer nicht kooperiert, wird isoliert.
Die Eskalation zeigt die Grenzen der bisherigen Handelsbeziehungen. Wer glaubt, Zölle seien nur ein Verhandlungsinstrument, unterschätzt die langfristigen Schäden für Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten der Grenze.

