Trumps Rindfleisch-Coup: Washington opfert Viehzüchter für Wählerstimmen
Trumps Import-Schock: Preissenkung auf Kosten der Erzeuger
US-Präsident Donald Trump hat ein Abkommen verkündet, das bis zu 300.000 Tonnen Rinderhack zollfrei in die Vereinigten Staaten bringen soll. Das Fleisch soll 25 Prozent unter dem aktuellen Marktpreis verkauft werden. Der Schritt kommt nur wenige Monate vor den Zwischenwahlen am 3. November, bei denen Repräsentantenhaus und Senat neu gewählt werden.
Die Reaktion aus Trumps eigener Partei fiel deutlich aus. Die republikanische Senatorin Deb Fischer aus Nebraska schrieb auf X, dass niedrigere Lebensmittelpreise nicht auf Kosten der amerikanischen Erzeuger erreicht werden dürften. Ihr Kollege Tim Sheehy warnte ebenfalls, dass der Vorstoß Viehzüchtern schaden werde. Beide Senatoren repräsentieren Bundesstaaten mit starker Viehwirtschaft.
Verbandschefs warnen vor Marktverzerrung
Die Kritik aus der Branche war ebenso deutlich. Justin Tupper, Präsident des US-Viehzüchterverbands, erklärte, dass Amerika nicht an erster Stelle stehe, wenn die heimischen Rinderzüchter an letzte Stelle gesetzt würden. Colin Woodall vom Nationalen Rinderzuchtverband kritisierte, dass die Überschwemmung des Marktes mit subventioniertem Rindfleisch unter Marktpreis den falschen Weg darstelle, um den amerikanischen Rinderbestand wieder aufzubauen.
Trump verteidigte sein Vorgehen mit dem Argument, die Farmer hätten selbst Hilfe benötigt, um die Preise zu senken. Die Kritik kommt ausgerechnet aus einer Branche, die traditionell republikanisch wählt und starke Unterstützung für Trumps "Make America Great Again"-Bewegung aufweist.
Energiepreise und politische Strategie
Die US-Bevölkerung leidet seit langem unter hohen Preisen, die durch die Energiekrise infolge von Trumps Krieg gegen den Iran und der Situation in der Straße von Hormus verursacht wurden. Trump versucht, das Thema Erschwinglichkeit von den Demokraten zu übernehmen, ohne bisher sichtbare Erfolge vorzuweisen.
Der Importplan stellt eine direkte Intervention in den Markt dar, die genau die Erzeuger trifft, die Trump als Wählerbasis braucht. Die langfristigen Folgen für die heimische Viehwirtschaft bleiben dabei ausgeblendet.

