Trump sichert sich erneuten Sieg bei Vorwahl - Nikki Haley auf Rang zwei
Der ehemalige Präsident Donald Trump hat bei den republikanischen Vorwahlen in New Hampshire einen klaren Sieg erzielt. Seine Konkurrentin Nikki Haley landete zwar auf dem zweiten Platz, konnte jedoch nicht mit einem knappen Rennen oder einem Sieg auftrumpfen. Trotzdem zeigte sich Haley kämpferisch und gab bekannt, im Rennen bleiben zu wollen. Trump festigt mit seinem Sieg in New Hampshire seine Macht innerhalb der Partei und eine Neuauflage des Wahlkampfs zwischen ihm und dem demokratischen Präsidenten Joe Biden wird immer wahrscheinlicher.
In seiner Siegesrede in Nashua, New Hampshire, griff Trump seine Konkurrentin verbal an und war sichtlich wütend. Er nannte Haley eine "Hochstaplerin" und machte ihr Ergebnis klein. Dennoch scheint er in Haley eine potenzielle Gefahr zu sehen. Prognosen zufolge gewann Trump mit deutlich mehr als 50 Prozent der Stimmen in New Hampshire und setzt seinen Erfolgskurs nach der Vorwahl in Iowa fort. Haleys Stimmenrückstand wurde auf über zehn Prozentpunkte geschätzt.
Das Rennen der Republikaner hat sich mittlerweile auf einen Zweikampf zwischen Trump und Haley reduziert, nachdem der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, ausgeschieden ist. Trump führt landesweit in Umfragen mit knapp 68 Prozent, während Haley nur bei gut 12 Prozent liegt. Ein Sieg in New Hampshire wäre für die 52-Jährige besonders wichtig gewesen, um neuen Schwung für ihren Wahlkampf zu erhalten. Mit ihrer Niederlage gegen Trump wird es jedoch schwer für Haley, das Ruder noch einmal herumzureißen.
Haley, die als ehemalige Diplomatin Trumps konfrontative Außenpolitik vertreten hat, gilt als politisch moderater und rhetorisch gemäßigter als ihr früherer Chef. In New Hampshire erhoffte sie sich aufgrund der weniger radikalen Wählerschaft im konservativen Lager einen Erfolg. Besonders in diesem Bundesstaat können auch unabhängige Wähler teilnehmen, was meist den moderateren republikanischen Bewerbern zugutekommt. Trump behauptete in seiner Rede, dass Haley ihre Stimmen nur aufgrund der "enormen Zahl" dieser unabhängigen Wähler erhalten habe und bezeichnete sie als Demokraten, die nur gewählt hätten, um ihn schlecht aussehen zu lassen.
Als nächster wichtiger Meilenstein für Haley gilt die Abstimmung in ihrem Heimatbundesstaat South Carolina Ende Februar. Eine Niederlage dort gegen Trump wäre besonders blamabel, da Haley dort sechs Jahre lang Gouverneurin war. Doch selbst dort führt Trump in Umfragen deutlich. Es scheint extrem unwahrscheinlich, dass Haley Trump noch überholen könnte.
Es wird nicht ausgeschlossen, dass Haley auf das Amt der Vizepräsidentin an Trumps Seite schielt. Allerdings griff sie ihren Konkurrenten in den letzten Tagen heftig verbal an. Trump deutete an, eine Kandidatin oder einen Kandidaten für das Amt der Vizepräsidentin im Auge zu haben, nannte jedoch keine Namen. Es wird spekuliert, dass Elise Stefanik, eine treue Unterstützerin von Trump im US-Repräsentantenhaus, in Betracht gezogen werden könnte.
Im Gegensatz zu Trump, gegen den derzeit vier Strafverfahren laufen, erzielte der demokratische Präsident Joe Biden einen symbolischen Erfolg bei den Vorwahlen in New Hampshire. Allerdings werden die dort gesicherten Delegiertenstimmen bei der Nominierungspartei der Demokraten im Sommer nicht berücksichtigt. Biden ließ sich gar nicht erst auf den Wahlzettel setzen, sondern die Wählerinnen und Wähler konnten seinen Namen eintragen. Als Amtsinhaber hat Biden bei den Vorwahlen der Demokraten keine ernstzunehmende Konkurrenz. (eulerpool-AFX)

