Trotz Olympia-Risiken: Wieso sich japanische Aktien laut BlackRock jetzt lohnen könnten

• Corona-Fälle überschatten Olympische Spiele
• BlackRock stuft Japan-Aktien hoch
• Aufschwung in zweiter Jahreshälfte erwartet

Corona-Fälle bei Olympischen Spielen belasten - kurzfristig

Eigentlich hätten die Olympischen Spiele in Japan bereits im vergangenen Sommer stattfinden sollen, nachdem sie bereits 1964 in Tokio ausgetragen wurden - die Corona-Pandemie hat dem Sportereignis aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit fast einem Jahr Verspätung und unter strengen Auflagen finden die Spiele derzeit in der japanischen Hauptstadt statt. So sind vor Ort etwa keine Zuschauer erlaubt, wie die Sportschau berichtet. Neuigkeiten um zahlreiche Corona-Infektionen im olympischen Dorf überschatten die Wettkämpfe.

Auch Analyst Thomas Taw vom Vermögensverwalter BlackRock beurteilt die jüngsten Virus-Ausbrüche im Rahmen der Veranstaltung als riskant. Nichtsdestotrotz rechnet der Stratege damit, dass sich der japanische Aktienmarkt künftig stark entwickelt, wie er in der "CNBC"-Sendung "Squawk Box Asia" erklärt. "Es gibt offensichtlich ein Risiko in Bezug auf das, was mit den Olympischen Spielen passiert", so Taw in der Sendung. Dies werte er aber nur als einen kurzfristigen Widerstand.

Gesunde wirtschaftliche Entwicklung erwartet

Für Aufwind am japanischen Markt könne unterdessen sorgen, dass die Bewertungen im Land der aufgehenden Sonne "etwas attraktiver" seien als in anderen Nationen. Auch die entgegenkommende Strategie der japanischen Zentralbank könne eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung stützen und dort ansässige Unternehmen zu Gewinnwachstum verhelfen, wie Taw weiter ausführt. Im Juni bestätigte die Notenbank ihre extrem lockere Geldpolitik, zuletzt senkten die Währungshüter ihren Wachstumsausblick aber. Dennoch sei von einer moderaten konjunkturellen Erholung auszugehen.

BlackRock hebt Prognose für Japan-Aktien an

Und auch der BlackRock-Experte geht von einem Aufschwung aus. "In der zweiten Jahreshälfte erwarte ich, dass einige Gelder in Länder wie Japan und Europa fließen werden, die wir auf ‚Overweight‘ hochgestuft haben", so Taw weiter. In einem Bericht des Vermögensverwalters, der dem US-Sender vorliegt, wurden japanische Aktien im Zuge der optimistischen Einschätzung auf neutral hochgestuft. Dies bedeute, dass die Titel sich voraussichtlich ähnlich stark entwickeln werden wie ihre Pendants in anderen Märkten, so CNBC weiter. "Wir sehen einen globalen zyklischen Aufschwung, der das Gewinnwachstum in der zweiten Jahreshälfte ankurbelt", wird aus der Notiz zitiert. "Die Virusdynamik des Landes verbessert sich ebenfalls."

Auch Goldman Sachs zuversichtlich für japanischen Markt

Nicht nur bei BlackRock ist man Japan gegenüber optimistisch eingestellt. Die US-amerikanische Großbank Goldman Sachs hat sich jüngst ebenfalls über die Chancen am japanischen Markt geäußert, wie das auf den asiatischen Markt fokussierte Finanzportal Nikkei Asia schreibt. "Japan ist eine bedeutende Volkswirtschaft und wird ein wichtiger Knotenpunkt innerhalb Asiens sein", so Takashi Murata, Leiter des Bereichs für den japanischen Raum des Kreditinstituts. So beobachte man besonders die Immobilienbranche im Land. Demnach plant Goldman Sachs laut Nikkei Asia, seine jährlichen Immobilieninvestitionen von 100 bis 150 Milliarden Yen auf etwa 250 Milliarden Yen zu verdoppeln, was etwa 2,29 Milliarden US-Dollar entspricht. Da die Corona-Pandemie einen regelrechten Homeoffice-Trend ausgelöst habe, hält die Bank Ausschau nach Buroflächen, die sich in der Nähe von Wohngebieten befinden. Auch lege man bei der Umsetzung dieses Vorhabens einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit: Statt Neubauten sollen vor allem ältere Gebäude renoviert und saniert werden.

Japans Impfkampagne zieht an

Auch wenn die Impfkampagne im Land zu Beginn des Jahres laut CNBC noch schleppend anlief, konnte die Anzahl vollständig Geimpfter zuletzt deutlich ansteigen. Trotzdem kommt Japan mit 29,38 Millionen zweifach geimpften Personen derzeit auf einen Anteil von 23,23 Prozent der Bevölkerung (Stand vom 20. Juli 2021), wie auf Daten der Online-Publikation "Our World in Data" zurückgeht. Mindestens eine Impfdosis wurde bereits 35,25 Prozent der in Japan lebenden Personen verabreicht. Damit fällt das Land deutlich hinter Nationen wie den USA, Großbritannien oder auch Deutschland zurück. Seit Ende Juni nehmen außerdem auch in Japan die Infektionszahlen wieder zu.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 26.07.2021 · 14:25 Uhr
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