Trotz GameStop-Furore: Robinhood ist auf gutem Weg an die Börse

• GameStop-Hype verhilft Robinhood zu mehr Nutzern
• Broker geht aus US-Anhörung gestärkt hervor
• IPO noch im März?

So etwas wie schlechte Werbung gibt es nicht - das trifft wohl aktuell auf kein Unternehmen so gut zu wie auf den US-Broker Robinhood. Die Trading-App, die sich insbesondere bei einem jüngeren Klientel großer Beliebtheit erfreut, hat in den letzten Monaten große Aufmerksamkeit erfahren. Hintergrund ist die Kursachterbahn der GameStop-Aktie, die Ende Januar durch zahlreiche Kleinanleger ausgelöst wurde, die sich mithilfe des Reddit Subforums WallStreetBets zu Käufen des schwächelnden Computerspieleeinzelhändlers verabredeten und damit einen Shortsqueeze der bei GameStop beteiligten Hedgefonds erzielten.

Möglich wurde dies nicht zuletzt mithilfe der Trading-App Robinhood, die sich insbesondere bei der jüngeren Anlegergeneration großer Beliebtheit erfreut. Allerdings geriet der Online-Broker in die Kritik, als er aufgrund großer Kursschwankungen bei der GameStop-Aktie zeitweise das Handeln mit dem Anteilsschein einschränkte und nur noch das Verkaufen des Papiers ermöglichte. Es wurden Rufe laut, Robinhood würde mit Hedgefonds zusammenarbeiten und durch die Einschränkungen verhindern, dass diese noch weitere Verluste erleiden müssten.

Robinhood-Chef steht US-Kongress Rede und Antwort

Dies rief auch die Politik auf den Plan. So musste sich Robinhood-Chef Vlad Tenev in einer Anhörung vor dem US-Kongress zahlreichen Fragen stellen. Hierbei dementierte er die Anschuldigungen vehement. Darüber hinaus erklärte er, die zeitweiligen Handelsbeschränkungen seien nötig gewesen, da aufgrund der großen Kursausschläge und des dementsprechend hohen Handelsvolumen ein erhöhter Bedarf an Sicherheiten vonnöten gewesen wäre. So sei es nötig gewesen angesichts der Marktturbulenzen insgesamt 3,4 Milliarden US-Dollar bei Investoren einzuholen, um die Kapitaldecke zu stärken. Insgesamt scheinen die unaufgeregten und klar formulierten Aussagen und Antworten Tenevs bei Investoren der Trading-App gut angekommen. So zitiert das Nachrichtenportal CNBC einen namentlich nicht genannten Investor folgendermaßen: "Robinhood ist daraus gestärkt hervorgegangen - natürlich hat das Unternehmen auch einen Rückschlag einstecken müssen, aber wir arbeiten engagiert daran, dies hinter uns zu lassen".

Mehr Nutzer für Robinhood

Insgesamt konnte der Online-Broker durch das Gerede rund um die GameStop-Aktie stark profitieren. Die Trading-App ist bekannter denn je und konnte auch kräftig an Nutzern hinzugewinnen. So schätzt JMP Securities laut CNBC, dass der Broker allein im Januar 2021 3 Millionen Nutzer hinzugewinnen konnte. Insgesamt dürfte die Konten-Anzahl nun auf 23 Millionen gesteigert worden sein. Wie Robinhood während der Anhörung außerdem verlautete, sei ein Durchschnittskonto des Brokers 5.000 US-Dollar stark. Insgesamt hätte das Unternehmen bisher 35 Milliarden US-Dollar an realisierten Gewinnen an seine Anleger ausgezahlt.

Robinhood-IPO im März 2021?

Schon länger wird erwartet, dass der Online-Broker seinen Schwung der letzten Jahre nutzt, um den Sprung an die Börse zu wagen. Nun, da mehr über die Trading-App geredet wird als je zuvor, scheint ein IPO sogar noch in diesem Monat möglich, wie Bloomberg jüngst mit Bezug auf Insider berichtete.

So habe das Unternehmen in der letzten Woche bereits Gespräche mit Underwritern geführt, um die benötigten Filings in den nächsten Wochen durchzuführen. Allerdings stehe die finale Entscheidung noch aus und auch der gewählte Zeitpunkt könne sich noch ändern.

Die Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang läuft dabei schon länger. So berichtet das Nachrichtenportal, dass bei einer Finanzierungsrunde in diesem Jahr bereits beschlossen wurde, das investierte Kapital würde bei einem IPO in Aktien umgewandelt. Eine erste Tranche werde dabei bei einer Bewertung von 30 Milliarden US-Dollar umgewandelt oder es könnten beim IPO Aktien mit einem Rabatt von 30 Prozent erworben werden.

Robinhood-Aktie dürfte auf großes Anlegerinteresse stoßen

Wie CNBC berichtet, ist das Interesse an Robinhood-Aktien auf dem Privatmarkt bereits jetzt groß und durch den GameStop-Hype noch gewachsen. Dies habe Rainmaker Securites, ein Unternehmen, das Investoren bei der Erstehung privater Aktien hilft, festgestellt. Während im September 2020 noch für eine dieser Privataktien Robinhoods 15 US-Dollar geboten worden seien, seien erst kürzlich Gebote bei einem Preis von 52 US-Dollar eingegangen. Zwar handelt es sich bei diesen prä-IPO-Geboten nicht um Garantien für den tatsächlichen späteren Aktienpreis, sie dienen jedoch als Indikator für das Anlegerinteresse an einem Unternehmen.

Die Bewertung eines privaten Unternehmens zu schätzen, ist ein schwieriges Unterfangen, insbesondere, wenn es noch keine öffentlichen Informationen zur finanziellen Situation der besagten Firma gibt. Allerdings habe ein Investor gegenüber CNBC verlautet, die Bewertung Robinhoods könne sich auf die satte Summe von 40 Milliarden US-Dollar belaufen. Im Vergleich: Laut Bloomberg sei während einer Finanzierungsrunde in 2020 die Trading-App noch mit 11,7 Milliarden US-Dollar bewertet worden.

Bislang wollte sich Robinhood zu einem konkreten IPO-Zeitpunkt nicht äußern. Es bleibt also abzuwarten, ob es diesen Monat tatsächlich schon so weit ist.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 02.03.2021 · 23:28 Uhr
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