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Trotz Ertragsrezession: Blackstone sieht ideale Kaufgelegenheit

Am Freitag vergangener Woche startete die Berichtssaison in den USA mit den Zahlenvorlagen zweier amerikanischer Großbanken: JPMorgan und Wells Fargo. Während einige Analysten den Ergebnissen weniger skeptisch entgegenblickten, äußerten andere ihre Sorgen und befürchteten eine Ertragsrezession. So auch Chef-Investitionsstratege von Blackstone, Joseph Zidle. Denn fast 75 Prozent der S&P 500-Unternehmen hätten ihre Gewinnprognose gesenkt, was wiederum zu einer Kürzung der Prognosen der Analysten führte, berichtete ein FactSet-Analyst gegenüber MarketWatch. Gründe für diese Senkungen gebe es einige: Der anhaltende Handelskonflikt zwischen China und den USA, das Chaos um den Brexit, der Government Shutdown in den USA, steigende Rohstoffkosten, eine Verlangsamung des globalen Wachstums.

Auch Morgan Stanley warnte bereits vergangene Woche, dass US-amerikanische Unternehmen auf eine "voll ausgewachsene Ertragsrezession" zusteuerten. Während einige Analysten glaubten, man erlebe ein negatives Quartal, danach kehre man aber wieder zu positivem Gewinnwachstum zurück, zeigte sich Zidle ähnlich wie Morgan Stanley gegenüber CNBC weniger zuversichtlich.

Blackstone sieht "echtes Risiko"

"Ich denke, dass eine Ertragsrezession ein echtes Risiko ist, aber das Wichtigste, worauf man hinweisen muss... ist, dass der Wirtschaftszyklus oder der Gewinnzyklus mit einer anderen Geschwindigkeit arbeitet, als ein Konjunkturzyklus", so Zidle. Die Unternehmensergebnisse würden wohl schwach ausfallen, die Sorgen vor einer wirtschaftlichen Rezession seien dem Experten zufolge allerdings unbegründet. "Typischerweise haben Sie mehr Aufschwünge und Pleiten bei den Unternehmensgewinnen als in einer Wirtschaft. So denke ich, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass wir eine Ertragsrezession haben... oder zumindest nah dran sind. Aber gleichzeitig haben wir keine wirtschaftliche Rezession", fügte Zidle hinzu. Nach der Ertragsrezession, die als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Ertragswachstum definiert wird, gebe es aber auf jeden Fall Kaufgelegenheiten: "Ich werde das als Gelegenheit zum Kauf nutzen", verriet Zidle gegenüber CNBC. Denn eine Ertragsrezession "führt typischerweise" zu einer "ziemlich guten" Performance von Aktien in den kommenden 12 Monaten. "Wenn wir die Volatilität bekommen, die wir in den nächsten Monaten erwarten, denke ich, dass die Aktien in 12 Monaten höher stehen werden als heute. Das deutet darauf hin, dass sie kaufen, und sie kaufen zyklische Produkte - Unternehmen, die am stärksten für den globalen Konjunkturzyklus verantwortlich sind -, denn ich sehe, dass es sich verbessert".

Ob der Blackstone-Analyst Recht behält, wird sich schon bald zeigen.

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[finanzen.net] · 15.04.2019 · 19:11 Uhr
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