Trauerfeier für getötete Afghanistan-Soldaten
Die aus Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt stammenden Männer waren am 23. Juni bei einem Feuergefecht mit den Taliban nahe der Stadt Kundus in einem Transportpanzer ums Leben gekommen.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte: «Wir trauern und sind tief erschüttert über den Verlust dieser guten Soldaten. Er führt uns deutlich vor Augen, welch hohen Preis wir zahlen, damit wir in Deutschland in Frieden und Freiheit leben können.» Er bekräftigte die Notwendigkeit des Afghanistan-Einsatzes und mahnte erneut mehr Unterstützung der Gesellschaft für den schweren Auftrag der Soldaten an.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte im Bundestag den Afghanistan-Einsatz trotz der steigenden Zahl getöteter Soldaten. «Wir stehen hier weiterhin vor großen, vor schwierigen und vor gefährlichen Herausforderungen», sagte Merkel in Berlin. «Aber ich sage auch: Ziel und Strategie des Einsatzes der NATO und unseres zivilen Engagements sind ohne vernünftige Alternative.»
Jung ging im ZDF-"Morgenmagazin" auch auf Berichte über interne Kritik am taktischen Vorgehen der Bundeswehr am Hindukusch ein. «Wir sind zur Zeit dabei, die Handlungsanweisungen für unsere Soldaten zu überprüfen, nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, um hier eine klare Rechtsgrundlage für unsere Soldaten zu haben, damit sie auch solche schweren Hinterhalte und Gefechtssituationen gut bestehen können.»
Jung sprach sich erneut gegen die Bezeichnung «Krieg» für den Einsatz in Afghanistan aus. Das spiele nur den Taliban in die Hände.

