Tim Mälzer: 'Ich bringe die Rotzigkeit in die Show mit'

Viel zu tun für den TV-Koch: Ehe am 9. Februar die neuen Folgen von «Kitchen Impossible» starten, wagt sich Mälzer gemeinsam mit seinen Kumpels Sasha und Steffen Hallaschka an eine Liveshow bei RTL. Wir haben über «Alles auf Freundschaft» ebenso gesprochen wie über das "ewige Duell" mit Tim Raue und die kommenden «Kitchen Impossible»-Sendungen mit Steffen Henssler und Jamie Oliver.

Herr Mälzer: Eine Primetime-Show, 20.15 Uhr, auf der Bühne Tim und Sasha – das erinnert mich an «Schlag den Star». Ich weiß, Sie können nicht gut verlieren. Pleite verkraftet?

Welche Pleite? In meiner Welt habe ich gewonnen. Ich beeinflusse mein Wissen und meine Gedanken immer so, dass ich viele Dinge aufnehme und die, die nicht zu meiner Wahrnehmung passen, dann auch direkt wieder lösche.

Dann war es also ein Zu-Null-Sieg, in Ihrer Welt?

Nein, das nicht, da ich ja weiß, dass Perfektionismus auch unsympathisch wirken kann.

Was macht Ihre kommende RTL-Sendung anders als «Schlag den Star»?

Ich weiß gar nicht, welche Spiele wir spielen werden. Ich bin zwar Teil der Ideenfindung dieser Show gewesen, aber ich darf nicht wissen, was wir am Freitag genau machen müssen. Was mich übrigens extrem nervt. Im Grunde genommen ist es aber so, dass jede Spielshow ähnlich aufgebaut ist. Zwei Personen spielen mit- oder gegeneinander. Am Ende geht es bei uns um 100.000 Euro, die Sascha und ich gewinnen können oder eben unsere Gegner, die ebenfalls gute Freunde sind. Es gibt aber etwas, das diese Sendung durchaus einzigartig macht. Bei «Schlag den Star» ist man auf sich alleine gestellt – und man kann ja seine Fähigkeiten schon einschätzen. In der RTL-Show ist es jetzt quasi ein Mannschaftssport, man spielt im Team. Kennen Sie das Spiel Tac?

Ähm, nein.

Spielen Sie es mal. Aber nur wenn Sie eine funktionierende Beziehung haben. Ist das nicht der Fall, könnte es sein, dass sich Ihre Freundin danach von Ihnen trennt. So ein bisschen wird es auch bei uns sein; wir müssen miteinander spielen und miteinander taktieren.

Moderator wird Steffen Hallaschka, mit dem Sie beide auch befreundet sind. Das Trio Mälzer/Sasha/Mälzer hat eine besondere Würze, wenn ich dieses Bild mal verwenden darf?

Ich bin jetzt 49 Jahre alt, auch wenn ich natürlich jünger aussehe. Ich bringe die Rotzigkeit in die Show mit – und in unsere Freundschaft. Sasha muss einfach gut aussehen. Das ist ein bisschen wie in einer Boyband. Ich bin der Wilde mit den vielen Tattoos, Sasha ist dafür da im richtigen Moment mit gespitzten Lippen unwiderstehlich in die Kamera zu lächeln. Und dann brauchen wir natürlich noch einen stillen Geist, der alles zusammenhält, der eher die Beobachterrolle hat und uns unser Rampenlicht lässt. Das ist dann Steffen.

Mir geht es vor allem darum, mit diesem RTL-Format emotionales Fernsehen zu machen. Über die Emotion wollen wir die Menschen unterhalten.

Welchen Reiz übt für Sie Live-Fernsehen aus?

Live ist mir definitiv lieber. Da muss man hellwach bleiben und sehr spontan auf Situationen reagieren. Ich bin zum Beispiel grottenschlecht darin, vorgegebene Sätze einfach nur aufzusagen. Das ist dann in etwa so wie bei Loriot und dessen Satz „Oh Oma, ein Klavier, Klavier, Klavier, wir danken dir.“ Spontan ist immer besser, ich glaube fest daran, dass die Zuschauer das auch zu schätzen wissen. Aber es ist eben auch sehr mutig von RTL, diesen Rotzlöffel da live ins Fernsehen zu lassen. Und es ist ohne Frage so, dass wir uns erst einmal finden müssen. Wenn Steffen, Sasha und ich uns nichts zu sagen haben, dann… ja, dann müssen wir hoffen, dass es die gegnerischen Kandidaten rausreißen.

Anfang Februar kehrt auch «Kitchen Impossible» zurück – gerade finden die Nachdrehs statt. Erklären Sie uns mal; Sie sehen dann quasi einige Tage lang alle Aufnahmen, erleben und fühlen alles nochmal?

Ganz genau. Ich sitze jetzt gerade an dem Tisch, der dann auch viele Wochen lang im Fernsehen zu sehen sein wird – momentan allerdings auf dem Platz von Tim Raue. Wir schauen zur Zeit all die schönen Filme, die Reisen sind bereits abgeschlossen und jetzt erinnern wir uns nochmal und lachen über das, was wir sehen.

Gerade habe ich die Folge gesehen, die ein absolutes Novum für die Reihe darstellt. Tim Raue und ich sind parallel nach Österreich gereist. Wir haben unabhängig voneinander das identische Gericht vorgesetzt bekommen. Es ist inzwischen ja keine Frage mehr, dass ich schöner, intelligenter, witziger, cooler, gefragter und was weiß ich noch bin. Sie wissen ja, dass wir schon mehrfach der Frage nachgegangen sind, aber es geht im Duell Mälzer gegen Raue immer noch darum, wer nun verdammt noch einmal der bessere Koch ist. Und wie soll man das besser herausfinden, als wenn wir beide ein uns unbekanntes Gericht quasi parallel zubereiten und beide Gerichte dann einer Jury vorgelegt werden?

Es stehen ja in dieser Staffel auch einige besondere Folgen an; etwa die gegen Steffen Henssler. Plaudern Sie doch mal aus dem Nähkästchen…

Es gibt ja manchmal so Menschen, die parallel zueinander etwas ziemlich Ähnliches machen. Boris Becker und Michael Stich zum Beispiel, Muhammed Ali und George Foreman. Bei uns ist das quasi das Duell der großkotzigsten Köche. Bei Steffen Henssler ist es definitiv so, dass er eine große Schnauze hat, aber halt auch große Kompetenz. Steffen hat sich ja lange geziert, dieses Duell anzunehmen. Er war quasi das kleinste Glied in der Kette. Aber es war eigentlich immer klar, dass dieses Duell mal kommen muss. Wir hatten ein Restaurant in der gleichen Straße, sind uns allgemein sehr ähnlich.

Auf dieses Duell müssen wir aber noch bis Ende März warten…

Es wird die vorletzte Folge der Staffel sein. Die letzte Folge gebührt immer – das sage ich mit vollem Respekt – Tim Raue. Wenn ich der Vater dieses Formats bin, dann ist Tim Raue die Mutter.

Bekannt ist auch, dass Jamie Oliver zugesagt hat. Ein Ritterschlag?

Ja, ein Ritterschlag! «Kitchen Impossible» hat eine einzigartige Qualität – und ist im Koch-Unterhaltungsbereich ohnehin einzigartig. Alle, die mitmachen, sprechen immer wieder von dieser ganz besonderen Intensität. Aber man muss auch sagen: Jamie Oliver ist die Welt, ein Weltstar. Er verleiht diesem Format noch einmal einen besonderen Glanz. Und es ist auch ein Ritterschlag für die Freundschaft zwischen mir und Jamie Oliver. Dass er mir vertraut, dass wir ihn in diesem Format ordentlich behandeln.

Danke für das Gespräch.

Magazin / Interview
31.01.2020 · 10:07 Uhr
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