Tim Draper: Bitcoin sicherer als Banken im Zeitalter der Quantencomputer

Der Risikokapitalgeber Tim Draper argumentiert, dass die Befürchtungen, Quantencomputer könnten Bitcoin (BTC) gefährden, unbegründet sind. Seiner Meinung nach sind traditionelle Banken und die dort gehaltenen Dollar einem größeren Sicherheitsrisiko ausgesetzt.
Draper: Banken stärker durch Quantencomputer bedroht als Bitcoin
In einer Stellungnahme äußerte Draper, dass Finanzinstitute auf älterer Infrastruktur basieren, die leichter zu kompromittieren sei als das Bitcoin-Netzwerk. Draper betonte, dass Quantencomputer die Banken lange vor der Blockchain gefährden könnten. Selbst wenn das Bitcoin-Netzwerk angegriffen würde, könnten vollständige Knotenbetreiber zum letzten sicheren Block zurückkehren, was Banken nicht möglich sei.
Diese Möglichkeit eines Rollbacks ist technisch machbar, erfordert jedoch den Konsens vieler Knotenbetreiber und Miner und wird nur in extremen Fällen in Betracht gezogen. Ein solcher Schritt würde zudem dem Prinzip der Unveränderlichkeit von Bitcoin widersprechen, was Draper nicht thematisierte.
Der BTC-Investor Lark Davis unterstützte Drapers Sichtweise und betonte, dass bei Einhaltung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen die Bitcoin-Bestände sicherer seien als Bargeld auf der Bank, es sei denn, die Schlüssel würden gestohlen. Er wies darauf hin, dass Quantencomputer alle herkömmlichen Sicherheitsmaßnahmen gefährden könnten, weshalb man nicht nur die Kryptowährung ins Visier nehmen solle.
Draper wiederholte auch seine langjährige Prognose, dass Bitcoin eines Tages den Dollar übertreffen werde. In einem Interview erklärte er, dass Einzelhändler irgendwann nur noch Bitcoin akzeptieren könnten, was zu einem Ansturm auf den Dollar führen würde. Im April erneuerte er seine Wette, dass BTC innerhalb von 18 Monaten die Marke von $250.000 erreichen könnte.
Ein differenzierteres Bild von Sicherheitsexperten
Die Bedrohung durch Quantencomputer für Bitcoin wurde von mehreren Forschern untersucht. Der On-Chain-Analyst James Check argumentierte, dass die oft genannte Zahl von 6,3 Millionen BTC mit exponierten öffentlichen Schlüsseln das tatsächliche Risiko übertreibt. Institutionen wie Börsen und Verwahrstellen, die dem größten Risiko ausgesetzt sind, arbeiten bereits an Lösungen zur Risikominderung. Der wirklich risikobehaftete Teil betrifft etwa 1,716 Millionen BTC in frühen Pay-to-Public-Key-Adressen, von denen angenommen wird, dass sie größtenteils verlorene Münzen aus den frühesten Bitcoin-Blöcken sind.
Drapers Argumentation zur Infrastruktur steht im Gegensatz zur Einschätzung des Sicherheitsexperten Jameson Lopp. Laut Lopp können Banken viel schneller auf Bedrohungen durch Quantencomputer reagieren als Bitcoin, da die Kryptowährung einen breiten dezentralen Konsens für Protokolländerungen benötigt. Er schätzt, dass es bis zu einem Jahrzehnt dauern könnte, bis Bitcoin vollständig auf quantenresistente Kryptografie umgestellt ist. Draper setzt darauf, dass Banken zuerst scheitern, während Lopp glaubt, dass die langsame Anpassungsfähigkeit von Bitcoin das größere Problem darstellt.

