Tilray mit größerem Verlust als erwartet - Aktie auf Talfahrt

• Umsatz liegt über Erwartungen
• Verlust mit 0,36 US-Dollar pro Aktie enttäuscht
• mehr Einnahmen durch Freizeitkonsumenten


Das kanadische Pharma- und Cannabisunternehmen Tilray hat gestern nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorgelegt. Obwohl der Umsatz über den Erwartungen liegt und überzeugen konnte, macht eine andere Zahl Investoren scheinbar zu schaffen: der Verlust. Mit einem Nettoverlust von 35,1 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,36 US-Dollar pro Aktie liegt dieser Wert über Analystenschätzungen, die von einem Verlust von 0,28 US-Dollar pro Aktie ausgingen. An der Nasdaq bekam Tilray das deutlich zu spüren. Die Tilray-Aktie verlor schlussendlich 15,17 Prozent auf 39,04 US-Dollar.

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Tilray-Bilanz: Starker Umsatz

Allerdings kann der ausgewiesene Umsatz überzeugen. Diesen konnte Tilray im Vorjahresvergleich um 371,1 Prozent auf 45,9 Millionen US-Dollar steigern - im zweiten Quartal 2018 lag dieser noch bei lediglich 9,7 Millionen US-Dollar.

Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt, war ein großer Treiber hierfür vor allem der Zukauf von Manitoba Harvest, einem Hersteller von hanfbasierten Nahrungsmitteln, Öl und Ergänzungsmitteln. Hinzu komme die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene in Kanada und das Wachstum auf internationalen Märkten im Medizinbereich vor allem in Europa. Nach Steuern steht der ausgewiesene Umsatz noch bei 42 Millionen US-Dollar.

Geringerer Nettopreis pro Gramm Cannabis

Einkommen hat vor allem der Erwachsenen-Markt des Cannabis-Konsums generiert. Hier konnten die Einnahmen verglichen zum letzten Quartal beinahe verdoppelt werden, und zwar auf 15 Millionen US-Dollar.

Dafür sank im zweiten Quartal dieses Jahres der Nettopreis für ein Gramm Cannabis. Im Vorjahr verkaufte Tilray ein Gramm des high-machenden Stoffes für 6,38 US-Dollar, mittlerweile nur noch für 4,61 US-Dollar. Das liegt laut Pressebericht daran, dass weniger hochpreisige Extrakte verwendet werden und der Freizeitkonsumbereich der Erwachsenen gestiegen ist, die im Vergleich zu medizinischen Kunden weniger für ihr Cannabis bezahlen.

Kosten für Ausbau von Anbauanlagen drücken die Marge

Die Bruttomarge konnte im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres von 23 Prozent auf 27 Prozent ansteigen. Allerdings lag diese im Vorjahresvergleich noch bei 43 Prozent. Tilray gibt als Grund hierfür an, dass die Bruttomarge von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, wie beispielsweise den gestiegenen Kosten für den Ausbau von Anbauanlagen.

Das Unternehmen selbst zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen und positiv gestimmt für die Zukunft. Wie MarketWatch berichtet, erklärte CEO Brendan Kennedy in einem Telefoninterview, dass es eine leichte Entspannung bei der Versorgung auf dem kanadischen Cannabis-Markt gebe. "Ich würde nicht sagen, dass ich optimistisch bin, aber ich bin weniger skeptisch. Unser Asset-Light-Kultivierungsmodell in Kanada wird dadurch wirklich unterstützt."

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[finanzen.net] · 14.08.2019 · 22:00 Uhr
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