thyssen-Aktie legt zu: thyssenkrupp startet Krisenpaket - 3.000 Stellen werden gestrichen

Damit kann die im Dezember vorgestellte Strategie 20-30 umgesetzt werden. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2026 rund 3.000 der insgesamt 27.000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Nach Angaben von thyssenkrupp sollen etwa 1.000 in der Verwaltung entfallen, 800 Stellen seien im Bereich Grobblech betroffen. Dort sieht thyssenkrupp keine Entwicklungsperspektive innerhalb der Unternehmensgruppe. Hinzu kommen ab 2022 beginnend der Abbau von weiteren rund 1.200 Stellen durch eine Optimierung des Produktionsnetzwerks.

Um thyssenkrupp Steel wieder technologisch fit zu machen, fließen über die jährlichen Investitionen hinaus zusätzlich 800 Millionen Euro in den nächsten sechs Jahren, wie der Konzern weiter mitteilte.

thyssenkrupp wollte das Stahlgeschäft eigentlich in ein Joint Venture mit Tata Steel Europe einbringen, scheiterte damit jedoch im vergangenen Frühjahr an wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission in Brüssel. Das Traditionsgeschäft ist wegen mangelnder Investitionen technologisch ins Hintertreffen geraten. Während die IG Metall eine Beschäftigungsgarantie bis 2030 gefordert hatte, wollte das Management ursprünglich nur für drei Jahre entsprechende Garantien machen. Für die seit Jahren verlustträchtige Grobblech-Produktion muss sich bis zur Jahresmitte ein Käufer gefunden haben, ansonsten solle das Werk in Duisburg-Hüttenheim geschlossen werden.

Zudem haben sich thyssenkrupp und die IG Metall auch auf ein Sofortpaket "Corona-Krise" geeinigt. "Die Tarifparteien sind übereingekommen, dass in der aktuellen Situation einzelne Maßnahmen der Stahlstrategie 20-30 im Verlauf der Umsetzung regelmäßig überprüft werden", erklärte der Konzern. Dazu habe man für die Dauer der Pandemie ein gemeinsames monatliches Monitoring der Situation zur Umsetzung der erzielten Einigung vereinbart.

thyssenkrupp-Betriebsrat - Spätestens im Mai wohl Kurzarbeit im Stahl

Die Mitarbeiter der Stahlsparte von thyssenkrupp müssen sich wegen Produktionstopps wichtiger Kunden im Zuge der Corona-Krise auf mehrere Monate Kurzarbeit einstellen.

Das Management habe erklärt, dass man sich auf massive Kurzarbeit vorbereiten müsse, sagte Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Das Volumen und die betroffenen Anlagen können wir im Moment nicht beziffern." Die Produktionsstopps bei den Kunden aus der Automobilindustrie machten sich deutlich bemerkbar. Der Betriebsrat gehe davon aus, dass es wahrscheinlich spätestens ab Mai für drei Monate zu Kurzarbeit kommen werde. "Die genaue Vereinbarung dazu werde ich jetzt in den nächsten Tagen mit dem Arbeitgeber verhandeln."

Bei thyssenkrupp-Steel Europe sind rund 27.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der gesamte Konzern beschäftigt nach den Worten von NRW-IG-Metall-Chef Knut Giesler in Nordrhein-Westfalen rund 40.000 Mitarbeiter, womit er hier fast systemrelevant sei. Giesler und Nasikkol hatte in der Nacht zu Mittwoch mit dem Management vereinbart, dass das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufgestockt wird.

"Wir werden an vielen Standorten in den nächsten Wochen in Kurzarbeit gehen müssen", sagte Personalvorstand Oliver Burkhard. Dies betreffe zunächst die produktionsnahen Bereiche, aber auch die Verwaltung. "Wir schauen uns überall gewissenhaft an, wann welche Maßnahmen sinnvoll sind. Auch wenn uns die Arbeit ausgeht, versuchen wir, alle in Arbeit zu halten. Damit wir nach der Krise durchstarten können."

Zweites Kursfeuerwerk hält nicht lange an

Das Kursfeuerwerk der thyssenkrupp-Aktien ist am Mittwoch zügig abgebrannt. Lag der Kurs eineinhalb Stunden nach XETRA-Handelsbeginn noch mit rund 23 Prozent im Plus, so schmolzen die Gewinne in der Folge auf zeitweise 0,99 Prozent ab. Letztlich standen die Anteilsscheine dann 3,95 Prozent höher bei 5,13 Euro. Schon am Vortag war der Kurs um 26,4 Prozent nach oben geschossen.

thyssenkrupp hat sich mit der IG Metall über den Abbau von 3.000 Stellen im Stahlbereich geeinigt. Analyst Christian Obst von der Baader Bank gestand zwar zu, dass das Management die Pläne umsetze; der Konzern investiere jedoch einen Teil der Erlöse aus dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts in das Stahlsegment, das von zu hohen Kapazitäten und in Übergangsphasen befindlichen Kunden gekennzeichnet sei. Das Gewinnziel für Steel Europe bezeichnete der Experte als "sehr ambitioniert", denn die Marktbedingungen blieben sehr herausfordernd.

FRANKFURT (Dow Jones) / FRANKFURT (dpa-AFX Broker) / Düsseldorf (Reuters)

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[finanzen.net] · 25.03.2020 · 17:54 Uhr
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