Teslajäger: Der Audi e-tron muss zurück in die Werkstatt

Mit dem e-tron will Audi eigentlich unter Beweis stellen, dass man durchaus in der Lage ist, erstklassige Elektroautos zu bauen und zu verkaufen. Das Fahrzeug ist aber auch aus einem anderen Grund von Bedeutung. Denn nur wenn Audi ausreichend Autos mit Elektroantrieb verkauft, kann die Automarke die EU-Grenzwerte in Sachen CO2-Ausstoß einhalten. Andernfalls drohen empfindliche Geldstrafen. Nun gibt es aber bereits erste Probleme mit dem Hoffnungsträger. So gab der Autobauer bekannt, dass bei rund 7.000 Exemplaren weltweit unter bestimmten Umständen Wasser in die Batterie eindringen kann. Im schlimmsten Fall führt dies zu einem „thermischen Ereignis“. Oder anders ausgedrückt: Die Batterie könnte anfangen zu brennen. Die Wahrscheinlichkeit wird von den Audi Ingenieuren aber für sehr gering gehalten.

Bild: Audi AG

In Deutschland sind rund 2.300 Fahrzeuge betroffen

Bei den bisher beobachteten Fällen ging lediglich die Batteriewarnleuchte an und es konnten keine Schnellladevorgänge mehr gestartet werden. Auch dies ist bei einem Auto, das schon in der Basisvariante mehr als 80.000 Euro kostet, allerdings ärgerlich genug. Audi hat sich daher zu einem freiwilligen Rückruf entschieden und wird die Autos in der Werkstatt nachrüsten. Betroffen sind ohnehin nur Fahrzeuge bis zu einer gewissen Seriennummer. Bei den neueren Modellen wurde der Fehler in der Produktion hingegen bereits behoben. In den Vereinigten Staaten sind von dem Rückruf rund 540 e-tron betroffen. In Deutschland steht Audi ebenfalls bereits in Kontakt mit dem Kraftfahrtbundesamt. Hierzulande sind Schätzungen zufolge etwa 2.300 Fahrzeuge betroffen. Auf dem weltweit größten Markt für Elektroautos, in China, muss Audi hingegen nicht aktiv werden. Die Lieferungen ins Reich der Mitte sollen erst in der zweiten Jahreshälfte einsetzen.

Bisher gibt es keine einheitlichen Standards für E-Auto-Batterien

Der Autobauer verspricht den von dem Rückruf betroffenen Kunden in jedem Fall ein Ersatzauto zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen die in dieser Zeit anfallenden Tankkosten bis zu einer Höhe von 800 Dollar übernommen werden. Bei technischen Problemen mit dem Ersatzwagen werden zudem kostenfrei Techniker losgeschickt. Die Probleme mit der Batterie des e-tron verdeutlichen aber auch eine grundlegende Problematik der Branche. Denn grundsätzlich ist ein Brand in einem Elektroauto nicht wahrscheinlicher als in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Allerdings gibt es bisher noch keine branchenweiten Standards für ein sicheres Design der Batterien. Stattdessen geht jeder Hersteller seinen eigenen Weg. Dabei können allerdings auch Fehler passieren, die dann nachträglich korrigiert werden müssen – was vergleichsweise teuer ist.

Via: Bloomberg

Auto / Elektroauto
[trendsderzukunft.de] · 12.06.2019 · 09:02 Uhr
[1 Kommentar]
 
Diese Woche
26.06.2019(Heute)
25.06.2019(Gestern)
24.06.2019(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News