Tesla dominiert Elektro-Auto-Markt auch im ersten Quartal 2020

• Kalifornischer E-Auto-Pionier mehr Wert als BMW, VW und Daimler
• Tesla "Innovationsführer im Bereich der reinen Elektromobilität"
• Chinesischer E-Automarkt von Bedeutung

Vergangenen Monat staunten Anleger nicht schlecht: Nach einem starken Anstieg der Tesla-Aktie bereits seit Ende vergangenen Jahres und dem zwischenzeitlichen Crash aufgrund der Corona-Krise im März, konnte das Papier erneut ein kräftiges Kursplus verbuchen und überholte damit die deutschen Autobauer BMW, Volkswagen und Daimler zusammen genommen beim Börsenwert.

Doch der kalifornische E-Autobauer scheint die deutschen Autokonzerne nicht nur beim Börsenwert überholt zu haben. Während VW, BMW und Co. dabei sind vom traditionellen Otto-Motor auf Elektromobilität umzustellen, verfolgt Elon Musk diese Strategie schon länger - wenn auch noch nicht so gewinnbringend, wie die alteingesessenen Unternehmen der deutschen Automobilindustrie mit ihren Verbrennern. Und so hat Tesla auch in diesem Jahr den E-Automarkt bisher dominiert.

Tesla bleibt führend im E-Auto-Markt

Wie das Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach in seinem "Electromobility Report 2020" berichtet, lag Tesla in 2019 und im ersten Quartal 2020 mit dem Absatz von Elektroautos ganz vorn. In 2019 konnte Tesla 367.500 Fahrzeuge ausliefern - damit lag Tesla deutlich vor BYD, einem Konkurrenten aus China, der es mit Platz zwei auf 219.000 Pkws schaffte. Für 2020 hatte sich der kalifornische Elektroautobauer vorgenommen über 500.000 Autos auszuliefern. Zwar stellt nun die Corona-Krise ein unerwartete Hürde dar, das Unternehmen hält es aber dennoch weiter für möglich die Absatzziele 2020 zu erreichen.

Tesla ist Innovationführer, doch VW & Co. schließen auf

Wie Studienleiter Stefan Bratzel verlautet, sei Tesla "derzeit der Innovationsführer im Bereich der reinen Elektromobilität mit zwei bis drei Jahren Vorsprung und der Benchmark für die anderen Automobilhersteller". Dies gelte für das Kernmodul der Batterie inklusive des Lademanagements, die Schnellladeinfrastruktur als auch für die Softwarearchitektur und Vernetzung des Fahrzeugs. "Gleichwohl haben Hersteller wie Volkswagen bei konsequenter Fokussierung das Potential die Rückstände aufzuholen" und die Position als Marktführer bereits bis Mitte der 2020er Jahre zu übernehmen, so Bratzel.

Volkswagen schließe laut CAM im Bereich der E-Mobilität mit großen Schritten zu Tesla auf und springe von Rang 4 auf Rang 2, vor den auf Rang 3 vorrückenden Hyundai-Konzern. Dieser teile sich den dritten Platz mit KIA. Die chinesischen Hersteller BYD und BAIC sollen dagegen auf Rang 4 bzw. 6 zurückgefallen sein.

Tesla mit Wettbewerbsvorteilen

Die große Innovationsstärke schreibe man beim CAM Tesla vor allem aufgrund des Tesla Model S zu, der mit einer hohen Reichweite und einer starken Stromverbrauchseffizienz glänze. Zudem habe Tesla im vergangenen Jahr die firmeneigenen Schnellladestationen weiter ausgebaut, die neben den attraktiven Modellen zu den großen Wettbewerbsvorteilen des Herstellers zählten. Weitere spannende Neuigkeiten, die Teslas Vorsprung zur Konkurrenz wieder etwas vergrößern dürften, erwarten Tesla-Fans, -Unterstützer und -Investoren am "Battery Day", der in diesem Jahr stattfinden soll, allerdings erst kürzlich erneut verschoben wurde. An diesem Event dürfte Tesla-CEO Elon Musk neue Informationen zum geheimen Roadrunner-Projekt verkünden. Es wird - vor allem seit der Übernahme des Batterie-Spezialisten Maxwell - spekuliert, ob Tesla selbst in die Batterieproduktion einsteigt, was dem E-Auto-Pionier natürlich auch einige Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffen würde.

China als wichtiger EV-Markt

Wie Jose Pontes bei EV Volumes verlautete "besitzt Tesla den nordamerikanischen EV-Markt, und der Volkswagen Konzern (VAG) schlägt Tesla in Europa bereits", wenn es um die Vorherrschaft auf dem Elektroautomarkt geht. Während sich Europa laut "Electromobility Report" in Sachen E-Auto-Nachfrage bisher einem coronabedingten Rückgang noch recht gut entziehen konnte - in wichtigen europäischen Ländern habe die Nachfrage nach E-Autos, darunter reine Elektroautos als auch Plug-in-Hybride, von Januar bis April im Jahresvergleich sogar deutlich zugenommen - zeigt sich dieses Bild im internationalen Vergleich nicht überall. In China, einem wichtigen Markt für EVs (Electric Vehicles), gingen die Absatzzahlen deutlich zurück. China sei, laut Pontes, für Tesla als auch VW neutraler Boden und gleichzeitig der wettbewerbsfähigste Markt für Elektrofahrzeuge der Welt "mit einer Armee lokaler Wettbewerber". Mit dem Start der Produktion des Model 3 in China habe Tesla in diesem Jahr frühzeitig die Führung in China übernommen und somit lag VW mit einem Anteil von 8 Prozent an am chinesischen Plugin-Markt 4 Prozent hinter Tesla, mit 12 Prozent. VW kompensiere zwar "was es an ansprechenden Modellen fehlt […] mit seiner massiven Größe in China, doch an Tesla heranzukommen dürfte, Pontes nach, für VW schwierig werden. Tesla behält somit womöglich auch hier die Nase vorn.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 29.05.2020 · 23:05 Uhr
[2 Kommentare]
 

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