Tesla-Aktie in der Corona-Krise: Zwischen Zwangspause und Absatzsorgen

• Tesla fast 50 Prozent unter Allzeithoch
• Musk verspottet Schutzmaßnahmen
• Analysten werden skeptisch

Die Corona-Pandemie kommt für die Tesla-Aktie und Elon Musk zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Denn nach einem jahrelangen Seitwärtstrend kamen die Anteilscheine des E-Autobauers erst Ende 2019 so richtig in Schwung und erreichten somit Anfang Februar, bei rund 968 US-Dollar, ihr absolutes Allzeithoch.

Anteilsscheine notieren rund 48 Prozent unter Allzeithoch

Mit einem aktuellen Preis in Höhe von rund 500 US-Dollar je Aktie notiert das Papier jetzt jedoch rund 48 Prozent tiefer als noch vor wenigen Wochen. Dementsprechend hat Elon Musk für die hohen Schutzmaßnahmen, welche die Bevölkerung vor einer schnellen Ausbreitung des Corona-Virus schützen sollen und somit auch die Wirtschaft ausbremsen, nur sehr wenig Verständnis. "Meine Vermutung ist, dass die Panik mehr Schaden anrichtet als das Virus, wenn das nicht schon geschehen ist", so Musk auf Twitter in Bezug auf die grassierende Pandemie.

Nach einer tagelangen Auseinandersetzung mit den Gesetzesvertretern im kalifonischen Fermont musste jedoch auch Musk klein beigeben und nun sein Hauptwerk schließen. "Wir halten uns an die gesetzlichen Vorschriften", so der Unternehmer nach seiner Machtprobe mit den ortsansässigen Behörden.

Tesla-Aktie fährt Achterbahn

Kaum ein US-Bluechip hatte in den vergangenen Handelswochen eine derart hohe Volatilität wie die Tesla-Aktie. Erst kletterte das Papier zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 von rund 230 US-Dollar auf 968 US-Dollar und generierte somit ein Kursplus von weit über 300 Prozent. Dann stürzten die Anteilsscheine, in Folge der Corona-Krise, wieder massiv ab und erreichten am 18. März bei ca. 350 US-Dollar ihr vorläufiges Tief. Nach diesem rasanten Kursrücksetzer von über 60 Prozent konnte sich das Papier jedoch schnell regenerieren und über 40 Prozent zulegen. Aktuell pendeln die Anteilsscheine des E-Autobauers im Bereich um 500 US-Dollar.

Rückschlag durch Zwangspause

Die ab dem 23. März geltende Zwangspause für das Tesla-Hauptwerk in Fremont ist ein extremer Rückschlag für Elon Musk und seine Aktionäre. Denn zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden alle vier Tesla-Automobile, also Model 3, S, X und Y, in dieser kalifonischen Fertigungseinrichtung produziert. Die Fabrikschließung in Fremont wird dabei auch für den Tesla-Standort in Shanghai zum großen Problem. Denn das E-Autowerk an der chinesischen Ostküste hat inzwischen schon wieder geöffnet und benötigt in absehbarer Zeit spezielle Bauteile für die Produktion des Model 3. Diese Elemente stammen jedoch größtenteils aus dem nun geschlossenen US-Hauptwerk.

Darüber hinaus musste unlängst auch das Tesla-Werk im US-Bundestaat New York schließen, welches sich auf die Produktion von Photovoltaikmodulen spezialisiert hat.

Analysten werden zunehmend skeptisch

Die Expertenmeinungen und Kursziele rund um die Tesla-Aktie haben gegenwärtig eine enorme Spannweite erreicht. So glauben die Profis von JPMorgan an einen fairen Wert der Aktie in Höhe von 260 US-Dollar, während das Analystenhaus von Jefferies & Company mit einem Kursziel von 800 US-Dollar kalkuliert. Weitere Einschätzungen von der UBS, Bernstein Research und RBC Capital Markets belaufen sich dabei auf 420, 730 und 530 US-Dollar. Dass enorme Auseinanderdriften der verschiedenen Kursziele der Analysten zeigt dabei deutlich, welche Ungewissheit aktuell auch bei den Experten vorherrscht.

Muss sich Tesla Sorgen um den Absatz machen?

In der aktuellen Situation ist es gut möglich, dass viele potenzielle Tesla-Kunden vorübergehend mit dem Autokauf warten, bis sich die Lage wieder etwas entspannt hat. Rückblickend kann jedoch gesagt werden, dass auch während der Finanzkrise weiter genügend Autos verkauft wurden. So sank der globale Autoabsatz in den Jahren 2008 und 2009 nur um lediglich 4,1 und 0,9 Prozent.

Um die Nachfrage weiterhin stabil zu halten, könnte der US-Autobauer möglicherweise auch kleinere Preissenkungen vornehmen. Dessen ungeachtet hat der Konzern erst vor wenigen Tagen damit begonnen, die ersten Model Y an die Kunden auszuliefern.

Finanzpolster sollte ausreichen

Tesla beendete das Jahr 2019 mit einem Finanzpolster in Höhe von rund 6,3 Milliarden US-Dollar. Aufgrund einer im Februar 2020 durchgeführten Kapitalerhöhung hat sich dieser Betrag nun sogar auf rund 8,6 Milliarden US-Dollar erhöht. Dieser Summe stehen wiederum geplante Investitionen zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden US-Dollar gegenüber. Dementsprechend dürfte der Konzern, selbst wenn die Nachfrage nun massiv einbricht, noch genügend Kapital zur Verfügung haben.

Entscheidende Wochen für Tesla

Die nächsten Wochen werden für Tesla sehr entscheidend sein. Denn sofern die Pandemie nicht etwas unter Kontrolle gebracht werden kann, müssen die Investoren mit einer weiteren Achterbahnfahrt der Aktie rechnen. Dies gilt natürlich auch für die Anteilseigner der deutschen Autobauer VW, BMW und Daimler.

Pierre Bonnet /

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 27.03.2020 · 07:00 Uhr
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