Tesla-Aktie auf tiefstem Stand seit Juli: Tesla-Chef Musk präsentiert Prototyp eines humanoiden Roboters - Neuer Auslieferungsrekord enttäuscht dennoch

Tesla-Chef Elon Musk hat den Prototypen eines humanoiden Roboters vorgeführt, der nach seiner Überzeugung irgendwann wichtiger als die Elektroautos der Firma werden könnte.
Die Maschine mit unverkleideten mechanischen Gelenken und Kabeln machte bei einem Event am Wochenende einige Schritte auf einer Bühne und winkte dem Publikum zu. Tesla strebe für den Roboter mit dem Namen "Optimus" einen Preis unter 20 000 Dollar (rund 20 400 Euro) an und wolle Millionen davon bauen, sagte Musk.

Der "Optimus"-Prototyp bewegte sich viel ungelenker als etwa die bekannteren humanoiden Roboter der Firma Boston Dynamics, die rennen, tanzen und springen können. Musk sieht aber einen Vorteil für den Tesla-Roboter darin, dass dieser für die Erkennung seiner Umgebung auf Technologie des Fahrassistenzsystems "Autopilot" zurückgreifen könne, die die Autos der Firma verwenden. In eingespielten Videos war zu sehen, wie der 73 Kilogramm schwere Roboter einen Karton trägt, Blumen mit einer Gießkanne bewässert und ein Metall-Bauteil in Teslas Autofabrik bewegt.

Der Konzern wolle einen nützlichen Roboter entwickeln, der so schnell wie möglich gebaut werden könne, betonte Musk. Zugleich habe Tesla sich Gedanken darüber gemacht, wie man ein "Terminator"-Szenario vermeide, sagte er in Anspielung auf die Killer-Roboter aus der Filmreihe. Die Maschinen sollen deswegen so etwas wie einen Ausschalter für den Notfall bekommen.

Musk zeigte sich überzeugt, dass Roboter "für eine Zukunft mit Überfluss, eine Zukunft ohne Armut" sorgen könnten und sprach von einer "grundlegenden Transformation der Zivilisation". In der Vergangenheit hatte der Tech-Milliardär bereits prognostiziert, dass das Roboter-Projekt mit der Zeit bedeutender als Teslas Autoproduktion werden könnte. Bei der "Optimus"-Ankündigung vor einem Jahr hatte Tesla noch einen Menschen in ein Roboter-Kostüm gesteckt, was damals für einigen Spott sorgte. Diesmal wurde ein neuerer Prototyp mit Metall-Verkleidung von Tesla-Mitarbeitern auf die Bühne getragen, da er noch nicht selbst gehen kann.

Der Vorreiter Boston Dynamics, der zwischenzeitlich ein Teil von Google war, gehört inzwischen auch einem Autohersteller: dem südkoreanischen Hyundai-Konzern.

Tesla nutzte das Event auch, um die Technologie hinter "Autopilot" und seinen Programmen zum maschinellen Lernen zu erklären. Ein besonderer Fokus lag dabei darauf, wie gut die Autos ihre Umgebung mit Hilfe ihrer acht Kameras erkennen und verstehen können. Musk zeigt sich überzeugt, dass Tesla das autonome Fahren allein mit Kameras bewältigen kann, ohne die teureren Laserradare, auf die andere Entwickler von Roboterauto-Technologie setzen.

Aktuell fahren 160 000 Tesla-Kunden in den USA mit einer Test-Version der Assistenz-Software, die die Autos unter anderem auch im Stadtverkehr steuern soll, statt nur Spur und Abstand zu halten. In Videos der Beta-Tester machte die Software oft eine schlechte Figur. Musk sagte, dass Tesla zum Jahresende zumindest technisch zur Einführung der Test-Software auch in anderen Ländern bereit sein dürfte. Allerdings könnten örtliche Regulierungsvorgaben den Start außerhalb der USA verzögern.

Wochenproduktion in Grünheide bei 2000 Autos

Tesla hat im Werk Grünheide bei Berlin gut ein halbes Jahr nach dem Start eine wöchentliche Produktion von 2000 Fahrzeugen erreicht. Der Elektroauto-Hersteller gab die Marke am Wochenende bei Twitter bekannt. Dazu gab es ein Foto von Mitarbeitern neben einem Tesla mit dem aufgeklebten Schriftzug "2000" - wie schon bei Erreichen der 1000er-Marke Mitte Juni.

Das im März eröffnete Werk ist die einzige europäische Fabrik von Tesla-Chef Elon Musk. Das Unternehmen will dort einmal mit 12 000 Mitarbeitern 500 000 Elektroautos im Jahr herstellen. Die Produktion ist weiterhin im Aufbau. Nach dpa-Informationen wird für das erste Quartal 2023 die Marke von 5000 Fahrzeugen pro Woche angepeilt.

Tesla enttäuscht trotz Auslieferungsrekord

Tesla hat im dritten Quartal trotz eines Auslieferungsrekords die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Das US-Unternehmen übergab nach eigenen Angaben vom Sonntag im Berichtszeitraum 343.830 Autos an seine Kunden. Experten hatten im Durchschnitt allerdings mit 359.162 Fahrzeugen gerechnet. Ausgebremst wurde Tesla durch Produktionsunterbrechungen wegen Corona-Lockdowns in seinem Werk in Schanghai und Logistikproblemen. Da die Produktionsvolumina weiter anstiegen, werde es zunehmend schwieriger, Fahrzeugtransportkapazitäten zu angemessenen Kosten während der Spitzenlogistikwochen zu sichern, teilte Tesla weiter mit. Im dritten Quartal 2021 hatte Tesla 241.300 Autos ausgeliefert. Die Gesamtproduktion erhöhte sich im Berichtszeitraum um 42 Prozent auf 365.923 Fahrzeuge verglichen mit dem Vorquartal.

Tesla will die Produktion seiner meistverkauften Elektrofahrzeuge Model Y und Model 3 im vierten Quartal internen Plänen zufolge deutlich steigern und dieses Wachstum mit dem Hochfahren der Werke Austin und Grünheide bei Berlin bis 2023 fortsetzen. Der US-Konzern wolle im Schlussquartal 2022 fast 495.000 Fahrzeuge der Baureihe Model Y und Model 3 herstellen, hieß es in internen Plänen, die Reuters am Freitag einsehen konnte. Das wäre rund 40 Prozent mehr als die durchschnittliche Analystenprognose. Tesla würde somit auch das für 2023 prognostizierte Wachstum des globalen Automobilmarktes mit einer Produktionssteigerung von mehr als 50 Prozent um fast das Zehnfache übertreffen. Tesla hat sich in der Vergangenheit allerdings mehrmals Ziele gesetzt, die es dann zurücknehmen musste.

(Bericht von Savyata Mishra und Mrinmay Dey, geschrieben von Birgit Mittwollen.

Tesla nach Auslieferungszahlen auf tiefstem Stand seit Juli

Die Aktien von Tesla haben am Montag mit deutlichen Verlusten auf schwache Auslieferungszahlen des Elektroauto-Herstellers reagiert. Im Handelsverlauf sackten die Papiere auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli ab und notierten zuletzt 8,61 Prozent im Minus bei 242,40 US-Dollar.

Die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk brachte von Juli bis September 343 830 Elektroautos zu den Käufern - ein Rekordwert. Analysten hatten jedoch im Durchschnitt mit 358 000 Auslieferungen gerechnet. Den Zahlen von Tesla wird viel Beachtung geschenkt - denn sie sind ein Gradmesser dafür, wie gut sich der Elektro-Vorreiter gegen die zunehmende Konkurrenz etablierter Autokonzerne in dem Geschäft schlägt. Aktuell ist auch die Frage, inwieweit Inflation und Konjunktursorgen den Markt bremsen könnten.

Der Elektroautobauer habe mit seinen Auslieferungen im Vergleich zum Konsens enttäuscht, schrieb Analyst Patrick Hummel von der schweizerischen Großbank UBS. Produktionsseitig laufe aber alles im Rahmen der Erwartungen. Auch sein Kollege Mark Delaney von der US-Investmentbank Goldman Sachs, der mit noch besseren Resultaten als der Markt gerechnet hatte, sprach von verfehlten Prognosen.

Dagegen betonte Ryan Brinkman von der US-Bank JPMorgan, dass die Fahrzeug-Auslieferungen seine Erwartungen erfüllt hätten. Was die Bewertung des Elektroautobauers betrifft, bleibt er aber vorsichtig wegen des steigenden Wettbewerbs durch die traditionellen Autokonzerne.

PALO ALTO (dpa-AFX) / Reuters

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 03.10.2022 · 22:00 Uhr
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