Teheran schießt auf die Meerenge – und legt damit den Ölpreis als Geisel

Die Revolutionsgarden verkünden, mehrere Schiffe in der Straße von Hormus beschossen zu haben. Sie nennen dies Vergeltung für US-Angriffe auf fünf iranische Tanker und behaupten, Ziel seien US-Schiffe sowie Tanker und Frachter gewesen, die iranische Schifffahrtsregeln verletzt hätten. Unabhängig bestätigt ist davon nichts.
In der Nacht zum Mittwoch zerstörten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fünf iranische Rohöltanker und versenkten einen davon. Begründung: Vergeltung für einen iranischen Angriff auf ein US-Kriegsschiff. Die Revolutionsgarden reagierten ihrerseits mit Raketenbeschuss auf Jordanien, wo die jordanische Armee 20 ballistische Raketen abgefangen haben will.
Für Anleger zählt vor allem die Lage der Meerenge. Durch Hormus fließt ein erheblicher Teil des weltweiten Rohöls. Wer dort Schiffe attackiert, bedroht direkt die Preise, die Verbraucher und Unternehmen in Europa und Asien zahlen müssen. Jede Eskalation hier ist ein Steuer auf die gesamte Wirtschaft.
Der Vorfall zeigt erneut, dass staatliche Gewaltakte schneller Märkte bewegen als jede Notenbankentscheidung. Wer hier Positionen aufbaut, sollte die Versorgungsketten genau beobachten – und sich nicht auf diplomatische Beschwichtigungen verlassen.

