Südkorea kapituliert vor Trumps Nordkorea-Kurs – 28.500 US-Soldaten werden zum Spielball
Trumps Deal mit Kim – und Südkorea nickt ab
Südkoreas Staatsspitze hat sich der Linie Donald Trumps angeschlossen und akzeptiert, dass gemeinsame Militärmanöver mit den USA auf ein Minimum reduziert werden. Präsident Lee Jae Myung schrieb auf X, man unterstütze Trumps Kurs, „selbst wenn dies bedeutet, die gemeinsamen Militärübungen zwischen Südkorea und den USA zurückzufahren“. Das ist eine klare Abkehr von der bisherigen Doktrin, wonach die eigenen Streitkräfte durch die Präsenz von 28.500 US-Soldaten vor einem möglichen Angriff aus Pjöngjang geschützt werden.
Trump hatte am Wochenende auf Truth Social angekündigt, die Übungen „deutlich zu reduzieren“, weil Nordkorea unter Kim Jong Un seit Jahren „respektvoll“ agiere. Die laufende „Ulchi Freedom Shield“-Übung wurde daraufhin halbiert und endet bereits am Freitag – ein Novum in der Geschichte der seit Jahrzehnten etablierten Großmanöver. Wer glaubt, dass solche Signale ohne Preis kommen, verkennt die Realität: Jedes Zurückweichen der USA schafft Fakten, die später nur schwer rückgängig zu machen sind.
Nordkoreas Reaktion – PR statt Substanz
Kim Yo Jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers, ließ am Mittwoch über die staatliche Agentur KCNA verlauten, eine Verkürzung der Manöver ändere nichts am „provokativen und offensiven Charakter“. Gleichzeitig räumte sie ein, ihr Bruder hege „gute Erinnerungen“ an Trump und die beiden pflegten eine „nach wie vor gute Beziehung“. Das ist die klassische Kim-Strategie: Die Drohung bleibt, während der Westen sich in Dialog-Illusionen verliert.
Südkoreas Außenminister Cho Hyun musste zudem einräumen, dass Seoul über Trumps Ankündigung im Vorfeld nicht informiert worden war. Das wirft ein grelles Licht auf die tatsächliche Souveränität eines Landes, das sich seit dem Koreakrieg 1950-53 auf den amerikanischen Schutzschirm verlässt. Wenn selbst die eigenen Manöver ohne Vorwarnung gekürzt werden, stellt sich die Frage, wer in Seoul eigentlich noch die Kontrolle über die eigene Verteidigungspolitik hat.
Was das für den Investor bedeutet
Die geopolitische Risikoprämie für südkoreanische Aktien und den Won bleibt bestehen. Solange Kim Jong Un über Atomwaffen verfügt und Südkorea seine Verteidigungsfähigkeit nicht selbstständig ausbaut, bleibt die Halbinsel ein Pulverfass. Trumps Deal-Politik mag kurzfristig für positive Schlagzeilen sorgen – langfristig zählt allein die Fähigkeit eines Landes, seine Sicherheit aus eigener Kraft zu garantieren. Alles andere ist Wunschdenken, das der Steuerzahler teuer bezahlt.

