„Stop Killing Games“: Niederlage vor EU-Kommission, erster Sieg in Kalifornien
1,3 Millionen Menschen in ganz Europa haben für die Bürgerinitiative „Stop Destroying Videogames“ ihre Stimme abgegeben. Damit war die Europäische Kommission verpflichtet, sich mit den Forderungen der Initiative „Stop Killing Games“ auseinanderzusetzen, die die Eigentumsrechte der Spieler stärken soll. Am Dienstag kam die offizielle Antwort: Gesetze soll es keine geben. Bis Jahresende wolle man stattdessen Informationskampagnen und freiwillige Richtlinien mit den Spieleherstellern umsetzen.
Anfang des Monats sollen sich Lobbyisten aus der Gaming-Branche, darunter Ubisoft-Chef Yves Guillemot, mit der Kommission hinter verschlossenen Türen getroffen haben. Vertreter von „Stop Killing Games“ seien bei dem Treffen nicht zugelassen gewesen, hieß es von Seiten der Initiative (via GamesRadar). Konkret will „Stop Killing Games“, dass Games auch ohne offizielle Server der Publisher spielbar bleiben. Das ist inzwischen selbst für Singleplayer-Spiele nicht mehr garantiert.
„Wir werden mit Verbraucherschutzbehörden und -organisationen zusammenarbeiten, um das Bewusstsein für diese Rechte und deren aktive Durchsetzung zu schärfen“, heißt es von der Kommission (via X). Für die Bürgerbewegung sei das nicht ausreichend. Die Entscheidung sei nicht unerwartet, „aber wir waren darauf vorbereitet“, verkündete wiederum die Initiative. Nun wolle man im Europäischen Parlament weitermachen. Dort fordert die Bürgerbewegung eine Erweiterung des „Digital Fairness Act“, über den Ende 2026 entschieden werden soll.
Vor EU-Niederlage gewann „Stop Killing Games“ in Kalifornien
Überraschenderweise gab es für „Stop Killing Games“ einen ersten Erfolg in Amerika. In der kalifornischen Staatsversammlung schaffte ein Gesetzentwurf für den „Protect Our Games Act“ die erste Etappe und wird nun an den Senat des Bundesstaates weitergeleitet (via gamesindustry.biz). Das Gesetz würde Spielehersteller dazu verpflichten, „die Spieler im Voraus zu informieren, bevor sie serverabhängige Spiele einstellen“. Außerdem müssten gekaufte Spiele auch nach Ende der offiziellen Unterstützung spielbar bleiben, „beispielsweise durch Offline-Zugriff, Community-Server oder ähnliche Optionen“.



