StarCraft ist doch nicht tot – Blizzard arbeitet offenbar weiter an neuem Shooter
Das Gerücht um ein neues StarCraft-Spiel bekommt nun neue Nahrung. Der Bloomberg-Journalist Jason Schreier hat erneut über einen StarCraft-Shooter gesprochen (via YouTube), der bei Blizzard Entertainment in Entwicklung sein soll. Schreier hatte dieses Projekt bereits in seinem Buch „Play Nice“ erwähnt. Interessant ist dabei: Blizzard soll trotz der Unsicherheit rund um Microsofts Umbau weiter an mehreren unangekündigten Projekten arbeiten, darunter neue Inhalte für Diablo IV und eben auch ein Shooter im StarCraft-Universum.
Unklar bleibt aber, ob es sich dabei um dasselbe Projekt handelt, das zuletzt mit Nexon in Verbindung gebracht wurde, oder ob Blizzard intern zusätzlich an einem eigenen StarCraft-Shooter arbeitet. Genau das macht die Sache noch spannender. Nach mehreren gescheiterten StarCraft-Action-Projekten, allen voran StarCraft: Ghost, wäre ein neuer Shooter im Universum der Terraner, Zerg und Protoss für viele Fans ein kleiner Paukenschlag. Gleichzeitig bleibt Vorsicht angebracht: Offiziell angekündigt ist weiterhin nichts, und laut Schreier leidet die Stimmung bei Blizzard unter den laufenden Microsoft-Umstrukturierungen, was kreative Arbeit zusätzlich erschwert.
Ursprünglicher Artikel vom 09. Februar 2026:
StarCraft-Comeback wie wir es nicht erwartet hätten? – Nexon arbeitet offenbar an einem Shooter
Nach Jahren der Funkstille gibt es wieder Bewegung rund um StarCraft. Doch wer auf ein klassisches StarCraft 3 gehofft hat, dürfte erst einmal schlucken müssen. Neue Berichte aus Südkorea legen nahe, dass Nexon (u.a. Counter-Strike Nexon: Zombies und FIFA Mobile in Korea und Japan) an einem StarCraft-Spiel arbeitet, das mit dem ursprünglichen Echtzeitstrategie-Konzept bricht und stattdessen in Richtung Shooter geht.
Die Informationen stammen aus mehreren Quellen, darunter ein ausführlicher Bericht der koreanischen Wirtschaftszeitung DaeHan Economy (via Reddit). Demnach befindet sich das Projekt aktuell in einer sehr frühen Prototypen- und Planungsphase und wird intern noch streng geprüft. Eine Veröffentlichung ist also weder bestätigt noch absehbar, aber allein die Existenz des Projekts sorgt bereits für hitzige Diskussionen. Eine große Ankündigung könnte bereits bei der Quake-Con 2026 erfolgen, wie Leaks bereits vor einigen Wochen behaupteten.
StarCraft als Shooter? – Das steckt hinter dem Projekt
Besonders spannend: Das neue StarCraft-Spiel soll organisatorisch bei Nexons sogenanntem „Shooter Headquarters“ angesiedelt sein. Das deutet stark darauf hin, dass es sich nicht um ein RTS, sondern um einen First- oder Third-Person-Shooter handeln könnte. Intern soll sogar über verschiedene Genre-Varianten nachgedacht werden, darunter kooperative PvE-Ansätze oder fraktionsbasierte Multiplayer-Strukturen.
Brisant ist auch die Personalie hinter dem Projekt: Nexon hat Choi Jun-ho als Projektleiter verpflichtet, den Schöpfer einer der populärsten koreanischen StarCraft-Custom-Maps „Shinjeon Busugi“. Für viele Fans ist das ein Signal, dass hier jemand am Werk ist, der die DNA von StarCraft wirklich versteht, auch wenn das Ergebnis kein klassisches Strategiespiel wird.
Reaktionen aus der Community: Hoffnung vs. Angst
Auf Reddit und anderen Plattformen gehen die Meinungen erwartungsgemäß weit auseinander. Einige Fans zeigen sich offen für neue Wege:
- „StarCraft als Marke hat riesiges Potenzial. Ich freue mich, dass man endlich wieder etwas damit macht.“
- Andere reagieren deutlich skeptischer, vor allem mit Blick auf Nexons Ruf im Free-to-Play-Bereich: „Free-to-Play, Mikrotransaktionen, Pay-to-Win. Der übliche Nexon-Mist. Mal sehen, wie viele Klischees erfüllt werden.“
Ein häufig genannter Vergleich ist Space Marine 2 oder Helldivers 2: ein intensiver PvE-Shooter im ikonischen StarCraft-Universum, mit Terranern, Zerg und Protoss in direkter Action-Perspektive. Genau diese Vorstellung begeistert viele Spieler, die mit RTS-Gameplay bisher wenig anfangen konnten, aber die Welt von StarCraft lieben.
Gleichzeitig äußern langjährige Fans eine berechtigte Sorge: Was, wenn ein Shooter das RTS endgültig verdrängt, so wie World of Warcraft einst Warcraft als Strategie-Serie in den Hintergrund gedrängt hat?

So kenne ich Starcraft, als Echtzeit-Strategiespiel, nicht als Shooter. Den Weg hat Command & Conquer mit Renegade schon einmal beschritten und musste daraus lernen, lieber im eigenen Genre zu bleiben. – Bild: (C) Blizzard
Warum Nexon und warum jetzt?
Dass ausgerechnet Nexon an einem StarCraft-Spiel arbeitet, ist kein Zufall. Berichten zufolge wurde bereits 2025 ein Kooperationsvertrag mit Blizzard geschlossen, um Inhalte auf Basis der IP zu entwickeln. Nexon soll dafür ein eigenes internes Team aufgebaut und gezielt Talente rekrutiert haben.
Aus wirtschaftlicher Sicht ergibt das Sinn: StarCraft ist auch fast 30 Jahre nach seinem Debüt eine der bekanntesten Marken der Gaming-Geschichte, mit starker eSports-DNA, globaler Wiedererkennbarkeit und enormem Nostalgie-Faktor. Für Nexon könnte ein erfolgreiches StarCraft-Spin-off der nächste große Schritt in Richtung westlicher Märkte sein. Immerhin haben sich die Titel von Nexon mit mehr als 6.400 Mitarbeitenden (via Wikipedia-Eintrag) bei uns noch nicht so wirklich durchsetzen können, obwohl es bis 2020 ein Büro in Berlin gab.
Noch ist alles offen
Trotz aller Aufregung gilt: Dieses Projekt ist keineswegs sicher. Laut dem koreanischen Bericht durchläuft das Spiel derzeit interne Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Nexon hat in der Vergangenheit bereits große IP-Projekte eingestellt, bevor sie jemals offiziell angekündigt wurden.
Die Rückkehr von StarCraft (egal in welchem Genre) ist für viele Fans ein emotionales Thema. Ein Shooter mag nicht das sein, was sich RTS-Puristen wünschen. Gleichzeitig könnte genau dieser Ansatz das Universum für eine neue Generation öffnen. Ob Nexon den Spagat zwischen Respekt vor der Vorlage und moderner Neuinterpretation schafft, wird sich frühestens in einigen Jahren zeigen. Bis dahin bleibt vor allem eines: Hoffnung. Und eine Menge Diskussionsstoff.


