STALKER 2: Microsoft zahlte mehr als die Entwicklungskosten für Exklusivität
Die zeitweise Xbox-Exklusivität von Stalker: Heart of Chornobyl war offenbar deutlich teurer als bislang angenommen. Laut Sergiy Grygorovych, Gründer von GSC Game World, zahlte Microsoft für den Exklusivdeal sogar mehr Geld, als die komplette Entwicklung des Spiels gekostet hatte. Damit war das Projekt finanziell bereits abgesichert, noch bevor es überhaupt in den Verkauf ging.
Die Aussage fiel in einem Interview mit dem YouTuber OLDBoi. Grygorovych erklärte, dass die Vereinbarung mit Xbox die gesamten Entwicklungskosten nicht nur deckte, sondern sogar überstieg. Dadurch konnte das ukrainische Studio die jahrelange Entwicklung ohne finanziellen Druck abschließen – ein wichtiger Faktor, da die Produktion unter den schwierigen Bedingungen des Kriegs in der Ukraine mehrfach unterbrochen und teilweise ins Ausland verlegt werden musste.
Ein Deal mit enormer Bedeutung
Für GSC Game World war die Partnerschaft mit Microsoft weit mehr als ein gewöhnlicher Marketing-Deal. Die finanzielle Unterstützung verschaffte dem Studio Planungssicherheit in einer Zeit, in der viele Entwickler um ihre Zukunft bangen mussten. Dass Stalker gleichzeitig direkt zum Launch im Xbox Game Pass erschien, war Teil dieser Zusammenarbeit.
Obwohl das Spiel zunächst nur für Xbox Series X|S und PC erschien, handelte es sich lediglich um eine zeitlich begrenzte Konsolen-Exklusivität. Inzwischen ist der Survival-Shooter auch für PlayStation 5 erhältlich.
Diskussion über Exklusivdeals
Die Aussagen des Studiogründers sorgen derzeit für intensive Diskussionen in der Branche. Einerseits zeigt der Fall, wie wichtig finanzielle Unterstützung für große Projekte sein kann – insbesondere für Studios, die unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen arbeiten. Andererseits wirft die Summe erneut Fragen auf, wie viel Plattformbetreiber bereit sind zu investieren, um exklusive Inhalte für ihre Konsolen zu sichern.
Gerade vor dem Hintergrund von Microsofts jüngsten Sparmaßnahmen und Entlassungen bei Xbox wird der Deal kontrovers diskutiert. Kritiker fragen sich, ob derartige Millioneninvestitionen in Exklusivverträge langfristig sinnvoll sind, während Befürworter darauf verweisen, dass Stalker ohne diese Unterstützung möglicherweise nie in seiner heutigen Form erschienen wäre.
Studio widerspricht kurz nach Veröffentlichung
Interessanterweise ruderte GSC Game World kurz nach Veröffentlichung der Meldung wieder zurück. Das Studio erklärte gegenüber Insider Gaming, dass die Aussagen des Gründers missverstanden worden seien und bestritt, dass Microsoft tatsächlich mehr als die gesamten Entwicklungskosten bezahlt habe. Welche Summe im Rahmen des Exklusivdeals tatsächlich geflossen ist, bleibt damit weiterhin unbekannt.


