So plant DAZN mit der Bundesliga

Wie sehen Sendezeiten aus? Wer gehört zum Team? Außerdem: Sporttotal probiert sich an Doku.

Der DAZN-Knaller

Vergangener Mittwoch, 22 Uhr: Erste Meldungen verbreiten sich, wonach Eurosport nach zwei von vier Jahren aus der Bundesliga-Live-Berichterstattung aussteigt. DAZN übernimmt, wie berichtet, ab August die Aufgabe insgesamt 45 Bundesliga-Spiele (darunter 30 Freitagsspiele) zu produzieren. Wie viel DAZN zahlt ist nicht klar, Medienberichten zufolge soll es etwas weniger sein als die 70 Millionen, die Eurosport im Schnitt an die DFL überweist. Die Differenzsumme entsteht, weil sich Eurosport größere Bekanntheit erhofft, weil DAZN jetzt die linearen Eurosport-Sender auch als Stream auf seiner Plattform anbietet.

Bei DAZN selbst die Freude freilich groß. Fußballmoderator Alex Schlüter twitterte etwa, „wir sind unglaublich motiviert, da was Tolles auf die Beine zu stellen!“. Details zum redaktionellen Konzept hat der Streaming-Dienst freilich noch nicht bekanntgegeben. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, in welche Richtung es gehen wird. So wird DAZN nicht von seinem Konzept knackiger und kurzer Vor- wie auch Nachberichte abrücken. Schon klar ist, dass DAZN in der Regel ab 20.15 Uhr und somit 15 Minuten vor Anpfiff in die Übertragung einsteigt. Eine Ausnahme sind gleich die ersten beiden Sendungen, also die Ligaeröffnung und der Supercup. Hier beginnt die Sendung nach aktuellem Planungsstand schon um 20 Uhr.

In Sachen Personal würde es doch schon sehr überraschen, wenn die Vor-Ort-Crew nicht identisch wäre mit jener, die für den Dienst schon aus den Stadien der Champions League berichtet. Einsatzpläne stehen großteils noch nicht fest; klar ist nur, dass der Supercup zwischen Dortmund und dem FC Bayern von Ralph Gunesch und Jan Platte am Mikro begleitet wird. Alex Schlüter moderiert und Sebastian Benesch stellt Fragen am Spielfeldrand. Alle vier sind für DAZN auch in der Königsklasse im Einsatz. Wahrscheinlich ist, dass Marco Hagemann und Uli Hebel im Laufe der Saison auch mal ans Bundesliga-Mikro treten werden.

Wer hat Bock?

Wie bewertet die Quotenmeter-Community den TV-Knaller? Ist der Wechsel der Übertragungsrechte weg von Eurosport und hin zu DAZN eine gute Sache?

Passend zur Thematik war übrigens unsere Frage der Woche in der vergangenen Ausgabe, als wir wissen wollten, ob DAZN hierzulande mehr in Sportrechte investieren solle. Rund 35 Prozent votierten bedinungslos dafür, 22 Prozent waren jedoch nur dieser Auffassung, wenn dadurch keine Preissteigerungen entstehen. Wer DAZN auch künftig monatlich kündigen können will, wird ab August nun zwei Euro mehr, also 11,99 Euro, berappen müssen.

Spaß oder Ernst? Die Sache mit Robben

Eurosport ist also raus aus der Übertragung der Fußball-Bundesliga. Verantwortlich hinter den Kulissen war dafür Gernot Bauer - und der twitterte am Wochenende mit dem Satz "Jetzt kann ich's ja sagen", dass sein Favorit auf die Nachfolge von Matthias Sammer als Experte in den Übertragungen Arjen Robben gewesen wäre. Wie ernst gemeint, diese Aussage war, ist nicht bis ins Letzte geklärt. Aber ist ja jetzt auch egal...

Die nächste Sport-Doku

Sport-Dokus liegen voll im Trend. Jetzt steigt auch Sporttotal in dieses Business ein. Seit 18. Juli gibt es beim Dienst die fünfteilige Doku «Viktoria» rund um den Aufstiegskampf der Regionalliga zu sehen. Sporttotal zeigt die Mannschaft Viktoria Köln darin zwischen Hoffen und Bangen, bei Erfolgen und Niederlagen und während emotionaler Kabinenansprachen - seltene Bilder aus dem Alltag eines Kölner Regionalligisten und ein eindrückliches Portrait des großen Traums vom Aufstieg in die 3. Liga.

Alexander Neyer, Head of Sports der sporttotal.tv gmbh: "So ein spannendes Finale in der Regionalliga West gab es seit Jahren nicht mehr. Wir sind sehr stolz, exklusive und vor allem starke, authentische Einblicke hinter die Kulissen von Viktoria Köln zu geben. Faszinierend von Anfang an, mit einigen unerwarteten und persönlichen Geschichten - extrem emotional abgebildet. Für alle Fußball-Begeisterten eine großartige Dokumentation."

Trainertochter moderiert «SWR Sport», Beförderung für Baczyk

Der SWR hat Lea Wagner, Tochter vom neuen Schalke-Coach David Wagner, als Moderatorin für sein Format «SWR Sport» gewonnen. Ihren ersten Einsatz hatte die 24-Jährige schon am zurückliegenden Wochenende. Die wöchentliche Regelsendung «SWR Sport» in Baden-Württemberg am Sonntagabend ab 21.45 Uhr moderiert die gebürtige Wiesbadenerin im Wechsel mit Michael Antwerpes, Tom Bartels und Lennert Brinkhoff. Samstags ab 17.30 Uhr moderiert sie im Wechsel mit Lennert Brinkhoff, Christian Döring und Benjamin Wüst die wöchentliche Sendung «SWR Sport».

Stephanie Baczyk, für das Erste zuletzt bei der Fußball-Frauen-WM im Einsatz, wird ab kommender Saison erste weibliche «Sportschau»-Bundesliga-Kommentatorin. Auch beim DFB-Pokal wird sie zu hören sein. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: "Stephanie Baczyk hat ihren Sachverstand und ihr Können als Kommentatorin gerade erst bei der Frauen-Fußball-WM eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Jetzt kommt sie in der Bundesliga-Sportschau der ARD zum Zug, das ist eine gute Nachricht für alle Fußball-Fans." rbb-Sportchefin Katrin Günther: "Wir freuen uns und gratulieren zur neuen Aufgabe. Stephanie Baczyk kam 2015 zum rbb und kommentiert seitdem Fußballspiele im Frauen- und Männerbereich. Die Bundesliga kann sich in der neuen Saison auf eine kompetente Beobachterin freuen."

Quotenbox

Früh aufstehen hieß es am Donnerstag. Im Rahmen des International Champions Cups spielte der FC Bayern München in Amerika gegen Arsenal – und unterlag 1:2. Wegen der Zeitverschiebung fand das Match um fünf Uhr morgens deutscher Zeit statt. Der übertragende Sender Sport1 holte rund 162.000 Zuschauer aus den Federn. Gefragter war dann am gleichen Tag eine Primetime-Wiederholung des Matches, die von 0,25 Millionen Zuschauern gesehen wurde. Auf ebenfalls 0,25 Millionen Zuschauer kam die am Sonntagmittag gezeigte Wiederholung des 3:1-Sieges der Kovac-Truppe gegen Real Madrid. In der Nacht auf Sonntag ab zwei Uhr kam die Live-Übertragung des Spiels auf 0,22 Millionen Zuseher.

Gute Zuschauerzahlen erzielte derweil auch Eurosport. Der Sender zeigt aktuell die Handball-Weltmeisterschaft im U21-Bereich. Am Mittwoch (18 Uhr) spielte Deutschland hier gegen Dänemark und 0,22 Millionen Menschen ab drei Jahren verfolgten das Live-Spiel. Weniger gefragt war im Anschluss die Partie zwischen Norwegen und Chile. Diese erreichte nur 0,07 Millionen Fans.
Quoten / Wöchentliche Reihen / Sportcheck
22.07.2019 · 09:09 Uhr
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