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Snowflake explodiert: KI-Boom beschert dem Datenbankspezialisten ein Kursfeuerwerk

09. September 2026, 18:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Snowflake explodiert: KI-Boom beschert dem Datenbankspezialisten ein Kursfeuerwerk
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KI-Produkte wie Cortex Code treiben Snowflakes Wachstum, der Produktumsatz beschleunigt bereits das dritte Quartal in Folge.
Der US-Konzern übertrifft jede Erwartung und hebt die Umsatzprognose bereits zum zweiten Mal in diesem Geschäftsjahr an. Die Aktie schießt um mehr als 22 Prozent nach oben.

Snowflake übertrifft die Erwartungen bei jeder wichtigen Kennzahl

Der US-Datenbankspezialist Snowflake hat dank einer starken Nachfrage nach seiner Cloud-Plattform und Angeboten rund um Künstliche Intelligenz seine Umsatzprognose angehoben und damit ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Die Aktien des Unternehmens schossen am Mittwoch nachbörslich um mehr als 22 Prozent in die Höhe, von einem Kurs, der am Vortag noch mehr als 4 Prozent nachgegeben hatte, auf rund 374 Dollar.

Im abgelaufenen zweiten Quartal übertraf der Konzern die Erwartungen der Wall Street in nahezu jeder Kennzahl. Der Gesamtumsatz belief sich auf 1,55 Milliarden Dollar, ein Plus von 35,1 Prozent, während Analysten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 1,48 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 62 Cent deutlich über den prognostizierten 45 Cent, eine Überraschung von fast 39 Prozent. Auch das bereinigte operative Ergebnis von 237 Millionen Dollar übertraf die Analystenschätzung von 185,9 Millionen Dollar klar.

KI-Produkte werden zum entscheidenden Wachstumsbeschleuniger

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Produktumsatzes, der um 37 Prozent auf 1,49 Milliarden Dollar zulegte, bereits das dritte Quartal in Folge mit beschleunigtem Wachstum und das zweite Quartal in Folge mit einem Rekord beim sequenziellen Dollarwachstum. Gegenüber der Wachstumsrate von 30 Prozent zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres entspricht das einer Beschleunigung um sieben Prozentpunkte. KI verstärke Snowflakes Wettbewerbsvorteil gleich über drei sich gegenseitig verstärkende Dynamiken hinweg, erklärte Konzernchef Sridhar Ramaswamy, indem neue Arbeitslasten auf die Plattform gebracht, die Nutzung eigener KI-Produkte gesteigert und der allgemeine Plattformverbrauch erhöht würden.

Konkret zeigt sich dieser Trend in den Nutzerzahlen der hauseigenen KI-Werkzeuge. Das Programmierwerkzeug Cortex Code, kurz CoCo, gewann im Quartal mehr als 2.000 neue Kundenkonten hinzu und überschritt damit die Marke von 9.100 Accounts, während der KI-Assistent CoWork auf 5.800 Konten wuchs, ein Plus von fast 11 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zusätzlich launchte Snowflake im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres mehr als 330 neue Produktfunktionen, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, darunter das neue Cortex AI Gateway, das KI-Anwendungen von der reinen Analyse hin zu tatsächlichem automatisiertem Handeln erweitert.

Die Prognose steigt bereits zum zweiten Mal in diesem Geschäftsjahr

Snowflake rechnet nun für das Geschäftsjahr 2027 mit einem Produktumsatz von 6,1 Milliarden Dollar, entsprechend einem Wachstum von 36 Prozent, nachdem das Unternehmen zuvor 5,8 Milliarden Dollar beziehungsweise 31 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt hatte. Es ist bereits die zweite Anhebung in diesem Geschäftsjahr, ausgehend von der ursprünglichen Prognose von 5,66 Milliarden Dollar, die im Februar 2026 kommuniziert worden war. Auch die Prognose für die bereinigte operative Marge stieg, von zuvor 13,5 auf nun 14,5 Prozent. Für das dritte Quartal peilt Snowflake einen Produktumsatz von 1,59 Milliarden Dollar im Mittelwert an.

Ein Rekordauftragsbestand liefert ungewöhnlich klare Sichtbarkeit

Ein wichtiger Indikator für die künftige Umsatzentwicklung ist der Bestand an vertraglich zugesicherten, aber noch nicht realisierten Erlösen, die sogenannten Remaining Performance Obligations. Dieser Wert kletterte auf 9 Milliarden Dollar, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und verschafft dem Unternehmen eine ungewöhnlich klare Sichtbarkeit auf künftige Umsätze. Die Nettoumsatzbindungsrate, ein Maß dafür, wie stark bestehende Kunden ihre Ausgaben bei Snowflake im Zeitverlauf steigern, blieb mit 126 Prozent stabil auf dem Niveau des Vorquartals. Insgesamt zählte Snowflake bereits 828 Kunden, die jährlich mehr als eine Million Dollar umsetzen.

Auch bei der Profitabilität macht Snowflake spürbare Fortschritte

Neben dem Wachstum verbesserte sich auch die Profitabilität des Konzerns deutlich. Die bereinigte operative Marge kletterte auf 15,3 Prozent, nach 11 Prozent im Vorjahresquartal. Der freie Cashflow erreichte im Quartal 83,8 Millionen Dollar, ein Plus von 43,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und baut auf den bereits soliden 1,12 Milliarden Dollar freien Cashflow des vorangegangenen Gesamtjahres auf. Diese Kombination aus beschleunigtem Wachstum und gleichzeitig verbesserter Profitabilität ist für ein Software-Unternehmen in der aktuellen Wachstumsphase bemerkenswert und dürfte maßgeblich zur euphorischen Reaktion der Anleger beigetragen haben.

Die Kursreaktion zeigt wie sehr Investoren an die KI-Story glauben

Der Kurssprung von mehr als 22 Prozent fällt in eine Phase, in der die Snowflake-Aktie bereits im bisherigen Jahresverlauf um rund 40 bis 47 Prozent zugelegt hatte, getrieben von der wachsenden Überzeugung des Marktes, dass Snowflake als zentraler Dateninfrastruktur-Anbieter im KI-Zeitalter eine Schlüsselrolle einnimmt. Ramaswamy, der Snowflake Anfang 2024 in einer Phase übernommen hatte, in der das Unternehmen mit nachlassenden Cloud-Bewertungen und wachsender Konkurrenz durch Databricks zu kämpfen hatte, hat den Konzern seither konsequent auf das Thema Künstliche Intelligenz ausgerichtet.

Unternehmen nutzen die Software von Snowflake, um Daten zu speichern und zu analysieren sowie eigene KI-Anwendungen zu entwickeln, ein Geschäftsmodell, das gerade deshalb von der KI-Welle profitiert, weil jede zusätzliche automatisierte Abfrage eines KI-Agenten unmittelbar in zusätzlichen, nutzungsbasierten Umsatz für Snowflake übersetzt wird. Für Anleger bleibt am Ende die Frage, ob sich dieses ungewöhnlich klare Zusammenspiel aus KI-Nachfrage und Verbrauchsmodell auch in den kommenden Quartalen fortsetzt, oder ob der zunehmende Wettbewerb um Unternehmensdaten und KI-Infrastruktur das aktuelle Wachstumstempo mittelfristig wieder abbremst.

Finanzen / Quartalszahlen / Snowflake / Künstliche Intelligenz / Cloud Computing / Software / Aktien
[InvestmentWeek] · 09.09.2026 · 18:00 Uhr
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