Skys Pläne mit dem zweiten Sky Sport News HD Studio

Abseits des Newsrooms, einen Stock tiefer, hat der Kanal ein zweites Set gebaut. Roman Steuer erklärt uns, welchen Vorteil das Set bietet. Außerdem heute: Lieber Karl Heinz-Rummenigge, ein Brief an den Bayern-Boss zu seiner TV-Kritik.

Neuer Glanz für Sky Sport News HD

Mehr Wegstrecke zulegen müssen die Moderatoren des Nachrichtensenders Sky Sport News HD. Der Free-TV-Sender hat schon im zurückliegenden Sommer ein zweites Set eröffnet. Es liegt, anders als das Hauptset im ersten Stock, im Foyer der Sky-Zentrale in Unterföhring. Erbaut wurde es Mitte 2018 mit dem Zweck, der FIFA WM und der Champions League eine Heimat beim Sender zu geben. Im zurückliegenden Herbst sendete Sky Sport News HD in Champions-League-Wochen von Dienstag bis Donnerstag große Teile aus dem zweiten Set, bei dem es die Möglichkeit gibt, entsprechende Ligen-Logos groß an der hinteren Wand zu platzieren. Im Januar dann folgte die tägliche «Transfer Update»-Show aus dem Set, seit Februar wird das zusätzliche Studio auch für Schienen rund um die Bundesliga und für das «DFB Pokal Frühstück» genutzt.

Bei Sky für den Sport verantwortlich ist Roman Steuer: Er sagt zu Quotenmeter.de.: “Die eigentliche Funktion des Studios im Foyer ist vor allem, darauf hinzuweisen, dass etwas Besonderes passiert – ein großer Europapokal-Abend, ein Topduell im DFB-Pokal oder ein Spitzenspiel in der Bundesliga. Hier holen wir die Zuschauer ab, stimmen sie mit Talk-Gästen und Vorberichten über den Tag hinweg darauf ein und machen Lust auf das Live-Ereignis”. Dass das neue Studio über acht Jahre nach dem Start des Senders nun auch vermehrt optische Abwechslung bietet, ist für Steuer allenfalls ein Nebeneffekt, erklärt er. “Optische Abwechslung erreichen wir bereits ausreichend über die unterschiedlichen Moderationspositionen innerhalb des Newsrooms und die Vielzahl an Live-Schalten, Live-Pressekonferenzen, Spielszenen und sonstigen Beiträgen, die wir täglich im Programm haben.”

Zudem gäbe es auch kleine Details im Newsroom, die optisch erkennbar machen, welcher Wettbewerb gerade im Fokus steht. “Wir weisen den Wettbewerben eigene Farben und damit einen festen Rahmen zu. Im Fall des DFB-Pokals ist das grün, in der Bundesliga rot und in wenn es um Transfers geht, gelb. Der Zuschauer soll sofort erkennen, worum es gerade geht. Die nächsten Male nutzen wir das Foyer-Studio in den kommenden Achtelfinal-Wochen der UEFA Champions League sowie zum Viertelfinale des DFB-Pokals und des Bundesliga-Topspiels Bayern gegen Dortmund Anfang April.”

Vor allem in den Stunden vor sportlichen Großereignissen änderte sich zuletzt dann auch ein bisschen die Ausrichtung des Senders Sky Sport News HD - wo sonst Newsbeitrag an Newsbeitrag läuft wurde Platz geschaffen für lange Interview-Strecken. “Das Rolling-News-Prinzip liegt in der DNA des Senders und daran wollen wir auch nichts ändern”, sagt Steuer, erklärt aber auch: “Wir wollen unseren Zuschauern Informationen in unterschiedlicher Form präsentieren. Wichtig ist ein guter Mix aus klassischen News-Beiträgen, aber hin und wieder auch unterhaltsamen Magazin-Stücken. Das Studio im Foyer nutzen wir primär dazu, um Gäste zu Talks zu begrüßen.” Am vergangenen Mittwoch war zum Beispiel Florian Kringe für eine Vorschau auf das Spiel des BVB in Tottenham zu Besuch, an diesem Dienstag werde natürlich über das große Duell Liverpool gegen Bayern gesprochen.

Wie oft es für die Moderatoren an solchen Tagen raus aus dem Newsroom und runter ins Foyer geht, ist dabei nicht festgelegt. Steuer sagt: “Den prozentualen Anteil am Gesamtprogramm kann ich pauschal gar nicht beziffern. Die Einbindung erfolgt, wenn wir glauben, dass es das Programm bereichert und dem Zuschauer einen Mehrwert bietet. An den Tagen, an denen wir das Foyer-Studio nutzen, senden wir dann auch über 50 Prozent der Live-Strecke von dort.” Steuer verweist im Gespräch mit Quotenmeter.de auf die stetig steigende Einbindung des neuen Studios. Möglicherweise wird das Set bald auch in Sportarten abseits des runden Leders zum Einsatz kommen. “Dort, wo wir es als sinnvoll erachten, ist das auch in anderen Wettbewerben und Sportarten eine Überlegung.”

Lieber Karl-Heinz Rummenigge…,

…Ihr FC Bayern München hat am Dienstagabend ein ganz wichtiges Spiel vor der Brust. Im Hinspiel des Achtelfinals der UEFA Champions League treffen Sie wieder auf Jürgen Klopp. Nicht mehr als Dortmund-Trainer, sondern als Coach der englischen Spitzenmannschaft Liverpool steht Ihnen der „Kloppo“ gegenüber. Bayern gegen Klopp – ein elektrisierendes Spiel. Vor wenigen Tagen bemängelten Sie, sehr publikumswirksam in der SportBild, dass besagte Partie nur im Pay-TV bei Sky und nicht im ZDF zu sehen sei. Sie verwiesen darauf, dass der vor rund 20 Monaten geschlossene Vertrag mit der UEFA und Sky Deutschland einen Reichweitenverlust von 83 Prozent eingebracht hätte. Kurzum: Sie redeten viel schlecht und sahen kaum Anlass zum Lob.

Wären Sie nicht Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, dann würde man nun vielleicht sagen: „Gut gebrüllt, Löwe.“ Dieser Satz verbietet sich aus zweierlei Gründen. Zum einen wäre da der „blaue Stadtrivale“, zum anderen der Fakt, dass die Aussagen gar nicht so gut waren. Sie waren eher der Kategorie “Gib dem Affen Zucker” zuzuordnen. Glaubt man den Ausführungen von Sky Deutschland-Chef Carsten Schmidt, dann waren die Vorzeichen im Sommer 2017, als es galt, die Rechte für die UCL-Periode 18-21 zu erwerben, recht deutlich. „Das meiste Geld gewinnt“ sei immer die Prämisse gewesen. Sicherlich erinnern Sie sich auch noch an die Tage und Wochen vor der Ausschreibung zurück, als einige Vereine plötzlich Pläne bezüglich einer Super League an die Öffentlichkeit durch steckten. Somit wurde der Druck auf die UEFA und die Vermarktungsfirma TEAM gehörig erhöht. Glaubt man den kursierenden Zahlen, dann gibt es aus Deutschland nun mehr als doppelt so viel TV-Geld. Allein aus Deutschland, von Sky und DAZN, 200 Millionen Euro pro Saison – für aktuell feststehend 30 Spiele mit deutscher Beteiligung. Ob es sehr viele mehr werden, hängt von den Leistungen auf dem Platz zusammen. Es soll Leute geben, die schon schreiben, das Viertelfinale findet diesmal ohne Deutschland statt.

Sie sagen nun, die Champions League muss zurück ins ZDF. Das ist ein fieser Tritt vor das Schienbein von Sky. Sky, das ist die Firma, die der Bundesliga im aktuellen Rechtezyklus knapp 900 Millionen Euro pro Spielzeit überweist, damit sie 572 Spiele übertragen kann. Das ist – und da wird keiner widersprechen können – mehr als man letztlich damit verdient. Das Geld ist bei den deutschen Vereinen gerne gesehen; die Fußballspieler auf dem Platz verdienen immer mehr, die Ablösesummen sind explodiert. Ohne die dicken Geldbündel der TV-Sender würde der Sport heute anders aussehen.

Gerade wird die nächste Bundesliga-Rechteperiode vorbereitet, die DFL will (und muss?) die Erlöse ein weiteres Mal steigern. Was, Herr Rummenigge, tun Sie eigentlich dafür, dass Unternehmen wie Sky es sich auch wirklich leisten können, derart in die Vollen zu gehen? Ihre Aussagen in SportBild waren nicht unbedingt eine Aufforderung sich doch ein Abo zu gönnen. Es war eher ein gegenteiliger Hinweis. Aber einer, der bei vielen Sponsoren gut ankommt. Klar, die wollen vor möglichst maximalem Publikum werben. Die Reichweitenverluste fallen jetzt im Winter 18/19 keinesfalls vom Himmel. Sie waren erwartbar – und die massiv gestiegenen TV-Gelder sind das Schmerzmittel dafür.

Wer jetzt also sagt, dass man „alles in die Waagschale werfen müsse“, damit die Champions League ab 2021 wieder im Free-TV läuft, erklärt somit entweder grobe Fehler der UEFA bei der strategischen Planung 2017 oder aber möchte nur gewisse Interessensgruppen beruhigen. Zuschauer, Sponsoren.

Wie wäre es aber mal mit einem anderen Weg? Partnerschaftlich mit dem Pay-TV (und damit ist NICHT das eigene Klub-Fernsehen gemeint) an einer Steigerung der Erlöse zu arbeiten? Besserer und exklusiverer Zugang zu Stars und Stories? Wie sollen sich sonst immer neue Unsummen, die von den Fernsehsendern gefordert werden, bezahlen lassen? Das im Übrigen könnte auch der Deutschen Telekom gefallen – denn ob alle dort so happy sind mit ihren Aussagen? Man darf nicht vergessen, dass Ihr Sponsor Telekom „Sky Sport kompakt“-Abos vetreibt; und in diesen ist das dieswöchige Spiel gegen Liverpool als Konferenzschaltung enthalten.

Mit Ihren Aussagen, getroffen kurz vor dem großen Spiel, sprechen Sie mit Sicherheit vielen Fans aus der Seele. Leuten, die sich kein TV-Abo leisten können und wollen. Vermutlich auch mehrheitlich der älteren Generation. Die Zukunft des Sports, und das wird sich nicht aufhalten lassen, liegt aber im Bezahlfernsehen. Auch in Deutschland. Es ist das Bezahlfernsehen, das mit seinen Geldern einen Teil der FC-Bayern-Party finanziert. Übrigens: Über die ähnlich hohen Reichweitenverluste des Bundesliga-Freitags, seit dieser bei Eurosport zu sehen ist, wurde noch nicht in dieser Form so scharf kritisiert. Dabei betraf es Sie vergangenen Freitag auch – beim Derby gegen Augsburg. Das Beispiel Eurosport übrigens wird zur Zeit auch wieder genau beobachtet; kluge Firmen haben gelernt, wie schwer es ist, als Live-Anbieter einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Facebook, von Ihnen vor ein paar Jahren ja mal als nächster großer Sportrechteplayer erhofft, hat kürzlich schon sein Desinteresse bekundet. Google hat keine Ambitionen, Geld in den deutschen Sportmarkt zu stecken. Und Amazon gab sich schon in England mit sehr kleinen Brötchen zufrieden. Das heißt: Über die nächsten Jahre gesehen wird Wohl und Wehe auch Ihres FC Bayern von Sky und dem von dort kommenden Geld abhängen.

Frage der Woche

Zur Rummenigge-Forderung gibt es diesmal auch unsere Frage der Woche. Zurückliegende Woche wollten wir noch wissen, wer in Deutschland eigentlich die beste Tennis-Berichterstattung anbietet. Das Votum der SportCheck Leser fiel hier ziemlich eindeutig aus, denn mehr als die Hälfte der Teilnehmer votierten für Eurosport. Knapp 36 Prozent der Stimmen landeten bei Sky, nur auf rund zwölf Prozent kam DAZN.

Pay-TV vom Amt?

Als Reaktion auf die Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge kam von Andreas Rettig, aktuell kaufmännischer Geschäftsleiter bei Bundesliga-2-Klub St. Pauli, früher aber auch schon für die Deutsche Fußball Liga (DFL) tätig, eine andere Idee. Ähnlich wie Vereine rabattierte Tickets für Familien mit Kindern anbieten, regte er an, als "ersten Schritt" Gratis-Pay-TV-Abos für kinderreiche Familien einzuführen. Sky vom Amt, quasi. Von Rummenigges Vorschlag an sich zeigte sich Rettig verwundert - er sei eine Abkehr von der Zielsetzung immer höhere Umsätze zu erlösen.

Sport ganz kurz

Das Personalkarussell bei Sport1 dreht sich weiter: Nicola Kiermeier, bisher verantwortlich für den Bereich Branded Content & Partnerships, verlässt den Sender Ende Februar. Sie wird sich selbstständig machen. Sie hat dazu ihre eigene Beratungsagentur gegründet.

Nur vier Bundesligaspiele wurden am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen - am Montagabend wird im Fußball-Oberhaus gespielt. Zudem sind an diesem Wochenende ausnahmsweise sowohl der FC Bayern München als auch Borussia Dortmund nicht live bei Sky, sondern bei Eurosport zu sehen. Die Samstags-Konferenz, die sich somit um den Abstiegskampf drehte, verzeichnete schwächere Zuschauerzahlen als zuletzt: Im Schnitt schauten 1,13 Millionen Menschen zu.

Dafür punktete das ZDF am Samstag mit Biathlon: Ab 18.10 Uhr holte die Verfolgung der Damen 3,97 Millionen Zuschauer (20%), ab kurz nach 22 Uhr schauten bei den Herren noch 3,87 Millionen (14,4%) zu.
Quoten / Wöchentliche Reihen / Sportcheck
18.02.2019 · 05:06 Uhr
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