Siemens schneidet im ersten Quartal besser ab als erwartet und prüft Ausblick - Aktie auf Rekordhoch

Die vorläufigen Zahlen liegen laut Unternehmensangaben deutlich über den Prognosen der Analysten. Der Technologiekonzern kündigte an, den Ausblick für das Geschäftsjahr 2020/21 nun zu überprüfen.

Für das im Oktober begonnene neue Geschäftsjahr hat Siemens bislang auf vergleichbarer Basis eine moderate Steigerung von Umsatz und Nachsteuerergebnis gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt und will und eine Book-to-Bill-Ratio wie auch zuletzt von über 1 einfahren.

So reagiert die Siemens-Aktie

Enorm gute operative Quartalszahlen haben am Freitag die Anleger bei Siemens munter zugreifen lassen. Während der DAX zum Wochenschluss hin die Bremse anzog, rückten die Papiere des Industriekonzerns letztlich via XETRA um 7,27 Prozent vor auf 132,80 Euro. In der Tagesspitze waren die Anleger bereit, erstmals mehr als 132 Euro für die Anteilsscheine zu zahlen - somit ein Rekordhoch.

Händler sprachen mit Blick auf das Zahlenpaket von einer sehr positiven Überraschung. Die vorläufigen operativen Kennziffern seien vor allem getrieben von der Digitalsparte erheblich besser als erwartet ausgefallen, hieß es. Experten zufolge wurden die Konsensschätzungen um etwa 30 Prozent übertroffen. Obwohl sich der Kurs schon seit einigen Tagen von Rekord zu Rekord hangelt, halten Börsianer die Aktien immer noch für zu günstig bewertet.

Auch Analysten waren voll des Lobes für das schon am Vorabend nach Börsenschluss vorgestellte Zahlenwerk für die Sparten Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel für die seit einem Jahr zum Kauf empfohlenen Aktien auf 145 Euro. Analystin Daniela Costa rechnet damit, dass sich Siemens im Zuge der im Februar erwarteten ausführlichen Zahlen höhere Ziele stecken wird. Als weiteren wichtigen Kurstreiber sieht sie danach den Kapitalmarkttag im Juni.

Laut Analyst Guillermo Peigneux Lojo von der UBS ist der starke Geschäftsjahresauftakt neben der Digitalsparte auch dem Bereich Smarte Infrastruktur zu verdanken. Treiber seien vor allem zwei Endmärkte gewesen: Einerseits China und andererseits das Automationsgeschäft. Etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei aber der Bereich Mobilität. Von Jefferies hieß es, im Segment Digital Industries sei die Profitabilität beeindruckend hoch gewesen.

Andreas Willi von JPMorgan lobte derweil eine "durch die Bank starke Auftragsentwicklung". Richtig einordnen könne man all dies zwar erst, wenn weitere Konkurrenten berichtet hätten. "Wir sind aber der Überzeugung, dass Siemens eines der herausragenden Ergebnisse in dieser Ertragssaison präsentiert hat", so Willi. Die Aktie sei unter jenen mit großer Kapitalisierung eine der wenigen mit weiterem Kurspotenzial. Er erwartet daher, dass der Abschlag zu den Papieren der Wettbewerber weiter sinken wird.

Mit dem Anstieg am Freitag setzten die Siemens-Aktien ihren guten Lauf fort: Den Corona-Crash im März vergangenen Jahres hatten sie schon wenige Monate später im Juni wieder ausgeglichen. Wer damals im Tief unter der 55-Euro-Marke zugriff, kann sich nun über einen Kursgewinn von 140 Prozent freuen. Im noch jungen Jahr 2021 haben sie schon fast zehn Prozent an Wert gewonnen.

FRANKFURT (Dow Jones) / (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 22.01.2021 · 17:53 Uhr
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